Immer noch täglich auf dem Rad

Ernst Ehrenberg feiert seinen 85. Geburtstag

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Er kam viel herum – und hilft immer noch gerne anderen: Ernst Ehrenberg, der heute 85 Jahre alt wird.

Ehrenberg ist viel rumgekommen. Heute ist er als Wanderfürer der Senionrehilfe bekannt.

Langen – Durch sein Arbeitsleben ist Ernst Ehrenberg aus Langen viel in der Welt herumgekommen. In seiner Freizeit zieht es ihn am liebsten auf die schönsten Wanderwege der Region oder auf den Drahtesel. Heute feiert er seinen 85. Geburtstag.

Ehrenberg wird am 21. März 1935 geboren. Seine Heimat, Linz am Rhein nahe Bonn, verlässt er als junger Mann, um in Langen zu arbeiten. Zusammen mit seiner Frau Hedwig zieht Ehrenberg im Januar 1960 in die Sterzbachstadt. „Ich hatte eine Annonce gesehen, die um Konstrukteure warb – mit der Möglichkeit einer Spezialausbildung in den USA“, erinnert sich der Jubilar. Das lockt den jungen Mann, er bekommt die Stelle.

Das frisch verheiratete Paar zieht in den Forstring. Bei der Nassovia Maschinenfabrik unweit des Bahnhofs arbeitet Ehrenberg gut dreieinhalb Jahre als Konstrukteur. Dann wechselt er zur Firma Lurgi nach Frankfurt. Als Projektleiter ist er von 1965 bis 1968 für eine Textilanlage in Bulgarien verantwortlich. Danach zieht das Paar nach Nordirland: In Belfast kümmert sich Ehrenberg ein paar Jahre lang ebenfalls um eine Textilanlage.

Ein ruhiger Lebensabend in Langen

Dabei entgeht er nur knapp einem Anschlag der nordirischen Terroristen. „Die IRA hat am 1. Mai 1972 unsere Anlage in die Luft gesprengt“, erzählt er. Ein Kollege sei durch die Bombe ums Leben gekommen, ein anderer habe ein Auge verloren. „Mir ist zum Glück nichts passiert, ich wurde rechtzeitig gewarnt.“ Angst hatte er aber eigentlich nicht während der Zeit in Nordirland, sagt Ehrenberg. „Es war ja klar, dass ich das Land wieder verlasse. Und mich nicht auf eine Seite schlage.“

In den folgenden Jahren arbeitet Ehrenberg in Ägypten, Indonesien, Kenia, in Schweden und im US-Bundesstaat Alabama. Während er teilweise nur hin und her fliegt, um die Montage der Spinnereien oder Vliesanlagen zu leiten, zieht die Familie an andere Destinationen gemeinsam für mehrere Jahre – wie nach Durban, Südafrika. „Meine Frau hat mich immer unterstützt“, lobt Ehrenberg.

Bis Ende der 1980er ist er beruflich viel in der Welt unterwegs, danach wird es ruhiger im Leben des Paares, das mit seinem beiden Söhnen mittlerweile in der Neckarstraße in Langen wohnt. „Ich hatte wirklich ein interessantes Berufsleben“, rekapituliert der Senior. Auch für seine Söhne sei es spannend gewesen, in Afrika oder Irland zur Schule zu gehen. In die Fußstapfen des Vaters folgten sie jedoch nicht: Sie arbeiten heute als Arzt und Apotheker.

Im Ruhestand ist mehr Zeit

Seit dem Ruhestand bleibt Ehrenberg mehr Zeit für seine Vereinsaktivitäten. Seit 1955 ist er bei der Kolpingsfamilie Langen engagiert, bei der er zwischenzeitlich auch Vorsitzender ist. Die meisten kennen ihn aber als Wanderführer bei der Seniorenhilfe Langen. „Seit 23 Jahren bin ich bei der Seniorenhilfe aktiv“, sagt Ehrenberg. 

Vom ZenJA aus bricht er mit Wanderbegeisterten immer wieder zu spannenden Ausflügen und Touren auf, die er organisiert. „Mittlerweile bin ich eher im Hintergrund und nicht mehr in der ersten Reihe, aber ich helfe immer noch mit, wo ich kann“, sagt Ehrenberg. Seine liebsten Wanderstrecken liegen in der alten Heimat am Mittelrheintal, im Odenwald oder im Taunus.

Neben dem Wandern liebt Ehrenberg das Fahrradfahren. „Ich sitze noch heute täglich auf dem Rad“, sagt er. Das halte ihn fit. „Mir tut nichts weh“, freut sich der Jubilar und lacht. „Und ich fühle mich eher wie 55 als 85“. Weil es ihm so gut geht, hilft er auch immer noch gerne anderen. „Jeder braucht mal Hilfe“, sage er sich immer. 

So holt Ehrenberg gemeinsam mit einer Gruppe Freiwilliger die Bewohner des DRK-Heims Langen zum Gottesdienst ab. „Das liegt mir am Herzen und die Senioren sind so dankbar“, freut sich Ehrenberg.

Seinen Geburtstag feiert er heute zunächst mit einem Frühstück mit der Familie und dann im kleinen Kreis im Garten im Mühltal.

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