Freie Wähler stellen zweiten Kreisel in Frage

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Die Kreiselbaustelle an der Mörfelder Landstraße nahm die FWG in Augenschein. Unverständnis herrschte darüber, dass die Arbeiten in den vergangenen Wochen kaum vorankamen.

Langen - Die FWG-NEV hält den geplanten Kreisverkehr an der Kreuzung Mörfelder Landstraße/Pittlerstraße/Wilhelm-Burk-Straße für verzichtbar. Von Markus Schaible

Der Bereich sei in einem hervorragenden Zustand, betonte Heinz-Georg Sehring, der Vorsitzende der Freien Wähler, bei einer Besichtigung der Großbaustelle westlich der Bahn, an der ja bereits der Kreisel an der Berliner Allee fast fertiggestellt ist. Der sehe im Übrigen schon jetzt sehr gut aus, fand Sehring: „Das wird ein ganz anderer Eingang zur Stadt als früher. “.

Gar nicht gut schaut aus Sicht der FWG-Spitze und der rund zwei Dutzend Mitglieder und Sympathisanten bei der Besichtigungstour dagegen der Bereich Berliner Allee/Forstring aus. Deshalb die ganz klare Forderung Sehrings: Bevor überhaupt an einen Baubeginn für den zweiten Kreisel gedacht werde, müsse der Anschluss des ersten an Oberlinden fertiggestellt sein. „So kann man den Eingang zu einem etablierten Wohngebiet nicht lassen“, sagte der FWG-Chef und traf damit auf breite Zustimmung. Und da man aus der Stadt ja kenne, dass Baukosten letztlich um 20 oder 25 Prozent überschritten würden, sei es umso wichtiger, diesen Bereich vorzuziehen: „Nicht, dass hinterher das Geld nicht reicht.“

Verzicht auf Kreisel prüfen

Aber selbst dann, wenn die Finanzmittel noch in ausreichender Form vorhanden wären, sollte seiner Meinung nach der Kreisverkehr an der Pittlerstraße zur Disposition gestellt werden. „Als früher Pittler, AMP und andere Firmen mit mehreren tausend Mitarbeiter noch da waren, hat die Kreuzung auch gut funktioniert“, betonte Sehring. Jetzt fließe dort erheblich weniger Verkehr.

Die Verwaltung solle mit dem Land verhandeln, ob es möglich sei, auf den Kreisel zu verzichten, ohne dass die Zuschüsse für die Gesamtmaßnahme verloren gehen, forderte Sehring. Die FWG werde eine Anfrage zu diesem Themenkomplex einbringen, um rasch Fakten zu erhalten, kündigte Fraktionschef Jürgen Rettig an.

Auf der Baustelle tut sich nicht viel

Thema des Rundgangs war natürlich auch die Zeitverzögerung bei der Fertigstellung von Kreisel Nummer eins. Die oberste Schicht des Fahrbahnbelags könne nur aufgebracht werden, wenn es zuvor längere Zeit trocken gewesen sei, hatte eine Teilnehmerin kürzlich von Erstem Stadtrat Klaus-Dieter Schneider erfahren. Dies leuchtete zwar ein, nicht aber, dass sich wochenlang fast gar nichts an der gesamten Großbaustelle getan habe, obwohl der Winter ja nun wirklich kein richtig strenger sei. Es gebe genug Bereiche, in denen hätte gearbeitet werden können, meinte nicht nur Sehring – und wieder ging der Blick Richtung Anschluss an den Forstring.

Anwohner der Dieselstraße blicken indes schon auf den Zeitpunkt voraus, wenn die Baustelle verschwunden ist: Angesichts des zu erwartenden Verkehrsaufkommens sei eine Ausfahrt auf die Mörfelder Landstraße Richtung Innenstadt dann nahezu unmöglich, befürchten sie. Betroffen seien auch einige Grundstücke an der Hauptstraße selbst. Auch da wollen die Freien Wähler kritisch nachfragen, kündigte Sehring an.

Ansonsten sehe die Umgestaltung der Mörfelder Landstraße ganz gut aus, befand der FWG-Chef. Es gebe Platz für reichlich Grün. Auch lobte er die erhöhten Bordsteine an den Bushaltestellen, die das Einsteigen erleichtern.

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