Freie Wähler vs. Freie Wähler

Langen - Als ob es bei der Kommunalwahl nicht schon genug zu beachten gäbe (Stichworte: Kumulieren und Panaschieren) - jetzt sorgen auch noch die Freien Wähler für Konfusion. Von Jenny Bieniek

Denn Freie Wähler sind nicht mehr länger Freie Wähler – und wo FWG draufsteht, ist nicht unbedingt FWG drin. So steht beispielsweise die Langener FWG-NEV gewissermaßen in Konkurrenz zur Kreis-FWG. Die (bei der Kreistagswahl als Liste 6 mit Namen Freie Wähler Gemeinschaft – Bürger für den Kreis Offenbach, kurz: FWG – die Bürger vertreten) kooperiert in Langen mit der UWFB.

Hintergründe dazu erläuterten jetzt Vertreter von UWFB und FWG – die Bürger bei einer Pressekonferenz in Langen: Hinter der ebenfalls antretenden Liste „Freie Wähler Kreis Offenbach“ (FW-OF) verberge sich die Langener FWG-NEV um ihren Vorsitzenden (und früheren Kreis-FWG-Fraktionsvorsitzenden) Heinz-Georg Sehring, erklärte FWG-Kreischef Rudolf Schulz. Interne Differenzen hätten zu dieser Abspaltung geführt: „Langen ist ein Sehring-Wahlverein.“

„Die Freien Wähler-Bürger auf Liste 6 sind das Original“, betont Rudolf Schulz, der zusammen mit seinen Kollegen künftig die Interessen der Langener im Kreis vertreten will. Und dazu wie gesagt mit der UWFB zusammenarbeiten will.

Deren Ziel, eine Anlaufstelle im Kreis zu haben, deckte sich mit der Suche der FWG nach einem Kontakt in Langen. Die daraus resultierende „Kooperation“ sehen beide Seiten als Gewinn. Ob die UBFW langfristig auch FWG-Mitglied wird, sei jedoch noch offen, erklärt Vorsitzender Michael Kraus.

So weit – so klar. Dennoch: Dass sich im Kreis gleich zweimal Freie Wähler (die darüber hinaus auch über sehr ähnlich klingende Internetadressen verfügen) um Stimmen bewerben, dürfte bei den Wählern für einige Verwirrung sorgen. Die „neue“ FW-OF werbe auf ihrer Internetpräsenz ebenfalls mit der orangefarbenen Sonne – dem Logo der Freien Wähler. „Das wird noch eine interessante juristische Auseinandersetzung“, mutmaßt Schulz und bedauert, dass diese nicht mehr im Vorfeld der Kommunalwahl zu realisieren gewesen sei. In anderen Städten sei ihnen dagegen zumindest die Verwendung des Logos auf Plakaten bereits verboten worden, und auch in Langen ziert die Sonne lediglich die Wahlplakate der FWG-NEV, nicht aber die der FW-OF. Trotzdem hofft Schulz, dass die Bürger sich durch den Wirrwarr nicht täuschen lassen: „Entschieden wird an der Wahlurne.“

Dass UWFB und FWG – die Bürger politisch gut harmonieren, davon sind beide Seiten überzeugt. „Wenn wie bei uns mehr als 50 Prozent der Ansichten übereinstimmen, sind wir auf einem guten Weg“, glaubt Kraus. Auch Schulz ist überzeugt, die örtlichen Bedürfnisse und Interessen im Kreis gut vertreten zu können: „Da wird zusammenwachsen, was zusammengehört.“ Zwar sei man nicht in allen Punkten einer Meinung, denn während sich die UWFB beispielsweise für den Ausbau der Kiesgrube ausspricht, sind die Freien Wähler auf Kreisebene dagegen. Aber: „Was das angeht, werden wir den Kreis schon noch überzeugen“, gibt sich Kraus optimistisch.

Auf der Kandidatenliste von FWG – die Bürger ist die UWFB noch nicht vertreten. Die Langener wollen sich zunächst lokal einbringen. Kraus ist zuversichtlich, nach der Wahl mit ein oder zwei Stadtverordneten ins Parlament einziehen zu können. „Die für unsere Kandidatur benötigten 100 Unterschriften hatten wir binnen 14 Tagen zusammen, es gab viele positive Reaktionen“, so Kraus. Zwar verfüge sein Team bislang nur über wenig politische Erfahrung im Parlament, dafür seien die Kandidaten aber „ein guter Querschnitt hinsichtlich Alters- und Berufsspanne, allesamt in Vereinen verwurzelt“.

Rubriklistenbild: © tommyS / Pixelio.de

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