Konzerte im Hof von Schloss Wolfsgarten

Ganz besonderer Musikgenuss

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Wunderschöner Veranstaltungsort, dieses Mal allerdings nicht ausverkauft: Gleich zweimal konnten sich Musikliebhaber über Konzerte im Schlosshof freuen.

Langen - Es ist ein seltenes Vergnügen. Nur alle paar Jahre öffnen sich die Tore von Schloss Wolfsgarten für einen ganz besonderen Kulturgenuss: Open-Air-Konzerte im Schlosshof. Von Markus Schaible 

Dieses Mal waren es gleich zwei Abende hintereinander; der erste begeisterte die Besucher mit Jazz und Bigband-Sound, der zweite mit Klassik. Die Menschen kommen zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Auto und haben nur ein Ziel: das Tor zum Schloss, ansonsten für die Öffentlichkeit geschlossen, aber an diesem Wochenende gleich zweimal für Konzerte geöffnet. Der Kreis Offenbach als Veranstalter (in diesem Jahr in Kooperation mit den örtlichen Lions Clubs anlässlich deren 100-jährigem Bestehen) setzt dieses Mal auf Jazz sowie auf Klassik – aber viele Besucher kommen, egal wer spielt, denn der Musikgenuss an dieser historischen Stelle ist immer etwas Besonderes.

Sänger Alexander Stewart und die hr-Bigband unter Leitung von Lars Seniuk unterhielten am Freitagabend mit perfektem Jazz-Sound.

Durch die Konzerte sowie das jährlich ausgetragene Fürstliche Gartenfest (diesmal vom 15. bis 17. September) hat sich das Schloss zu einem besonderen Kulturstandort entwickelt, finden die Verantwortlichen auf Kreisebene – und so gibt es vor dem ersten Ton erst einmal eine Auszeichnung: Kreistagsvorsitzender Bernd Abeln überreicht Hausherr Donatus Landgraf von Hessen stellvertretend für die Hessische Hausstiftung die Plakette „Vier-Sterne-Kultur“; diese macht künftig sichtbar, dass es sich um eine außergewöhnliche Kulturinstitution im Kreis Offenbach handelt.

Dann sind am Freitagabend die Musiker der hr-Bigband an der Reihe. Mitgebracht haben sie den britischen Sänger Alexander Stewart, etwas großspurig (angesichts der Tatsache, dass er gerade erst zwei Alben veröffentlicht hat) als Jazz-Legende angekündigt. Nichtsdestotrotz zeigt der smarte Entertainer, dass er zu den herausragenden Interpreten seiner Zunft gehört, der sowohl perfekt auf Sinatras Spuren wandeln als auch Popstücke wie „Call me“ (Blondie) auf ganz eigene Weise darbieten kann. Und dass die hr-Bigband zu den besten deutschen Jazzorchestern zu zählen ist, bestätigt sich schon bei den ersten Tönen, spätestens aber bei den Solodarbietungen.

Besucheransturm auf dem Langener Markt: Bilder

Perfekt macht den Abend, dass das Wetter (wie auch am Samstag bei der Russischen Kammerphilharmonie gemeinsam mit den Jungen Tenören) entgegen allen Vorhersagen hält. Zwar kriecht gegen Ende eine feuchte Kälte in den Innenhof, der Stimmung tut das aber keinen Abbruch.

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