Frank Stöcker im Amt bestätigt

Feuerwehr-Bilanz: 547 Mal zu Einsätzen ausgerückt

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Bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Langen wurden wie üblich zahlreiche Beförderungen ausgesprochen. Das Bild zeigt die Beförderten, flankiert von dem im Amt bestätigten Stadtbrandinspektor Frank Stöcker (rechts) und seinem scheidenden Stellvertreter Michael Scholl (links).

Langen - Frank Stöcker bleibt für weitere fünf Jahre Stadtbrandinspektor. Als Stellvertreter steht ihm Christian Buchold zur Seite. Dieser löst Michael Scholl ab, der nach zehnjähriger Amtszeit nicht mehr kandidierte. Von Holger Borchard 

Rückblickend resümierte der alte und neue Stadtbrandinspektor: 2017 war für die Einsatzkräfte so arbeits- wie abwechslungsreich – in einigen Fällen ging es buchstäblich um Minuten. Mit 547 Einsätzen geht 2017 als „durchschnittliches“ Jahr in die Statistik der Langener Feuerwehr ein. 92 Mal mussten die Brandschützer zu Feuereinsätzen ausrücken, 349 Mal waren Hilfeleistungen gefragt und 106 Aufrufe entpuppten sich als Fehlalarme. Neben dem „Tagesgeschäft“ stachen 2017 einige Einsatzlagen heraus. So musste die Wehr bei mehreren Wohnungs- und Gebäudebränden zügig eingreifen, um Schlimmeres zu verhindern. „Dem schnellen, professionellen Einsatz unserer Feuerwehr ist es zu verdanken, dass ausschließlich Verletzte und keine Todesopfer zu beklagen waren“, unterstreicht Stadtbrandinspektor Stöcker.

So retteten im Januar 2017 Atemschutztrupps drei bewusstlose Personen aus dem Obergeschoss eines brennenden Hauses in der Friedrichstraße. Im Oktober wurde auf gleiche Weise eine Bewusstlose aus einer brennenden Wohnung in der Zimmerstraße geborgen. Zu Buche stehen Keller-, Zimmer-, Wohnungs-, Dachstuhl- und Gartenhüttenbrände – unter dem Strich retteten die Einsatzkräfte 33 Personen. 21 von diesen erlitten Verletzungen, ebenso trugen sieben Feuerwehrleute im Einsatz leichtere Blessuren davon. „Wiederholt war ein Großaufgebot an Löschzügen, auch interkommunale Einheiten, für die Bewältigung der Einsatzlagen erforderlich“, erinnert Stöcker.

Bei den Technischen Hilfeleistungen wurden ebenfalls verschiedenste Notfälle abgearbeitet, von der Tierrettung bis zum schweren Verkehrsunfall. Beispielsweise musste die Wehr neben 126 Einsätzen zur Menschenrettung – Notfalltüröffnungen etc. – bei 41 Verkehrsunfällen zur Stelle sein. Für vier Unfallopfer kam leider jede Hilfe zu spät. Auch wenn Langen 2017 von Unwetterereignissen weitgehend verschont geblieben ist, ist die Feuerwehr auf dieses Einsatzfeld vorbereitet. „Wer die Medien verfolgt weiß, dass Sturm- und Starkregenereignisse zunehmen werden“, betont Stöcker. Auch Waldbrände oder Stromausfälle seien Szenarien, auf die man sich verstärkt einrichte.

Die Zahl der Fehlalarme ging im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent zurück. „Die meisten Fehlalarme wurden von Brandmeldeanlagen und privaten Heimrauchmeldern verursacht“, weiß Stöcker. „Zu betonen ist trotzdem: Brandmeldeanlagen und gerade private Rauchmelder ermöglichen immer wieder durch frühzeitige Alarme das schnelle Eingreifen der Feuerwehr!“

Dachstuhlbrand am Lutherplatz in der Silvesternacht: Bilder

Dass die Langener Wehr im Berichtsjahr die gesetzlich festgeschriebene Hilfsfrist von zehn Minuten zwischen Alarm und Eintreffen am Einsatzort „nur“ in 94,74 Prozent der Fälle und somit erstmals unter der im Brandschutzbedarfs- und Entwicklungsplan festgelegten 95-Prozent-Schwelle einhielt, sei unter anderem im steigenden Verkehrsaufkommen begründet, so Stöcker. „Aber natürlich schlägt dabei auch durch, dass immer mehr ehrenamtliche Kräfte außerhalb der Stadt arbeiten oder ihren Arbeitsplatz in Langen nicht verlassen können.“ Klarer Fall: „Wir brauchen mehr ehrenamtliche Einsatzkräfte, aber auch und gerade mehr hauptberufliches Personal.“ Aktuell zählt die Feuerwehr Langen 113 Aktive. 2017 wurden ein Quartett aus der Jugendfeuerwehr, vier zugezogene Feuerwehrleute und zwei „Seiteneinsteiger“ neu in den Reihen der Einsatzabteilung begrüßt.

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung wurden wie üblich Ehrungen und Beförderungen vorgenommen und neben dem Stadtbrandinspektor und dessen Stellvertreter auch der Feuerwehrausschuss neu besetzt – das obige Foto zeigt die Beförderten. Eine ausführliche Berichterstattung hierzu folgt in einer der kommenden Ausgaben.

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