Redakteur erlebt Ebbelwoidaaf hautnah

Erfrischende Dusche aus dem Bembel beim Ebbelwoifest 

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Kräftiger Guss aus dem Bembel: Brunnenwirt Heinz-Georg Sehring daaft Redakteur Markus Schaible – sehr zum Vergnügen auch von vielen Zuschauern am Brunnen.

Langen - Das 44. Ebbelwoifest wird in Erinnerung bleiben. Auf jeden Fall dem Autor dieser Zeilen. Durfte er doch eine Dusche aus dem Bembel über sich ergeben lassen und wurde damit zum Langener gedaaft. Von Markus Schaible 

Wer mit dem Riesenrad über den Dächern von Langen schwebt, hat einen guten Überblick über das Festgeschehen.

Streng geheime Kommandosache: Am Telefon will der Brunnenwirt nicht darüber reden – und als Heinz-Georg Sehring ein paar Minuten nach seinem Anruf auf der Terrasse Platz nimmt, vergewissert er sich erst einmal, dass in den Nachbargärten oder auf dem darüberliegenden Balkon niemand ist, der etwas mitbekommen könnte. Was Sehring zu verkünden hat, ist so überraschend wie erfreulich: „Sie sollen zum Langener gedaaft werden.“ Aber das, beeilt er sich hinzuzufügen, möge ich doch bitte niemandem erzählen. Denn im Vorfeld gehört das zu den bestgehüteten Geheimnissen: Wer hat den besten Ebbelwoi gekeltert und wird König? Und welche Oigeplackte werden zu Langenern getauft? So gut gehütet, dass Sehring nicht mal seine Familie einweiht, verrät Tochter Christa.

Aber auch wer auf dem Boden bleibt, bekommt einen tollen Anblick zu sehen.

So stehe ich ein paar Tage später am Brunnen bei der Zeremonie, die ich schon so viele Male miterlebt habe. Aber bislang eben immer als Berichterstatter oder Zuschauer. Insofern ist es auch nicht weiter aufgefallen, dass ich Freunde gefragt habe, ob wir uns um 17 Uhr am Brunnen treffen wollen. Einige ahnen wohl etwas, andere nicht. Ihre Augen sind umso größer, als ich dann schließlich aufgerufen werde – als Letzter nach Kirchenmusikerin Elvira Schwarz, SSG-Turnabteilungsleiterin Dr. Cornelia Pelz und dem für unsere Zeitung als Karikaturist tätigen Jörg Buxbaum (die Beweisfotos gibt es in unserer morgigen Print-Ausgabe).

Kreisch-Alarm: Im freien Fall geht es neben der Alten Schule nach unten – ein Spaß vor allem für die Jüngeren.

Was auffällt: Sehring hat die Zeremonie mit Königs-Krönung (auch dazu mehr morgen) und Daaf deutlich gestrafft. Zwar hätte ich mir dann im Vorfeld das umfangreiche Ausformulieren des Lebenslaufs ersparen und mich auf ein paar Stichworte konzentrieren können, der Sache aber tut das gut. Und so wird es nach ein paar Sätzen zwischen dem Brunnenwirt und mir auch ernst: das Plastik-„Taufgewand“ umgelegt und den Bembel entgegengenommen. 1,5 Liter sind drin – je mehr ich trinke, desto weniger gibt es über den Kopf. Denn während Ebbelwoifest-Erfinder Hans Hoffart das Stöffche einst nur über den Rücken fließen ließ, schüttet Sehring über den Kopf der damit zu Ebbelwoirittern gewordenen Täuflinge. Fast austrinken wäre eine Option (ganz nicht, denn dann wird er nachgefüllt) – aber es ist erst Nachmittag und die Sonne brennt. Außerdem habe ich NEV-Politiker Sehring schon in so manchem Kommentar einen mitgegeben, da soll er auch die Freude haben, mir mal so richtig „einzuschenken“ zu können. Der halbe Bembelinhalt ist es schließlich, der sich über meinen Kopf ergießt und trotz Plastikschutz das Hemd durchnässt – und mit Jörg Buxbaum bin ich mir anschließend einig: „War richtig erfrischend.“

44. Ebbelwoifest in Langen: Fotos

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Das Angebot, beim Frühschoppen am heutigen Montag mal für ein Lied das TV-Blasorchester zu dirigieren, muss ich dann leider ablehnen, da wir Zeitungsmacher zu diesem Zeitpunkt natürlich in der Redaktion sind. Ein anderes Privileg als Ebbelwoiritter aber werde ich auf jeden Fall wahrnehmen. Nachdem ich auf der Bühne noch bekannt habe, dass ich Ebbelwoi eigentlich nur an vier Tagen im Jahr und dann bevorzugt am Brunnen oder in einem der Höfe trinke, wird ein weiterer Tag hinzukommen. Den Spaß, bei der Ebbelwoiprobe mitzubestimmen, wer das beste Stöffche gekeltert hat und König wird, werde ich mir nicht nehmen lassen. Prost.

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