Gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit

Dreistädtetreffen will freundschaftliche Bande stärken

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Zum Empfang des Dreistädtetreffens konnten Bürgermeister Frieder Gebhardt (links) und Fritz-Jürgen Becker (rechts) die Kulturbeauftragte Hélène Le Déan (Romorantin) und Bürgermeisterin Sue Beardsley (Long Eaton) begrüßen. Die türkische Delegation vertrat Mehmet Canbolat. Vor der Stadthalle wurden die Flaggen gehisst. 

Freundschaften müssen gepflegt werden: Dieser Ansicht sind auch die Stadt langen und der Fördererkreis für europäische Partnerschaften um den Vorsitzenden Fritz-Jürgen Becker.

Langen – Gemeinsam laden sie die Partnerstädte Romorantin-Lanthenay (Frankreich), Long Eaton (England), Aranda de Duero (Spanien) und Tarsus (Türkei) über Pfingsten in die Sterzbachstadt ein.

Doch der Einladung folgt nicht jeder, sodass die Runde letztlich kleiner ausfällt: Aranda de Duero in der spanischen Provinz Burgos hält zur Zeit Regional- und Kommunalwahlen ab. Und auch der neue Bürgermeister der türkischen Stadt Tarsus, Dr. Haluk Bozdogan, kann nicht kommen. Eine türkische Delegation trifft erst am Abend nach der offiziellen Begrüßung am Samstag ein. Mit Tarsus ist Langen zudem nicht verschwistert, sondern pflegt seit 1991 eine kommunale Freundschaft. Dass manche Gäste nicht kommen können, bedauert Becker: „Das ist natürlich sehr schade. Mit der Bürgermeisterin aus Aranda de Duero haben wir fast schon familiären Kontakt. Da hätte es uns gefreut, sie und weitere Vertreter wiederzusehen.“

Sowohl aus Frankreich als auch aus England sind jeweils etwa 35 Repräsentanten angereist. Die meisten von ihnen sind während des Wochenendes bei Gastfamilien untergebracht.

Zum Auftakt des gemeinsamen Pfingstwochenendes hissen die politischen Vertreter vor der Stadthalle gemeinsam die Flaggen. Das Musikschulorchester spielt dazu die jeweiligen Nationalhymnen. Bürgermeister Frieder Gebhardt, Kulturbeauftragte Hélène Le Déan (Romorantin-Lanthenay) und Bürgermeisterin Sue Beardsley (Long Eaton) betonen in ihren Reden, wie bedeutend der Zusammenhalt der Städtepartnerschaften in einem zerrissenen Europa sei. „Unsere Städtepartnerschaften sind wichtig, denn sie relativieren übersteigertes Nationalbewusstsein und die daraus resultierenden populistischen Forderungen. Mit unseren regelmäßigen Treffen stärken wir Demokratie und Frieden und begegnen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz“, sagt Gebhardt.

Der Rathaus-Chef verweist dabei auf die Geschichte des Kontinents und betont zudem die Grundpfeiler des Grundgesetzes: Gleichberechtigung, Würde und Toleranz. „Geleitet vom Geist eines vereinten Europas hat die Stadt Langen die Arme ausgestreckt, um sich mit Städten in anderen Ländern zu verbrüdern.“ Durch diese Städtepartnerschaften sei es möglich, Jugendliche aus den beteiligten Ländern zusammenzubringen. „Diese junge Generation wird den Kontinent in die Zukunft führen mit all ihren Prägungen und Erfahrungen, die sie jetzt machen“, sagt Gebhardt.

Auch die Kulturbeauftragte Hélène Le Déan lobt das Verhältnis. Es seien ernsthafte Freundschaften entstanden, die Vorurteile ausräumen und in der Brüderlichkeit eine wichtige Rolle spiele. „Unser Handeln ist angetrieben von dem Willen, nationalistische Worte und unmenschliches Handeln zu überwinden und für die Freundschaft zwischen den Völkern einzutreten.“ Seit 34 Jahren bemühe sich Romorantin-Lanthenay, die Beziehungen zu den Partnerstädten aufzubauen und zu pflegen.

Bürgermeisterin Sue Beardsley zollt in ihrer Ansprache dem Engagement der Partnerschaftsverbände Anerkennung: „Wir verdanken ihnen die von gutem Willen und Freundschaft geprägten, dauerhaften Beziehungen.“ Sie verweist auf sprachliche Barrieren, die die Menschen jedoch nicht daran hindern würden, miteinander zu kommunizieren.

Diese freundschaftlichen Bande sollen über das Pfingstwochenende gestärkt werden. Die Organisatoren haben sich dazu ein volles Programm ausgedacht: Am Sonntag können die Gäste das Fest der Volkstänze oder das internationale Jugendfußballturnier des 1. FC Langen besuchen. Gestern steht ein Ausflug nach Speyer an. Die Delegierten treten am heutigen Dienstag nach ereignisreichen Tagen die Heimreise an.

VON VANESSA KOKOSCHKA

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