Frühlingskonzert der Reichwein-Schule

Kunterbunter Talentschuppen

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Das inzwischen sechste Frühlingskonzert an der Adolf-Reichwein-Schule wartete mit Musik, Gesang, Tanz und Theater auf. Das Bild zeigt ein Bläser-Ensemble, das „Eye of the tiger“ und das „Star-Wars-Theme“ spielte.

Langen - Das alljährliche Frühlingskonzert der Adolf-Reichwein-Schule hat mittlerweile eine kleine, aber feine Tradition – nicht nur wegen seiner Vorgeschichte (dazu gleich mehr). Am Donnerstag erlebte die Veranstaltung in der Aula der Schule die sechste Auflage. Von Timo Kurth

Als Musiklehrerin Christine Bechtel 2009 an die Adolf-Reichwein-Schule kommt, ist sie mit dem schäbigen Uralt-Klavier des dortigen Musikraums sichtlich unzufrieden. Kurzerhand sucht sie Sponsoren, um der Gesamtschule – bekanntermaßen ohne große Ersparnisse – ein neues Tasteninstrument zu organisieren. Ein Vorhaben, das dank breiter Unterstützung schon wenig später aufgeht. „Das erste Frühlingskonzert 2010 war tatsächlich als ein einmaliges Dankeschön für die Sponsoren des Klaviers gedacht“, berichtet Schulleiterin Elke Dürr von dieser Zeit. Nur ein Jahr später verstirbt die Koordinatorin Bechtel überraschend an den Folgen einer Krankheit. Doch der schwarze Konzertflügel, für den die damals 48-Jährige entscheidend mitverantwortlich ist, steht auch heute noch an Ort und Stelle, da das halbe Dutzend der Frühlings-Veranstaltungen voll ist. Fächerübergreifend arbeiten Schüler aller Jahrgangsstufen mittlerweile das gesamte Schuljahr über an musikalischen und künstlerischen Darbietungen, die dann gemeinsam mit den ersten Sonnenstrahlen des Jahres in der Aula präsentiert werden. Dabei ist das Programm nicht nur auf den musikalischen Teil beschränkt, so viel verrät bereits die Kunstausstellung im Eingangsbereich der Aula. „Das Konzert wächst von Jahr zu Jahr“, kommentiert Dürr zufrieden diese Entwicklung.

Das Konzert beginnt; es ist kein Sitzplatz mehr frei und diverse Besucher müssen stehend die ersten Töne erwarten. Die Jacken tragen die meisten über dem Arm, immerhin ist’s ziemlich warm – es ist eben endlich Frühling. Den Auftakt machen die Kleinsten der Schule: die Bläserklassen fünf und sechs. Beide Klassen beweisen unter der Leitung ihrer Lehrer Strebert und Macholdt und mit Hits wie „Oh when the Saints“, dass sie bereits jetzt fit für die Bühne sind. Nach dieser Eröffnung betritt Jungmoderator Benedict Prehn erstmals die Bühne. Der Jungspund, gerade mal sechste Klasse, zeigt während der Veranstaltung sein rhetorisches Talent, führt selbstbewusst durch den Abend und die verschiedenen Acts.

Im weiteren Verlauf zeigen Sänger und Musiker, was sie solistisch alles drauf haben. „Ich bin erstaunt und froh, welch grandiose Talente immer wieder von den Kollegen der Musikfachschaft entdeckt werden“, sagt Schulleiterin Dürr, während sie stolz auf die Bühne zu ihren Schülern schaut. Eines dieser Talente ist Leon Eisenbach, der eine Eigenkomposition zum Besten gibt. Virtuos und voller Ideen sorgt der Schüler, der eigentlich erst seit etwas mehr als einem Jahr Klavier spielt, für Begeisterung im Publikum. „Ich hab’ nicht viel Ahnung von Musiktheorie. Beim Komponieren höre ich vor allem auf mein Gefühl“, erklärt der 17-Jährige nach seinem Auftritt.

Auch jenseits der Musik punktet die Gesamtschule: „Was wäre, wenn die Zeit auf einmal still steht?“, fragt Johannes Korsch, Lehrer für Darstellendes Spiel, und lässt seine gleichnamige AG die Bühne erobern. Die Schüler der Klassenstufen fünf bis sieben führen in kleinen Sketchen die Bedeutung von Zeit vor Augen – so etwa morgens vor dem Spiegel, wenn man noch irgendwie rechtzeitig zur Schule muss. Begleitet vom lauten Ticken einer Uhr streifen die Schüler anschließend aufgeregt quer durch die Aula, um schließlich wie auf Kommando angewurzelt stehen zu bleiben und in sich zusammenzubrechen.

Mit der Tanzgruppe der Schule, die auf einer Kooperation mit der Tanzschule Mundt basiert, wird der Abend in der Vielfalt der Kunstformen komplettiert. Das ohnehin schon zufriedene Publikum beglückt zum Finale die beliebte Schulband um Leiter Vukovic. Sowohl mit aktuellen Hits wie „Love yourself“ von Justin Bieber oder Klassikern à la „99 Luftballons“ von Nena, liefert das Ensemble den krönenden Abschluss. „Inzwischen nimmt ein breites Spektrum der gesamten Schülerschaft teil. Diese Entwicklung freut uns natürlich sehr“, resümiert Mit-Organisator Michael Seidel.

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