Angst vor Verbrechern in Langen

Wenn der Unitymedia-Techniker nicht echt ist

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Langen - Dass sich Verbrecher als Mitarbeiter namhafter Firmen ausgeben und so in Wohnungen gelangen wollen, ist eine bekannte Masche. Derzeit sollen „falsche“ Techniker von Unitymedia in Langen unterwegs sein. Die Polizei ermittelt. Von Markus Schaible 

Doch es sind ebenfalls „echte“ Techniker tätig – und die müssen mitunter sogar in Wohnungen von Nicht-Kunden. Der Trick ist alt – und ganz speziell Stadtwerke müssen oft mit ihrem guten Namen herhalten: Ein vermeintlicher Mitarbeiter eines Unternehmens klingelt an der Haustüre und begehrt Einlass, weil er irgendetwas prüfen, austauschen, ablesen oder sonst etwas müsse. Verbrecher machen es sich zunutze, dass auch echte Techniker, Ableser oder Ähnliche unterwegs sind. Und sie hoffen, dass ihr potenzielles Opfer nicht skeptisch wird und sich überrumpeln lässt.

Aktuell wird in sozialen Internetnetzwerken vor falschen Technikern des Kabelfernseh-, Telefon- und Internetanbieters Unitymedia gewarnt, die in Langen unterwegs sein sollen. Auch die Polizei ist eingeschaltet, so soll am Montagnachmittag in der Annastraße ein Verdächtiger aufgefallen sein; ermittelt werden konnte er aber nicht. Licht ins Dunkel zu bringen ist allerdings schwierig. „Solange wir niemanden antreffen, können wir natürlich auch nicht sagen, ob es tatsächlich ein Betrüger ist“, erklärt Polizeisprecherin Andrea Ackermann. Und Unitymedia kann zwar ausschließen, dass es ein firmeneigener Techniker war, aber nicht, dass er zu einer Firma gehört, die in ihrem Auftrag tätig ist.

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Erschwerend kommt dazu, dass die Techniker in manchen Fällen in Wohnungen von Nicht-Kunden müssen. Grund: Durch defekte oder schlecht abgeschirmte Kabel oder Fernseh-Anschlussdosen kann es zu sogenannten Einstrahlungen kommen, die Störungen im Rückkanal verursachen. Diesen Rückkanal benötigen Unitymedia-Nutzer für Telefon und Internet, erläutert Pressesprecher Olaf Winter. Sprich: Stellt ein Techniker eine solche Einstrahlung als Grund für eine Störung bei einem Kunden fest, begibt er sich auf die Suche nach dem Anschluss, von dem die Einstrahlung ausgeht. Und der kann sich sogar im Nebengebäude befinden. Somit kann der Besuch des Technikers auch nicht angekündigt werden.

Komme der Mitarbeiter direkt von Unitymedia, könne er einen entsprechenden Ausweis vorlegen, sagt Winter. Außerdem gibt es eine Hotline, über die sich jeder die „Echtheit“ bestätigen lassen kann. Allerdings gelte das nicht für Techniker von beauftragten Firmen. „Vorsichtig sein und im Zweifelsfall nachfragen“, rät auch Andrea Ackermann. „Wenn es an der Tür klingelt, sollte man niemand reinlassen, ohne sich den Ausweis zeigen zu lassen.“ Sei man auch dann noch skeptisch, helfe ein Anruf bei der Polizeiwache: „Die Kollegen fahren dann hin. Und wenn es ein echter Firmenmitarbeiter ist, wird er auch abwarten, denn dann hat er ja nichts zu befürchten.“

Service: Im Zweifelsfall nachfragen

Die Langener Polizeiwache, Südliche Ringstraße 80, ist rund um die Uhr unter Tel.: 06103/90300 zu erreichen. Mit einem Anruf unter der Unitymedia-Servicenummer 0180/6663100 können sich Anwohner rückversichern, ob die Person vor der Tür (Techniker, Außendienstmitarbeiter) tatsächlich bei dem Unternehmen arbeitet.

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