JANUSZ-KORCZAK-SCHULE Kreistag bewilligt 2,7 Millionen für Ausbau

Förderbedarf steigt stetig

Doppelte Freude: An der Janusz-Korczak-Schule freut man sich nicht nur über den Beschluss zur Erweiterung, sondern auch über einen 500 Euro Scheck für den Förderkreis. Das Ehepaar Elisabeth und Herbert Becker hat das Geld anlässlich seiner diamantenen Hochzeit gesammelt. Albrecht Pockrandt (links), Vorsitzender des Förderkreises, kann das Geld zur Anschaffung neuer Pausenhofspiele gut gebrauchen. Foto: Jost

Langen – Die Janusz-Korczak-Schule (JKS) wird deutlich erweitert: Der Kreistag bewilligte jetzt fast 2,7 Millionen Euro. Mit dem Geld soll ein Modulbau mit vier Klassenzimmern, zwei Gruppen- sowie Hauswirtschafts- und Nebenräumen entstehen. VON MARKUS SCHAIBLE

Angesichts der finanziellen Lage des Kreises muss allerdings das Regierungspräsidium der Ausgabe noch zustimmen.

Trotz einer zunehmenden Zahl von Schülern im inklusiven Unterricht an Regelschulen wächst auch die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die an den Schulen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung unterrichtet werden müssen. Drei Schulstandorte gibt es im Kreis (neben Langen noch Rodgau und Heusenstamm) – an allen dreien sind die Kapazitäten nach Auskunft des Kreisausschusses erschöpft. Und die Korczak-Schule ist die einzige von ihnen, auf deren Gelände noch Erweiterungskapazitäten vorhanden sind.

Bereits im Schuljahr 2018/19 hat die Schule am südlichen Ende der Zimmerstraße einen zweiklassigen Modulbau erhalten; aktuell werden dort etwa 90 Schüler unterrichtet. Trotz der Bildung einer dritten Kooperationsklasse mit einer Regelschule zum Schuljahr 2019/20 nimmt auch die JKS 20 Kinder neu auf.

Perspektivisch – so der Kreisausschuss – halte diese Entwicklung an, sodass die Janusz-Korczak-Schule zum Schuljahr 2020/21 zwingend zusätzliche Unterrichtsräume benötige. Eine interimsmäßige Lösung mit Containerbauten sei aufgrund der besonderen Anforderungen an den Förderschwerpunkt geistige Entwicklung ausgeschlossen. Die Ausschreibung des Modulbaus müsse deshalb noch vor der Sommerpause erfolgen.

Die Erweiterung der JKS könnte nach Ansicht des Kreisausschusses auch Auswirkungen auf die anderen beiden Standorte haben: Über eine Verschiebung der Einzugsbereiche bestehe die Möglichkeit, die Förderschulen in Heusenstamm und Rodgau zu entlasten.

An der Korczak-Schule ist die Freude über die Entscheidung des Kreises riesig: „Wir brauchen das dringend“, sagt die stellvertretende Leiterin Iris Radloff. In der Vergangenheit sei die Einrichtung bereits zweimal durch Pavillons erweitert worden, der jetzige Modulbau werde auch mittelfristig helfen.

Seit Jahren würden mehr Schüler neu an die JKS kommen als abgehen; auch der Bedarf an Inklusionsklassen steige ständig. Da die Schule auch Beratungs- und Förderzentrum (BFZ) in den Bereichen geistige sowie körperlich motorische Entwicklung für Kreis und Stadt Offenbach ist, kennt Radloff die Gründe dafür. So seien durch den medizinischen Fortschritt die Überlebenschancen bei Säuglingen deutlich gestiegen. Zudem handele es sich oft um Flüchtlingskinder, die in ihren Herkunftsländern nie beschult worden seien und die den Förderschwerpunkt geistige Entwicklung hätten.

„Als wir vor rund sechs Jahren als BFZ anfingen, hatten wir elf Kinder in Inklusionsklassen, heute sind es über 100“, verdeutlicht Radloff. Und zum neuen Schuljahr reiche eine neue Klasse an der JKS und eine neu geschaffene Inklusionsklasse an der Albert-Einstein-Schule (in die Inklusions-Kinder aus der Albert-Schweitzer-Schule wechseln, wodurch dort Plätze frei werden) nicht aus, um alle 20 neuen Kinder unterzubringen: „Wir müssen auch bestehende Klassen auffüllen.“ Berücksichtige man dann noch den Aufnahmestopp an den beiden Ostkreisschulen, sei der Erweiterungsbedarf überdeutlich.

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