Von Verein PEFC Deutschland

Langener Forst erhält erneut Nachhaltigkeits-Zertifikat

Die Urkunde bestätigt es schriftlich: Im Langener Stadtwald wird nachhaltige Forstwirtschaft betrieben. Das freut Forstamtsleiter Melvin Mika und Bürgermeister Jan Werner. Der Klimawandel kompliziert die Arbeit aber.
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Die Urkunde bestätigt es schriftlich: Im Langener Stadtwald wird nachhaltige Forstwirtschaft betrieben. Das freut Forstamtsleiter Melvin Mika und Bürgermeister Jan Werner. Der Klimawandel kompliziert die Arbeit aber.

Die Forstwirtschaft im Langener Stadtwald ist nachhaltig – das hat die Stadt nun (abermals) schwarz auf weiß. Denn der Verein PEFC Deutschland hat der Stadt als Waldbesitzer zum vierten Mal in Folge ein entsprechendes Zertifikat ausgestellt. 2007 wurde der örtliche Forst zum ersten Mal prämiert.

Langen – Für das Siegel werden zum Beispiel das Vorgehen bei der Holzernte, die Einhaltung von Umweltschutzmaßnahmen, waldbauliche Konzepte, Neupflanzungen und der Biotop- und Artenschutz untersucht und bewertet. Gepflegt und bewirtschaftet wird der Langener Stadtwald vom Landesbetrieb HessenForst, zu dem das zuständige Forstamt Langen gehört. „Das zeigt, wie wir den Wald behandeln – und dass wir alles richtig gemacht haben“, sagt Forstamtsleiter Melvin Mika über die externe Überprüfung.

„Nachhaltigkeit ist ein Leitmotiv unserer Arbeit“, betont Mika für seine Zunft. Und das nicht erst seit Neuestem, sondern schon seit über 300 Jahren. Bereits 1713 etablierte der sächsische Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz, die Idee der Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft. Dieser Grundsatz beeinflusst die Holzernte, immer noch Haupteinnahmequelle der Forstbetriebe. „Bäume werden geerntet, aber sollen natürlich wieder nachwachsen“, fasst Mika zusammen. Der Klimawandel kompliziere das, gibt der Forstwirt zu. „Wir können nicht mehr so viel Holz ernten, weil vermehrt Bäume absterben. Aber deshalb ernten wir im Forstamt Langen auch keine gesunden Bäume mehr.“ Somit gehen die Einnahmen aus dem Holzverkauf zurück. „Der Wald verursacht dann mehr Kosten als er an Gewinn einbringt“ , sagt Mika. Aber: der „Wald-TÜV“ ist ein wichtiges Kriterium für Holzkäufer in der Wirtschaft.

Im Forstamt Langen kümmern sich rund 30 Mitarbeiter in zehn Revierförstereien um insgesamt 15 900 Hektar Wald in Stadt und Kreis. Darin wachsen übrigens überwiegend Kiefern, Buchen und Eichen. Bei den Neupflanzungen reagieren die Forstleute aber auf den Klimawandel. „Wir pflanzen neue Baumarten, die mit den Temperaturen besser zurechtkommen“, erklärt Mika. „Wir passen den Wald an den Klimawandel an.“ Zudem arbeiten die Förster mit Naturverjüngung – das bedeutet, dass herabgefallene Samen von umstehenden Bäumen genutzt werden, um daraus eine neue Generation Bäume heranzuziehen – eine Methode, die nicht nur nachhaltig, sondern auch wirtschaftlich ist. Auch Bürgermeister Jan Werner lobt die Arbeit des Forstamts im Stadtwald: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind mit großem Engagement in unserem Forst aktiv. Ihre nachhaltige Tätigkeit ist ein Glück für unseren Wald“, betont der Rathauschef.

Von Julia Radgen

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