Kellerbrand in der Triftstraße

Schwieriger und gefährlicher Einsatz für Feuerwehr

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Großeinsatz der Feuerwehr in der Triftstraße: Nachdem die Scheiben eingeschlagen waren, konnte der Qualm aus dem Keller abziehen.

Langen - Großeinsatz für die Feuerwehren: Bei einem Brand in einem Wohnblock in der Triftstraße nahe des Bahnhofs (Westseite) mussten am Montagabend 16 Bewohner gerettet werden. Von Markus Schaible

17 Kellerverschläge wurden verwüstet.

„Rauchmelder retten Leben“, sagt Langens Stadtbrandinspektor Frank Stöcker. Die in den Hausfluren installierten Alarmgeber schlugen um 18.30 Uhr sofort an, als der erste Qualm aus dem Keller nach oben drang. Anwohner riefen die Feuerwehr, die sechs Minuten später vor Ort war.

Im Untergeschoss zwischen den Hauseingängen Triftstraße 6 und 8 war der Brand entstanden – ein Einsatz, der für die Retter sehr gefährlich und schwierig ist, wie Stöcker betont. Aus diesem Grund rückte nicht nur die Langener Feuerwehr mit neun Fahrzeugen und gut 50 Männern und Frauen an, Unterstützung kam auch aus Sprendlingen, Offenthal, Neu-Isenburg und Ober-Roden. Insgesamt waren 103 Feuerwehrleute vor Ort. Die Retter mussten als Erstes 16 Personen, die noch nicht ins Freie geflüchtet waren, über die teilweise schon stark verrauchten Flure retten. Zwei Frauen erlitten leichte Rauchgasvergiftungen, sie wurden ärztlich betreut.

Enorme Hitze bei „null Sicht“

Dann machten sich die Löschtrupps auf die Suche nach dem Brandherd. Denn das ist eine der Schwierigkeiten bei einem Kellerbrand, wie Stöcker erläutert: „Der Rauch kann nicht abziehen, die Flammen zeigen sich nicht so schnell.“ Dazu komme die enorme Hitze bei „null Sicht“. Denn in Kellerräumen verlaufen die Kabel oft offenliegend an der Decke. „Die Kunststoffisolierung schmilzt und das gibt einen dichten, schwarzen Qualm, dagegen hilft keine Lampe.“ Zudem hängen die Kabel von der Decke herab und bilden Stolperfallen für die Feuerwehrleute, die sich durch die meist engen, verwinkelten Gänge kämpfen müssen.

Damit der Rauch besser abziehen konnte, schlugen die Helfer mehrere Kellerfenster ein. Schließlich lokalisierten sie drei Kellerverschläge, in denen der Brand entstanden war. Warum, das klärt jetzt die Kriminalpolizei. Nach ersten Erkenntnissen sollen zuvor im Keller Elektrowartungsarbeiten ausgeführt worden sein – ob dies aber die Ursache sei, müssten die weiteren Ermittlungen ergeben, sagt Polizeisprecherin Andrea Ackermann. Insgesamt wurden 17 Kellerräume beschädigt.

Stadtbrandinspektor geht von einem Schaden von 100.000 Euro aus

Den Schaden gibt die Polizei mit „mehreren zehntausend Euro“ an; Stadtbrandinspektor Stöcker geht gar von einer Summe von über 100.000 Euro aus. Während der Löscharbeiten wurden die geretteten Personen im Betreuungsbus des Kreises Offenbach und vom DRK Langen versorgt. Nachdem das Feuer aus war, kamen gegen Qualm und Gestank im Keller und den Hausfluren Druckbelüfter zum Einsatz.

Um 23.02 Uhr war der Einsatz offiziell beendet, doch die Nacharbeiten an der Feuerwehrausrüstung werden noch bis heute dauern, wie Stöcker betont: „Nach vier Stunden Einsatz muss man schon mit zwei Tagen Aufräumarbeit rechnen. Das fängt beim Waschen der Kleidung an – die Waschmaschinen laufen rund um die Uhr.“ Atemschutzgeräte müssen wieder einsatzbereit gemacht und geprüft, die Schläuche gesäubert, die Fahrzeuge neu bestückt werden. Denn schließlich kann jederzeit der nächste Alarm reinkommen.

Die wichtigsten Notruf-Nummern

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kat

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