Tor der Freundschaft offiziell eingeweiht

Symbol für Frieden und Toleranz

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Nach der Einweihung hoch im Kurs: Erinnerungsfotos am Tor der Freundschaft, Langens neuer Sehenswürdigkeit.

Langen - Mit einem großen Fest ist am Samstag das Tor der Freundschaft an der Tarsus-Anlage eröffnet worden. Von Markus Schaible

Dazu haben sich nicht nur viele Langener sowie Besucher aus den Partnerstädten am Stresemannring eingefunden, sondern auch zwei ganz besondere Gäste: Kleopatra und Marcus Antonius.

Huldvoll winkt die ägyptische Königin Kleopatra ins Volk und auch der römische Feldherr Marcus Antonius grüßt von der Galeere. Vorneweg scheucht ein Sklaventreiber einen Sklaven vor sich her. So, wie das Leben eben gewesen sein wird vor mehr als 2000 Jahren in der damaligen Hafenstadt Tarsus, in der sich das spätere Traumpaar der Antike erstmals traf.

Okay, die Galeere ist heute ein Segelboot, das auf einem Hänger mit Elektroantrieb vom Lutherplatz her zur Tarsus-Anlage rollt, die Wellen bestehen aus Plastikfolie und werden von Kindern bewegt, Kleopatra und Marcus Antonius sind türkische Schauspieler und der Sklaventreiber heißt Stefan Löbig und ist Fraktionschef der Langener Grünen. Aber die Überraschung zur Einweihung des Tors der Freundschaft, für das das Kleopatra-Tor in Langens türkischer Partnerstadt Pate stand, ist gelungen. Es gibt reichlich Beifall, als die beiden Schauspieler ihre Galeere verlassen.

Kleopatra und Marcus Antonius grüßen aus der Galeere.

Dann ist erst einmal der offizielle Teil dran. Ein solches Bauwerk, zumal mit solcher Symbolkraft, will ausführlich gewürdigt werden. Denn, so Bürgermeister Frieder Gebhardt, es ist Ausdruck nicht nur „einer wunderbaren Freundschaft mit unserer Partnerstadt Tarsus“, sondern auch gewidmet „der Beziehung zu unseren Partnerstädten Romorantin, Long Eaton und Aranda de Duero“. Und mehr als das, so der Bürgermeister: „Es steht darüber hinaus für die Freundschaft zwischen gut hundert Nationen in Langen und zwischen den Völkern ganz allgemein. Was sie sehen, sind zwei gemauerte Pfeiler, durch einen Bogen verbunden. Man könnte auch sagen – eine Brücke.“ Und so ruft Gebhardt den Einweihungsgästen zu: „Lassen Sie dieses Freundschaftstor eine Brücke der Kulturen zueinander sein.“ Aber nicht zuletzt sehe er im Tor der Freundschaft auch ein besonderes Schmuckstück, betont der Langener Bürgermeister: „Mit diesem monumentalen Eingang zur Tarsus-Anlage hat Langen ab heute eine neue Sehenswürdigkeit.“

Sein türkischer Amtskollege Burhanettin Kocamaz erinnert daran, wie die Idee für das Tor vor ziemlich genau zwei Jahren anlässlich der Feiern zum 20-jährigen Bestehen der Partnerschaft zwischen Tarsus und Langen entstand. Damals war die Grünanlage am Stresemannring offiziell in Tarsus-Anlage umbenannt worden. „Ich wünsche mir, dass alle Menschen, die ab jetzt durch dieses Tor gehen, an Tarsus und an die Kraft der Freundschaft denken“, sagt Kocamaz.

Impressionen der Tor-Einweihung

Tor der Freundschaft eröffnet

Einen „Meilenstein in unserer Städtepartnerschaft“ nennt Fuat Togo, stellvertretender Vorsitzender des Türkisch-Deutschen Freundschaftsvereins Tarsus, das vom Langener Pendant der Vereinigung mit Spenden finanzierte Tor. Es möge auch Ausdruck der gemeinsamen Werte der Menschen aus unterschiedlichen Kulturen, Sprachräumen und Religionen sein, so Togo: „Ich wünsche mir, dass dieses Tor von nun an die gemeinsame Sprache all derer sein möge, die zwar verschiedene Sprachen sprechen, aber die alle Frieden, Toleranz und Zusammenarbeit wollen.“

Nach diesen und noch ein paar Reden mehr kommen dann die Scheren zum Einsatz; das rote Band wird durchschnitten und zum ersten Mal dürfen die Langener und ihre Gäste aus den Partnerstädten durch das Tor schreiten. Dahinter erwartet die Kinder Aktionen des Spielmobils; auf der Straße vor der Grünanlage präsentiert sich eine Volkstanzgruppe aus Nord-Zypern; Speisen und Getränke stehen ebenfalls zur Verfügung. Und so kann das Einweihungsfest stimmungsvoll ausklingen.

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