FranceMobil will Schüler begeistern

Französisch im Schnelldurchlauf

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Von „Ich heiße ...“ bis „Ich esse am liebsten ...“ – der Würfel entscheidet, welchen Satz die Sechstklässler der Dreieichschule aufsagen müssen. Was Laurine Sarazin von FranceMobil „Jackpot“ nennt, ist die Kurzvorstellung in fünf französischen Sätzen.

Langen - Spielerisch für die französische Sprache und Kultur begeistern – das ist die Mission des FranceMobils. Das Programm war wieder mal zu Gast an der Dreieichschule und erteilte den Sechstklässlern einen Crashkurs in der Sprache. Von Julia Radgen 

Das ist wichtig – denn Spanisch läuft Französisch den Rang ab, was die Fremdsprachenwahl angeht. Als die Musik stoppt, hält der Schüler den gelben Schaumstoffwürfel in der Hand – nun muss er werfen. „Jackpot, Jackpot, Jackpot“, skandiert die Klasse 6a und lässt ein enttäuschtes „Oooh“ vernehmen, als der Würfel nur ein Auge zeigt. Das bedeutet, nur der erste Satz muss aufgesagt werden. „Je m’appelle Felix“, sagt der Dreieichschüler mit zögerlichem Blick auf die Tafel. „Super!“ , lobt Laurine Sarazin, bevor sie die Musik wieder anstellt und die Schüler den Würfel weiter im Kreis gehen lassen.

Die 23-jährige Sarazin ist „Botschafterin“ der französischen Sprache. Als Lektorin des FranceMobils, einem 2002 gegründeten Programm von Robert-Bosch-Stiftung und Französischer Botschaft, ist die Muttersprachlerin an Schulen in ganz Hessen unterwegs. Bereits seit gut zehn Jahren ist das Projekt zu Gast am Langener Gymnasium, sagt Französischlehrerin Claudia Gaubatz. „Ich war seit den Herbstferien damit beschäftigt, das FranceMobil für unsere Sechstklässler zu organisieren.“ Mit dem Französisch-Crashkurs, den alle fünf sechsten Klassen durchlaufen – außer jener mit Französisch als erster Fremdsprache – will das Gymnasium den Schülern Lust machen, Französisch als zweite Fremdsprache zu wählen. „Wir kriegen mit Müh und Not zwei Kurse zusammen“, sagt Gaubatz bedauernd. Seitdem die Schule neben Französisch und Latein noch Spanisch anbiete, gebe es einen „Spanisch-Hype“ bei den künftigen Siebtklässlern.

„Spanisch könnt ihr innerhalb von Europa nur in Spanien sprechen, vielleicht noch in Portugal“, wirbt Sarazin bei den Dreieichschülern für die Sprache des Nachbarlandes. Französisch hingegen könne man neben Frankreich selbst in Luxemburg, Belgien und der Schweiz sprechen – ganz zu schweigen von den vielen weiteren Ländern weltweit.

Neben der Sprache – nach dem Besuch können die Schüler nicht nur formulieren, wie sie heißen, sondern auch, wo sie wohnen und was ihr Lieblingsessen ist – steht die Kultur auf dem Programm. Sarazin zeigt den Dreieichschülern ein kleines Video über Paris, was für Jubel im Klassenzimmer sorgt, und hat Musik des französischen DJ-Duos Ofenbach sowie des Belgiers Stromae im Gepäck, der mit „Alors on danse“ („Lasst uns tanzen“) bekannt wurde.

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Zum Schluss fragen die Schüler die junge Französin noch über die Mona Lisa und den Eiffelturm aus. „Er ist 324 Meter hoch“, schärft Sarazin ihnen ein. Dann ist der Besuch des FranceMobils schon vorbei. Ob er die Schüler wirklich dazu verleitet, sich nächstes Jahr für den Französischkurs zu entscheiden, vermag Lehrerin Gaubatz nicht zu sagen: „Da spielt immer hinein, welche Sprache die Freunde oder Geschwister wählen.“ In einem ist sie sich aber sicher: „Das macht den Schülern viel mehr Spaß, als wenn wir Lehrer die Sprache vorstellen.“

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