Katja Mähner-Pfannemüllers Ponyhof

Ferien, die nach Pferd und Wald riechen

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Nahe dran an Pferden und der Natur. „Pusteblume“-Chefin Katja Mähner-Pfannemüller mit den Ferienspielkindern (von links) Emilia, Barbara, Jule (auf dem Pferd), Leni und Benjamin. Für gymnastisch versierte Kinder sind sogar akrobatische Einlagen hoch zu Ross möglich und erlaubt. 

Langen - Kinder einfach Kind sein lassen – so lässt sich das Pferdehof-Konzept von Katja Mähner-Pfannemüller treffend beschreiben. Im Langener Feld gen Koberstadt, jenseits von Feuerwehr und Friedhof, führt sie ihren kleinen Ponyhof. Von Paul Dieler 

Nun stehen Erweiterungspläne an, und obendrein gibt’s Ferienspiele – für die Wochen fünf und sechs sind noch Plätze frei. „Pusteblume – vom Kinderzimmer in die Natur“ hat Katja Mähner-Pfannemüller ihr Projekt getauft, das Kindern an der Seite von kleinen und großen Pferden den Umgang mit Tieren und der Natur vermittelt. Abgesehen davon darf es bei ihren Ferienspielen ganz zwanglos zugehen; einfach mal wieder im Dreck zu spielen, gehört da ebenfalls dazu.

„Die Zeiten, in denen Kinder den ganzen Tag spielend draußen und gerne auch mal im Schlamm verbracht haben, sind längst vorbei“, sinniert die Mutter von fünf Kindern. „Und wenn der nächste Wald gut und gern ein paar Kilometer von der Wohnung in der Stadt entfernt ist, wird es umso schwerer, Kinder früh für die Natur zu begeistern.“

Dem möchte Mähner-Pfannemüller entgegenwirken. Zwischen den letzten Streuobstwiesen auf Langener Gemarkung (erreichbar vom Linksabzweig der Darmstädter Straße hinter der Feuerwehr, Richtung Hintereingang des Friedhofs und auf dessen Höhe circa 250 Meter rechts ins Feld...) bietet sie seit knapp zwei Jahren Ferienspiele mit Pferde- und Ponyreiten an. Diese vermitteln nicht nur Nähe zur Natur, sondern auch Verantwortung im Umgang mit Tieren. „Angefangen hat alles mit einem Privatstall, auf dem ich mit meiner Familie Ferien gemacht habe“, erzählt Mähner-Pfannemüller. Heute packt man gemeinsam mit Bekannten an, damit die Ferienspiele gelingen – inklusive „Mittagessen-Catering“ von der Schwester.

Naturverbundenheit ist der 38-Jährigen ein Anliegen: „Es gibt Drei- oder Vierjährige, die noch nie im Wald waren. Wenn die den ganzen Tag in den Hort geschickt und um fünf Uhr wieder abgeholt werden, kommen sie gar nicht mehr mit der Natur in Berührung“. Klar, dass im Zuge der aktuellen Ferienspiele deshalb auch schon wieder Touren durch den Wald auf dem Programm standen – selbstverständlich auf dem Pferderücken.

Dort liegt bekanntlich das sprichwörtliche Glück der Erde, was auch ihre Schützlinge schon erkannt haben: „Das Reiten im Wald war toll“, findet der siebenjährige Benjamin. Die Natur ist anscheinend ein zeitloses Vergnügen. Ausflüge zu unternehmen ist einer der Wege, um Kinder für die Welt hinter der Haustür zu sensibilisieren. Das schließt spontane Aktionen ein – so etwa die Rettung eines zufällig entdeckten Fisches, der wegen der Trockenheit der vergangenen Wochen in einem Rinnsal auf Grund zu fallen drohte. „Wir haben ihn bis in den großen See getragen und da wieder freigelassen“ berichtet der ebenfalls siebenjährige Phil stolz.

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Auch zum immer größer werdenden Leistungsdruck will Mähner-Pfannemüller für eine Woche einen Gegenpol bieten. „Ganz ohne Regeln geht es natürlich nicht, aber wir lassen hier alle mit den Pferden einen sehr lockeren Umgang pflegen. Die Tiere sind sehr ruhig und lassen vieles mit sich machen.“ So sind für gymnastisch versierte Kinder auch akrobatische Einlagen hoch zu Ross kein Problem.

Die Chefin hat ihren Stall schon vor einiger Zeit als Nebengewerbe angemeldet; nun soll der kleine Ponyhof um ein frisch dazu gekauftes Grundstück nebenan wachsen. „Geplant ist, mehr Tiere wie Hühner, Stallhasen oder Ziegen anzuschaffen, die in einem Streichelzoo auf dem erweiterten Gelände Platz finden sollen, außerdem sollen weitere Aktionen mit Kindergärten und Schulen angeboten werden“, verrät Mähner-Pfannemüller. Unterstützung kommt dabei von einer Stiftung.

Geritten und gespielt werden darf bei Pusteblume jeweils noch in der fünften und sechsten Ferienwoche, und zwar montags bis freitags von jeweils 9 bis 15 Uhr. Das Angebot richtet sich an Drei- bis Zehnjährige, die Woche kostet 85 Euro. Für den Herbst ist ebenfalls eine Ferienspielwoche in Planung. Weitere Infos und Anmeldung per E-Mail unter: katja-174@gmx.de

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