Flugplatz-Verkauf: Egelsbach sagt Ja – aber …

Egelsbach - Einstimmiges Votum aller Gesellschafter hält NetJets im Spiel / Landrat: „Weitreichende Verpflichtungen zum Schutz der Bevölkerung“

US-Milliardär Warren Buffett hat nach wie vor seinen Fuß fest in der Tür zum Egelsbacher Flugplatz: In der Gesellschafterversammlung der Hessischen Flugplatz GmbH stimmte gestern auch der Vertreter Egelsbachs für einen Verkauf der Anteile an die Firma NetJets (die zum Imperium des reichsten Manns der Welt gehört) sowie einen Flugplatzentwicklungsplan, der einen weiteren Ausbau vorsieht. Die anderen Gesellschafter hatten bereits vor einer Woche ihr Okay (vorbehaltlich dem Plazet ihrer Gremien) gegeben. Doch ob die Egelsbacher Zustimmung so viel wert ist, wie es sich die Verantwortlichen der HFG – allen voran Aufsichtsratsvorsitzender Landrat Peter Walter – erhoffen, ist fraglich. Denn nach wie vor müssen die Gemeindevertreter den Verkauf absegnen. Dies soll am 5. März geschehen. Und so wie die Zeichen derzeit stehen, ist eine Mehrheit dafür äußerst fraglich.

„Wir hatten positive Gespräche mit den Vertretern von NetJets, haben Antworten auf viele Fragen bekommen und konnten einiges klären“, sagte Bürgermeister Rudi Moritz gestern. „Dies war für den Gemeindevorstand Anlass zur Zustimmung.“

„Die Gemeinde und NetJets sind übereingekommen, dass spezielle Egelsbacher Belange zum Flugverkehr oder zur Lärmbelastung in einem separaten Vertrag festgeschrieben werden“, teilte die HFG gestern mit. Sie machte zudem erstmals Angaben zur Kaufsumme: 3,749 Millionen Euro will NetJets für die Anteile bezahlen, die dann anteilig an die bisherigen Gesellschafter fließen würden. Zudem übernehme der Käufer sämtliche Darlehensverbindlichkeiten und stelle die Verkäufer von laufenden Betriebsverlusten frei.

NetJets biete die Gewähr für eine „maßvolle Flugplatzentwicklung“, sagte Landrat Walter. Sie trage sowohl den flugbetrieblichen Erfordernissen als auch den Belangen der Bürger des Flugplatzumfeldes, wie sie im Gesellschafterbeschluss aus dem Jahr 1998 beschrieben seien, Rechnung. NetJets sei ein Partner, „der mit den Anrainerkommunen und zu deren Wohl zusammenarbeiten wolle“, betonte der Landrat. Deshalb solle ein Beirat mit den Bürgermeistern Egelsbachs, Erzhausens und Langens sowie einem Vertreter des Kreises ins Leben gerufen werden, der die Einhaltung des Flugplatzentwicklungsplanes überwachen soll.

NetJets gehe „weitreichende Verpflichtungen zum Schutz der Bevölkerung ein“, heißt es in der HFG-Mitteilung weiter: Dazu gehöre der Ausschluss von planmäßigem Linien- und Charterflugverkehr, die Beibehaltung der bisherigen Betriebszeiten (7 bis 21 Uhr) sowie der Begrenzung auf 100 000 Flugbewegungen im Jahr. Allerdings soll der äquivalente Dauerschallpegel um zwei dB(A) erhöht werden, zudem könnten dann Flugzeuge bis 25 Tonnen (bislang 20) starten und landen. Auch diese Begrenzungen sollen laut HFG verbindlich festgeschrieben werden.

Ob dies die Skeptiker überzeugt, ist überaus fraglich. Auf jeden Fall dürfte es bei der Bürgerversammlung, die für Mittwoch, 11. Februar (19 Uhr, Bürgerhaus), geplant ist, hoch hergehen – ebenso wie bei der Parlamentssitzung am 5. März. Und zudem steht da ja immer noch das Bürgerbegehren im Raum, das die Flugplatzgegner initiieren wollen.

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