Werbetour auf Französisch

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Die junge Französin Laura Khiyachi macht mit dem FranceMobil bei Fünftklässlern der Dreieichschule Werbung für ihre Muttersprache. 

Langen - Es ist als zweite Fremdsprache bei vielen Schülern nicht die erste Wahl: Das Französische schreckt mit seiner ungewohnten Aussprache, den grammatikalischen Unterschieden und seiner Rechtschreibung viele deutsche Schüler ab. Von Sina Gebhardt

Dabei ist es nicht schwieriger oder leichter zu erlernen als seine Konkurrenten Latein und Spanisch. Um die Gymnasiasten zu motivieren, sich für die Sprache unseres Nachbarlandes zu entscheiden, erhielt die Dreieichschule nun wieder Besuch vom FranceMobil.

Nach dem Vorbild der DeutschMobile, die seit 2000 durch Frankreich touren, bereisen nun seit mittlerweile zehn Jahren auch die FranceMobile ganz Deutschland. Bundesweit macht das „kleine französische Kulturinstitut auf Rädern“ auf Anfrage kostenlos Halt an Schulen, wo die jungen Lektoren das Interesse der Schüler an Land und Sprache wecken wollen. Dieses Schuljahr sitzt in Hessen die Französin Laura Khiyachi hinterm Steuer des Renault Kangoo, der Spiele, Musik und Poster, sprich gute Laune geladen hat.

„Eine neue Sprache zu erlernen ist immer schwierig“

Seit an der Dreieichschule auch Spanisch in den Auswahltopf der zweiten Fremdsprache geworfen wurde, glauben viele, damit die bessere – oder vor allem leichtere – Wahl zu treffen. Aber Französischlehrerin Claudia Gaubatz weiß: „Eine neue Sprache zu erlernen ist immer schwierig, egal ob es nun Spanisch, Latein oder Französisch ist.“ Das FranceMobil besucht bereits seit einigen Jahren das Gymnasium, um den Schülern zu zeigen, dass es keinen Grund gibt, sich ausgerechnet vor dieser Fremdsprache zu fürchten.

So dürfen die fünf Klassen der Jahrgangsstufe 5, die Englisch statt Französisch als erste Fremdsprache haben, jeweils eine Unterrichtsstunde mit Laura verbringen. Die sympathische Lektorin führt die Kinder mit spielerischen Übungen an ihre Muttersprache heran, lässt beispielsweise beim „franco-allemande“-Memory länderspezifische Pärchen suchen, wie den ICE und TGV oder Angela Merkel und François Hollande. Auch wenn Laura fast ausschließlich Französisch mit den Schülern spricht, scheint es keine Verständigungsprobleme zu geben: Die Jungen und Mädchen sind mit offensichtlicher Begeisterung und Spaß bei der Sache.

Freude an ihrer Arbeit

Auch die Französin hat Freude an ihrer Arbeit – eine gute Voraussetzung, da sie selbst gerne Lehrerin werden möchte. Das Programm der Lektorin passt sich immer der Altersstufe an, bei der sie im Einsatz ist, da sie Kindergärten, Grund- und weiterführende Schulen besucht. Doch auch in Langen gestaltet sie jede Unterrichtstunde anders: „Ich mache pro Klasse immer unterschiedliche Spiele, damit auch ich Abwechslung habe und mir nicht langweilig wird.“

Lauras Khiyachis Motivation, als Lektorin durch Hessen zu rollen, ist – ganz im Sinne des „fahrenden Kulturinstituts“ – die deutsch-französische Zusammenarbeit zu fördern: „Ich finde es wichtig, dass Deutsche und Franzosen gegenseitig die Sprache lernen.“ Zusammen wurden die Programme DeutschMobil und FranceMobil 2004 für ihr Engagement mit dem Adenauer-de-Gaulle-Preis ausgezeichnet.

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