Politischer Salon der Dreieichschüler

Gala zur Einstimmung auf die Wahl

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Eingerahmt vom Moderatoren-Duo Stefan Trier (links) und Jörg Couturier nehmen (von links) Thomas Mann, Corrado die Benedetto und Michael Best Stellung zu europapolitischen Fragen. Die Gala im Rathaus mündete im DSL-Erfolgsformat: dem Politischen Salon.

Langen - Großer Applaus erfüllt den Stadtverordnetensaal im Rathaus. Die Gäste und Organisatoren der Europa-Gala stehen vorne und nehmen die Würdigung stolz entgegen – allen voran der Englisch-Leistungskurs der Dreieichschule. Von Daniel Untch 

Mit dem Titel „We celebrate Europe“ steht die Veranstaltung ganz im Zeichen der anstehenden Europawahl und stellt einen mehr als gelungenen Abschluss des lang angelegten Projekts des Kurses dar. Wie mehrfach berichtet ging es den Oberstufenschülern darum, Interesse für Europa zu wecken und die Leute zum Wahlgang zu animieren.

Der Abend beginnt stilgerecht mit der Europa-Hymne – und wie es sich für die musikalische DSL von selbst versteht, kommt diese natürlich live daher. Nach Grußworten von Bürgermeister Frieder Gebhardt („Sie können stolz auf Ihre Schüler sein.“) wirft das Moderatoren-Team Alison Schroth und Marcel Bau einen Blick zurück auf das Projekt – auf mehrere Einzelveranstaltungen zu europäischen Themen und viel Öffentlichkeitsarbeit, die die Schüler mit Flyern, T-Shirts und Zeitungsartikeln geleistet haben.

Prominente Gäste

Angesichts solchen Engagements machen sich die drei prominenten Gäste der Gala schon mal auf ein politisch interessiertes und entsprechend kritisches Publikum gefasst: Mit kurzen Redebeiträgen stellen sich CDU-Europaabgeordneter Thomas Mann, SPD-Landtagsabgeordneter Corrado di Benedetto und der Sprecher des Bundesbankpräsidenten, Michael Best, vor. Durchaus persönliche Worte findet eingangs der italienisch-stämmige SPD-Mann: Er sei angesichts seiner Vita sehr dankbar für die Errungenschaften des europäischen Einigungsprozesses, so di Benedetto. Auch Best, der im deutsch-französischen Grenzgebiet aufgewachsen ist, erinnert sich an etliche Kontrollen an der französischen Grenze während seiner Studienzeit in Saarbrücken – und sagt: „Ich bin froh, dass wir dieses Europa geschaffen haben.“

Nahtlos leiten die Macher des Abends zum „Politischen Salon“ über – wie immer moderiert vom Lehrer-Duo Jörg Couturier und Stefan Trier. Das Gäste-Trio kann sich gleich mal zur Frage „Ist Europa sexy genug?“ warmreden. Als das Gespräch auf die Spitzenkandidaten der Europawahl fällt, weht ein Hauch von Wahlkampf durch den Saal. Mann hebt CDU-Kandidat Jean-Claude Juncker als multilingualen Politiker hervor, der sich in der EU bestens auskenne. SPD-Mann di Benedetto wirbt für Martin Schulz und dessen bisherige Arbeit als Parlamentspräsident. Auch die Frage, wie dem mancherorts erstarkenden Rechtsextremismus zu begegnen sei, wird debattiert. Man müsse zeigen, dass in Brüssel ernsthafte Politik gemacht werde, zu der nun einmal Kompromisse gehörten, und dass es dort keinesfalls lediglich unkritische „Hurra-Europäer“ gebe, argumentiert Mann. Di Benedetto benennt Bildung und Arbeit als wichtigste Präventionsmittel.

Diese Politiker wechselten in die Wirtschaft

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Das Publikum ist natürlich gefordert, sich kräftig einzuschalten. Egal ob Finanzkrise, europäisches Bankensystem oder die Frage einer gemeinsamen Identität, gerade die Schüler zeigen sich bestens informiert und fordern die Kandidaten. Zum Abschluss des Abends hat dann noch einmal ein Schüler das Wort: Simon Arendt hält eine Rede zu dem Thema „Wie will ich in Europa leben?“. Darin betont er gemeinsame Werte und das über allem stehende Ziel, den Frieden zu wahren. Er kritisiert, dass die EU in den Lehrplänen zu kurz komme und fordert dazu auf, das Wahlrecht – „als großes Privileg“ – zu nutzen. Europa sei ein bunter Mix und wenn auch kein Paradies, so lohne es sich trotz allem „am Scheideweg für Europa einzutreten“.

Politischer Salon in der Dreieichschule Langen

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