Lehrgang zum Tragen des Chemikalienschutzanzugs

Den Gefahrstoffzug West gestärkt

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Schrauben am Gefahrgut-Leck: Der Praxisteil des Lehrgangs ist realistischen Einsatzlagen nachempfunden, die erfahrenen Ausbilder sind immer in Reichweite.

Langen - Die Feuerwehren sind Allrounder der Gefahrenabwehr. Das müssen sie auch sein, denn neben den klassischen Einsatzgebieten „Brandbekämpfung“ und „Technische Hilfeleistung“ sind sie die erste Instanz, wenn es zu Unfällen mit gefährlichen Stoffen und Gütern kommt.

Hierunter fallen alle Einsatzlagen mit atomaren, biologischen und chemischen Gefahren – auch ABC-Einsatzlagen genannt. In und um Langen ist man gut auf solche Einsätze vorbereitet. So stellen die Feuerwehren Neu-Isenburg und Langen gemeinschaftlich den Gefahrstoffzug-West, der sich aus besonderen Einsatzfahrzeugen, entsprechendem Gerät und spezialisiertem Personal zusammensetzt. Zusätzlich verfügen auch die Feuerwehren Dreieich und Egelsbach über speziell ausgebildete Einsatzkräfte, die ebenfalls in einem solchen Einsatzfall tätig werden können.

Rein in die Hightech-Klamotten: Allein das Tragen der schweren, steifen und luftdichten Chemikalienschutzanzüge ist eine Herausforderung, das Arbeiten unter diesem Vollschutz erst recht.

Ein Baustein dieser speziellen Qualifikation ist der Lehrgang, der die Feuerwehrangehörigen zum Tragen von Chemikalienschutzanzügen, kurz CSA, befähigt. „Der CSA ist rundum luftdicht und schützt die Einsatzkräfte im Gefahrenbereich vor festen, flüssigen und gasförmigen Gefahrstoffen“, erläutert der stellvertretende Langener Stadtbrandinspektor Christian Buchold. Soeben ist in Langen die siebte Auflage dieses dreitägigen interkommunalen Lehrgangs zu Ende gegangen – 13 Teilnehmer sind im sicheren Umgang mit dem CSA ausgebildet worden.

Nach Schulung der theoretischen Grundlagen müssen die Teilnehmer sich zunächst mit speziellen Übungen wie dem Durchsteigen enger Passagen oder dem Anschrauben von Anschlussstücken an Tanksystemen an das Tragen der schweren und steifen Anzüge gewöhnen. „Unter dem CSA tragen die Einsatzkräfte neben der Uniform ein Atemschutzgerät mit Atemschutzmaske und Helm“, schildert Buchold. „Die Kommunikation erfolgt rein über Funk und die Tatsache, dass der CSA luftdicht ist, erschwert die Arbeit, denn Wärme und Schweiß verbleiben im Anzug“ sagt Buchold.

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Die praktischen Bestandteile des Lehrgangs sind in mehreren Blöcken realistischen Einsatzlagen nachempfunden. Neun erfahrene Ausbilder der Feuerwehren Langen und Neu-Isenburg sind ständig in Reichweite, weisen an und korrigieren. Nach getaner Arbeit muss obendrein jeder CSA-Träger dekontaminiert werden. Bei dieser Aufgabe kommt ein modernes System zum Einsatz, das in Langen vorgehalten wird.

Um den Lehrgang zu bestehen, mussten die Teilnehmer nicht nur ihre praktischen Fähigkeiten unter Beweis stellen, sondern auch in einer schriftlichen Prüfung Wissen zeigen, die durch die hessische Landesfeuerwehrschule vorgegeben wird. „Alle 13 Teilnehmer haben die Anforderungen zur vollen Zufriedenheit erfüllt“, resümiert Christian Buchold. (hob)

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