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Endspurt beim Langener Stadtexperiment

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Von: Julia Radgen

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Die Kunstbanner von Renate Kletzka sorgen wieder für bunte Farbtupfer auf der Bahnstraße. Die Schaufenster informieren Passanten nicht nur über das Stadtexperiment – über den QR-Code kann man Feedback abgeben.
Die Kunstbanner von Renate Kletzka sorgen wieder für bunte Farbtupfer auf der Bahnstraße. Die Schaufenster informieren Passanten nicht nur über das Stadtexperiment – über den QR-Code kann man Feedback abgeben. © strohfeldt

Noch etwas länger als ein halbes Jahr läuft das Stadtexperiment auf der oberen Bahnstraße in Langen. Für den letzten Sommer des Versuchs sind noch einige Aktionen geplant.

Langen –Im Rahmen des Programms „Zukunft Innenstadt“ hat die Stadt – dank finanzieller Förderung vom Land – insgesamt 18 Monate lang Zeit, neue Ideen und Mechanismen auszuprobieren, um die Innenstadt nachhaltig zu verbessern. Und das unter Berücksichtigung der Meinung von Bürgerinnen und Bürgern sowie der ansässigen Gewerbetreibenden. „Wir gehen jetzt in den zweiten und letzten Sommer unseres Stadtexperiments, bei dem wir Verschiedenes ausprobieren und zeigen, was in unserer Einkaufsstraße möglich ist“, betont Joachim Kolbe, städtischer Fachbereichsleiter unter anderem für Stadtentwicklung. Nachdem der Frühling auf sich hat warten lassen, grünt und blüht es wieder in den aufgestellten Blumenkübeln.

Für Farbtupfer sorgen auch die Street-Banner von Renate Kletzka. Die Fahnen waren über den Winter eingelagert und hängen nun wieder an Laternenmasten. Entstanden sind die Motive in der Pandemie im Garten der Langener Künstlerin. Die Werke fanden Eingang in zwei Broschüren, einige dienten als Vorlagen für die Banner. Insgesamt 14 Fahnen wurden hergestellt und waren bereits vergangenen Sommer Hingucker in der Bahnstraße.

„Neben größeren Maßnahmen wie Parklets, Pflanzkübeln, neuen Bäumen und Markierungen gehören auch solche Kunstprojekte zu den Dingen, die wir ausprobieren“, sagt Kolbe. Ziel sei es, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen, die Menschen froh zu stimmen und Einzelhändler zu unterstützen. „Langen soll seine lebendige Innenstadt auch in durchaus schwierigen Zeiten behalten“, so der Fachbereichsleiter.

Kontinuierliches Feedback von Bürgern

Bei einigen Stellschrauben will die Stadt noch nachjustieren – auch als Reaktion auf Rückmeldungen der Langenerinnen und Langener, die bei der Stadt eingehen. „Uns erreichen keine Flutwellen, aber kontinuierlich kommt Feedback rein – das ist übrigens überwiegend positiv. Und da waren schon einige nützliche Hinweise dabei“, sagt Kolbe. Laut seinen Worten oben auf der Wunschliste stehen noch immer Sitzgelegenheiten – auch unabhängig von einem Gastronomiebetrieb. „Das gab es vorher nicht und das wissen die Leute zu schätzen“, weiß Kolbe. Ob für eine kleine Pause zwischendurch oder einfach, um zu sitzen und die Leute zu beobachten. Daher wird die Stadt zwei neue Bänke aufstellen, eine in Höhe der Zahnarztpraxis Hanel, die andere vor Takko. Zudem sollen dieser Tage die Pflanzkübel umgestellt werden, Gartenbauer Wilko Sehring kümmert sich darum, dass es dem Innenstadtgrün gut geht.

Eine weitere „Baustelle“ sind Fahrbahnmarkierungen. „Wir merken, dass es in den Höfen von Geschäften oft große Parkplätze gibt, von denen die Menschen aber nichts wissen“, sagt Kolbe. Daher sollen Einfahrten markiert werden, dort wo die Zufahrt frei ist und außerdem Behindertenparkplätze markiert werden. „Diese werden oft gefordert“, weiß Kolbe. Sobald die Salco-Baustelle zum BaLu-Projekt nahe dem Lutherplatz abgeräumt ist, soll dort eine Ladezone für kleinere Lkw eingerichtet werden, damit diese nicht auf der Straße stehen, sagt Kolbe. Die Baustelle werde nach aktuellem Stand jedoch wohl nicht vor August verschwinden.

Mitentscheiden

Die Stadt legt im Prozess Wert auf die Meinung der Bevölkerung zur Gestaltung der oberen Bahnstraße. Die wird nicht nur bei einer abschließenden Internet-Befragung abgefragt, schon jetzt kann man online eine Rückmeldung abgeben und Ideen äußern.

Außerdem sind für den Sommer noch Aktionen geplant: Im Auszeit-Garten am evangelischen Petrus-Gemeindehaus, der im vergangenen Sommer gut ankam, wird die Stadt zweimal für ein erweitertes kulinarisches Angebot sorgen. Zudem gibt es wieder die Konzertreihe „Kleine Stadtmusik“ samstagabends und eine Künstlerin wird die Bushaltestellen auf der Bahnstraße aufhübschen. Ziel sei, dass durch all das die Bahnstraße als attraktiver Treffpunkt wahrgenommen wird.

Am Ende des Stadtexperiments wird die Stadtverordnetenversammlung dann zum Jahreswechsel 2023/24 auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse die Zukunft der oberen Bahnstraße diskutieren und entscheiden.

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