Neubau des KBL-Betriebs- und Wertstoffhofs

Endspurt beim 14-Millionen-Projekt Feuerwehr-Erweiterung 

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KBL- und Stadtwerke-Chef Manfred Pusdrowski auf der Anlieferrampe des neuen Wertstoffhofs. Im Hintergrund die Neubauten von KBL (links) und Feuerwehr, dazwischen die großzügig dimensionierte Zu- und Abfahrt zum Wertstoffhof beziehungsweise zum Betriebsgelände, auf dem unter anderem das neue Streusalz-Silo bereits weithin sichtbar ist. Im neuen Trakt der Feuerwehr arbeitet derweil Stadtbrandinspektor Frank Stöcker schon in seinem neuen Büro.

Langen - Die Bauarbeiten für die Feuerwehr-Erweiterung und den Neubau der Kommunalen Betriebe an der Darmstädter Straße – das sogenannte Projekt FENK – liegen in den letzten Zügen. In drei Wochen soll der neue Wertstoffhof Eröffnung feiern. Von Holger Borchard

Ein guter Zeitpunkt also, nochmals hinter die Kulissen der Großbaustelle zu blicken, in die Stadt und Kommunale Betriebe rund 14 Millionen Euro investieren. Spätestens in drei Wochen wollen – besser gesagt müssen – der Wertstoffhof und die Kommunalen Betriebe (KBL) den Umzug von der Liebigstraße ans südliche Ende der Stadt bewerkstelligt haben. Stichtag ist der 10. August. An jenem Freitag soll der neue Wertstoffhof (Adresse: Darmstädter Straße 70) mit einem Tag der offenen Tür eingeweiht werden. „Das kriegen wir hin, es sieht doch schon richtig klasse aus hier“, strahlt KBL- und Stadtwerke-Chef Manfred Pusdrowski beim Gang über das Gelände Gelassenheit und Zuversicht aus. Seine wichtigste Botschaft: „Die Arbeiten liegen im Zeit und Finanzplan – es gab zwischendurch keine bösen Überraschungen.“

Während auf dem Hof des KBL-Geländes schon das imposante Silo fürs Streusalz in die Höhe ragt, wird in den künftigen Fahrzeug- und Gerätehallen, den Werkstätten, Büros und Sozialräumen noch an allen Ecken und Enden gewerkelt. Auch die Empfangszentrale am Eingang des Wertstoffhofs ist noch kahl und leer – das große, schwere Tor ist freilich schon installiert. Kraft seines Dreifach-Gitters und der massiven Ausführung könnte das Tor vermutlich auch jede US-Botschaft sichern. „Wir haben hier überall auf Qualität am Bau gesetzt“, hält Manfred Pusdrowski der spöttischen Anmerkungen des Journalisten entgegen und führt in diesem Kontext die komplett gefliesten Böden der Werks- und Fahrzeughallen und die hölzernen Deckenträger („brandresistenter als Stahlträger“) als weitere Qualitätsmerkmale an. „Auf lange Sicht werden sich diese Ausgaben definitiv rechnen“, ist Pusdrowski überzeugt.

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Höchst zufrieden stimmt den KBL-Chef auch die im derzeitigen Rohzustand bereits gut erkennbare Struktur des neuen Wertstoffhofs. „Es ist ja bekannt, dass die neue Fläche mit 3 400 Quadratmetern kleiner ist, als die etwa 5 000 Quadratmeter, die wir derzeit an der Liebigstraße haben. Der Neubau ist aber wesentlich effizienter zugeschnitten, er bietet Ablademöglichkeiten von mehreren Seiten und unter dem Strich eine ganz andere Durchlauffrequenz.“ Das bringt Pusdrowski auf das Thema Verkehrsbelastung zu sprechen. „Kritiker unken, dass sich an Großkampftagen wie Freitag oder Samstag Staus auf der Darmstädter Straße bilden könnten. Das sehe ich nicht so. Die Ein- und Ausfahrt zum Wertstoffhof ist so lang, dass sie immensen Anlieferverkehr schlucken kann – davon kann sich jeder ein Bild machen.“

In der Tat beeindrucken die Dimensionen auf der Noch-Großbaustelle. Zu den schön versteckten Einrichtungsteilen gehört indes das Blockheizkraftwerk, das nicht nur das KBL- und Feuerwehrgelände, sondern auch gegenüber den Belzborn sowie die Blocks der Nassauischen Heimstätte an der Südlichen Ringstraße mit Energie versorgt. Mittelfristig wird das Egelsbacher Neubaugebiet Leimenkaute ebenfalls an das Mini-Kraftwerk angeschlossen. „Nimmt man hinzu, dass die Stadt Langen und die Gemeinde Egelsbach ab 2019 auch die Abfallwirtschaft gemeinsam am neuen Standort abwickeln, haben wir hier ein Musterbeispiel für sinnvoll-gelungene kommunale Zusammenarbeit“, resümiert Pusdrowski.

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Gegenüber dem KBL-Areal folgt derweil die Feuerwehr bei ihrer Aus- und Umgliederung dem Prinzip „Zug um Zug“ – und ist bei der Inneneinrichtung schon weiter als die Nachbarn. So grüßt etwa Stadtbrandinspektor Frank Stöcker schon vom Schreibtisch in seinem neuen Büro im Erdgeschoss des Anbaus. Dieser ist durch einen Verbindungsgang mit dem alten Trakt verbunden, der auch weiterhin die Feuerwehrzentrale beherbergen wird. „Der Neubau gibt uns endlich die dringend benötigten Verwaltungs-, Schulungs- und Sozialräume“, sagt Stöcker. Ein erheblicher Zugewinn aus seiner Sicht: der sogenannte Stabsraum. „Den hatten wir vorher nicht – er eröffnet uns die Möglichkeit, im Falle von Großeinsätzen eine Lageplanung mit vielen Beteiligten vorzunehmen“, erläutert Stöcker. Dabei spreche man nicht zwangsläufig über Großbrände oder Katastropheneinsätze, sondern auch über Hochwasser- oder Sturmschäden wie etwa Orkan Kyrill sie 2007 verursacht habe.

Eine spürbare Verbesserung für den Feuerwehr-Alltag bringen die großzügigen Koch-, Speise- und Umkleidebereiche, der moderne, dank Faltwand quasi verdoppelbare Schulungssaal und nicht zuletzt der mit neuen Trainingsgeräten ausgestattete Sportraum. Denn: „Feuerwehrleute müssen fit sein und das bei regelmäßigen medizinischen Tests nachweisen“, erinnert Frank Stöcker.

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