Friedensangebot lässt Hintertür offen

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Die Winterlinde an der Darmstädter Straße.

Langen ‐ In der Auseinandersetzung um den Zustand der Winterlinde an der Darmstädter Straße 42 können die Grundstückseigentümer Rainer und Ingrid Block einen Teilerfolg verbuchen. Von Holger Borchard

Der Fachdienst Umwelt- und Naturschutz des Kreises hat das von den Blocks beauftragte Gutachten über das mehr als drei Jahrhunderte und mehr als 22 Meter hohe Prachtexemplar von Tilia cordata nicht nur „aufmerksam geprüft“: Die Behörde erklärt sich überdies bereit, die Pflegevorschläge des unabhängigen Experten in die Tat umsetzen zu lassen.

Das klingt wie ein Friedensangebot, doch das Misstrauen der Blocks räumt es nicht bedingungslos aus. Dies zum einen wegen der schlechten Erfahrungen mit sporadischen Pflegebesuchen vergangener Jahre und dem Gebaren der vermeintlichen Naturschützer seit dem „Rodungs-Schreiben“ im Oktober, vor allem aber wegen einiger Passagen, die nahe legen, dass der Kreis sich nach wie vor ein Hintertürchen offen lässt. So stellt die Behörde abermals fest: Nach Abschluss der Arbeiten muss geprüft werden, ob der Baum tatsächlich noch die Voraussetzungen erfüllt, um als Naturdenkmal anerkannt zu bleiben.

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„Der Ausstieg aus der Pflege ist also trotz des Gutachtens, das der Winterlinde gute Gesundheit und noch mindestens 100 Lebensjahre bescheinigt, offensichtlich weiter ein Thema beim Kreis“, schlussfolgert Ingrid Block. „Letztlich geht es nach wie vor um die Pflegekosten, die man sparen möchte“, liegt für sie und ihren Mann auf der Hand. Und ganz in diesem Sinne verdrehe der Kreis das Gutachten, indem er schreibe: „Im Ergebnis kommt das Gutachten ebenso wie der Kreis Offenbach zu dem Schluss, dass die Verkehrssicherheit des alten Baumes nicht mehr gegeben ist.“

Das sei mitnichten der Fall, betont Ingrid Block. „In dem Gutachten steht klipp und klar, dass die Verkehrssicherheit beeinträchtigt ist und zwar zum Teil aufgrund falscher Pflegemaßnahmen der Vergangenheit. Insofern sind wir auf ein direktes Gespräch mit den Kreismitarbeitern gespannt und ganz besonders darauf, ob diesmal ein vernünftiger Baumpflege-Betrieb damit beauftragt wird, die Vorschläge des Sachverständigen in korrekter Art und Weise umzusetzen.“

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