Kein warmes Essen mehr an Dreieichschule

Förderverein in Not: Mensaküche bleibt kalt

+
Nach den Herbstferien gibt's an der Dreieichschule mittags kein warmes Essen mehr.

Langen - Der Förderverein der Dreieichschule zieht die Reißleine: Nach den Herbstferien (also ab kommendem Montag) wird es in der Mensa kein warmes Essen mehr geben. Und die Cafeteria im Hauptgebäude bleibt vorübergehend geschlossen. Von Markus Schaible

Dass der Förderverein des Gymnasiums durch den Betrieb beider Einrichtungen in große finanzielle Not geraten ist, haben die Verantwortlichen bereits vor Wochen kundgetan (unsere Zeitung berichtete). So musste unter anderem der gastronomische Leiter wegen des Geldmangels entlassen werden. Offensichtlich ist es dem Vorstand aber nicht geglückt (auch nicht in Gesprächen mit der Schulleitung), kurzfristig eine Lösung für die Probleme zu finden.

„Aus einer gleichermaßen personellen wie finanziellen Not heraus sind wir gezwungen, den Mensabetrieb auf das Angebot der Cafeteria zu reduzieren und somit keine warme Mittagsverpflegung mehr anbieten zu können“, heißt es in dem Schreiben, mit dem der Förderverein nun Schüler, Eltern und Lehrer über die drastische Einschränkung des Angebots informiert. Weiterhin geben wird es Brötchen, Snacks, Getränke und Ähnliches, sagt Angelika Ilies, Pressewartin des Vereins. Dies wird in der Mensa in der alten Schulturnhalle verkauft, die Cafeteria im Hauptgebäude bleibt vorläufig zu.

Massive Konkurrenz in der Umgebung

„Seit Beginn – und auch zukünftig – haben wir es mit massiver Konkurrenz von Anbietern aus der nahen Umgebung zu tun“, begründet der Vereinsvorstand mit Blick auf Pizzerien, Bäcker und Döner-Läden die Entscheidung: „Die Schüler werden vielfältige Lokalitäten nennen können.“

Auch sei es schwierig, die richtige Balance zwischen schmackhaftem, gesundem, aber gleichzeitig günstigem Essen zu finden. „Der Umsatz, den warmes Essen abwirft, kann die Personalkosten bei Weitem nicht auffangen, denn täglich sind viele kleine Schritte notwendig – von der Bestellverwaltung über die Warenannahme und -prüfung, dem Erwärmen, Anrichten und Ausgeben bis zum Spülen.“

Aus den Fehlern der Vergangenheit lernen

Es sei keine leichte Aufgabe, die Erwartungshaltung (lecker, nahrhaft und billig) zu erfüllen, zumal sich „Land, Kreis und Stadt finanziell aus der Verantwortung ziehen“, beklagt der Vorstand des Fördervereins: „Wer selbst einkauft und selbst kocht, kann nachvollziehen, dass Qualität ihren Preis hat.“

Allerdings solle die drastische Einschränkung des Angebots nicht von Dauer sein. Es werde bereits nach einer neuen, adäquaten Mensaleitung gesucht. Um aus „den sicherlich gemachten Fehlern der Vergangenheit zu lernen“, wolle der Vorstand dies aber nicht überstürzt, sondern konzentriert und mit der notwendigen Ruhe angehen.

Doch das Gremium um seinen Vorsitzenden Volker Worringer macht auch unmissverständlich klar: „Sollten wir letztendlich keine angemessene und zukunftssichere Lösung finden, sind wir als Verein gezwungen, die Verantwortung für den Mensabetrieb abzugeben.“ Doch augenblicklich sei der Förderverein „mehr als gewillt und bereit, die Aufgabe zu stemmen“.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare