„Seien Sie froh, dass ich noch lebe“

Erst mal notdürftig abgedeckt: Das Dach der Gaststätte Zum Bahnhof.
+
Erst mal notdürftig abgedeckt: Das Dach der Gaststätte Zum Bahnhof.

Langen - Monika und Gerhard Sallwey stehen inmitten eines Berges aus Holz und Laub auf dem Gehweg vor ihrem Haus. Von Markus Schaible 

Was da jetzt in Einzelteile zerlegt auf dem Boden liegt, zierte bis Mittwoch um 17.15 Uhr noch den Vorgarten ihres Hauses in der Nördlichen Ringstraße. Es ist der Bereich Langens, der mit am stärksten betroffen ist.

Lesen Sie hierzu auch:

Windhose deckt Häuser ab

Unwetter zieht Spur der Verwüstung

„Wir haben Glück gehabt, dass keiner der Bäume auf eines der Häuser gefallen ist“, sagt Gerhard Sallwey. Denn die große Zeder und die Tanne vorne sind bei Weitem nicht die einzigen betroffenen Bäume: Hinterm Haus hat es eine große Birke entwurzelt; auf den Nachbargrundstücken sieht es ähnlich aus. Ein Baum ist Richtung Sallweys Haus gestürzt, hat sich dann aber in den Ästen eines anderen verfangen. „Der hätte ansonsten unser Gartenhaus platt gemacht.“

Bilder vom Surm über Langen

Schlimme Unwetterschäden

„Es war tiefschwarz, aber im Hintergrund war der Himmel quittengelb“, beschreibt Sallwey die Situation: „Da hab’ ich zu meiner Frau gesagt: Das heißt nichts Gutes.“ Sekunden später ging es los – und durch den wolkenbruchartigen Regen konnten sie gar nicht sehen, was draußen vorm Haus los war: „Wir haben gar nicht bemerkt, dass die Bäume umgefallen sind.“

Viele Autos wurden beschädigt.

„Seien Sie froh, dass ich noch lebe.“ Wirtin Melanie Bretschneider steht schon wieder hinter der Theke der Gaststätte Zum Bahnhof. Dort hat es nicht nur die unter Naturschutz stehende Platane zur Hälfte zerlegt, sondern auch einen Teil des Daches abgedeckt. „Wir haben noch gesagt: Das ist ja wie bei einem Tornado. Dann haben wir bemerkt: Es ist tatsächlich einer“, schildert sie die Minuten, als Stühle und Verkehrsschilder durch die Gegend flogen, die Häuser auf der anderen Seite nicht mehr zu sehen waren.

Gestern war dann aufräumen angesagt. „Aber das Bier schmeckt schon wieder“, ruft ein Stammgast. Und den Biergarten will Melanie Bretschneider mit neuen Stühlen und neuen Tischen so schnell wie möglich wieder öffnen.

So wütete das Unwetter in Offenbach

Heftiges Unwetter über Offenbach

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare