„Es geht rasant aufwärts“ 

Gewerbeimmobilien-Fachmann von Langens Entwicklung begeistert

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Auf Wachstumskurs: Das Wirtschaftszentrum Neurott (mit dem Kronenhof in der Mitte) hat sich überaus positiv entwickelt. 

Auch wenn es sich bei den Gewerbesteuereinnahmen (noch) nicht sonderlich bemerkbar macht: Das Wirtschaftszentrum Neurott hat in den vergangenen Jahren sein Gesicht ziemlich verändert. Etliche neue Firmen sind hinzugekommen.

Langen – Auch wenn es sich bei den Gewerbesteuereinnahmen (noch) nicht sonderlich bemerkbar macht: Das Wirtschaftszentrum Neurott hat in den vergangenen Jahren sein Gesicht ziemlich verändert. Etliche neue Firmen sind hinzugekommen. Gerade erst hat das US-Unternehmen American Axle & Manufacturing (AAM) den Baubeginn für seine neue Europazentrale auf dem Kronenhof-Areal gefeiert. An der Neuansiedlung mitgewirkt hat die Beratungsfirma Colliers International. Geschäftsführer Peter Kunz, gebürtiger Langener und mit der Stadt noch immer bestens vertraut, beobachtet die Entwicklung im Neurott sehr genau.

Langen als hervorragender Wirtschaftsstandort, aber ohne ausreichendes Angebot an verfügbaren Flächen für ansiedlungs- oder expansionswillige Betriebe – so haben Sie bei einem Interview im Jahr 2012 die Lage beurteilt. Wie sieht es heute aus?
Die vergangenen Jahre sind von optimalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt. Sowohl die Nachfrage nach Büroflächen als auch nach Logistik- und Unternehmensstandorten ist auf hohem Niveau. Was ich 2012 kritisch angemerkt habe – nämlich ein sehr alter Bestand von Büroobjekten, keine modernen Logistikanlagen und insgesamt ein wenig einladendes Umfeld – ist Vergangenheit. Es ist gelungen, mehrere komplett neue Unternehmen wie Advancis Software, Akasol und nun AAM mit ihrer Zentrale anzusiedeln. Und das waren erst die Firmen mit A (lacht). Der gesamte Charakter des Neurott hat sich absolut zum Positiven gewandelt. Das sieht man auch an den neuen Unternehmenszentrale von Erweka.

Bei der Ansiedlung der US-Firma AAM haben Sie mit Ihrem Team als Berater fungiert. Wie liefen die Verhandlungen aus Ihrer Sicht?
Colliers International ist als Berater in Immobilienfragen weltweit für AAM tätig. Wir haben im Rahmen der Standortsuche das ganze Rhein-Main-Gebiet untersucht, aber Langen konnte am Ende mit seinem erstklassigen Gesamtpaket aus Lage, Umfeld und operativer Umsetzung des Projektes punkten. Man muss es so deutlich sagen: Die Wirtschaftsförderung und die beteiligen Fachdienste der Stadt Langen haben hier einen Top-Job gemacht! Ebenso die Wirtschaftsförderung des Kreises Offenbach.

Langen: Hochwertige Arbeitsplätze entstehen

Es gibt in Langen nicht wenige Menschen, die das Verschwinden des Kronenhofs bedauern. Wie sehen Sie als gebürtiger Langener das?
Natürlich verbinde ich auch sehr schöne Kindheitserinnerungen mit dem Kronenhof, aber die Umnutzung für das Paul-Ehrlich-Institut und AAM, die beide hochwertige Arbeitsplätze und nicht zuletzt auch Steuereinnahmen nach Langen bringen werden, ist für die zukünftige Entwicklung der Stadt immens wichtig. Die Flächen liegen einfach an zentraler Stelle im Gewerbegebiet und ich bin sicher, dass diese Neubauten ein Katalysator für weitere Bauprojekte in der Nachbarschaft sein werden, wo wir es noch mit älterer Bausubstanz zu tun haben.

In den vergangenen Jahren hat sich in Langen einiges getan bei der Ansiedlung von Firmen. Wie beurteilen Sie den Ist-Zustand?
Aktuell geht es mit dem Standort Langen rasant aufwärts, denn die Bürogebäude aus den 1990er Jahren sind im Grunde voll vermietet und werden nun durch hochwertige Neubauten ergänzt. Hierzu zählt auch der Multipark in der Raiffeisenstraße, in dem sich namhafte Nutzer mit ihrer Logistik angesiedelt haben – nicht zuletzt der DFB mit der Ausrüstung der Nationalmannschaft.

Langen: Schwachstelle ist die Hotel-Situation

Und wohin kann oder sollte die Reise Ihrer Ansicht nach gehen? Sehen Sie Schwachstellen?
Die Herausforderung wird sein, weiterhin nachhaltige und zukunftsorientierte Unternehmen anzusiedeln und zu halten, wie zum Beispiel Panasonic mit seinem Entwicklungszentrum in der Robert-Bosch-Straße. Darüber hinaus werden wir erleben, wie alte Bausubstanz Zug um Zug durch Neubauten ersetzt wird. Schwachstelle ist aktuell die Hotel-Situation, denn internationale Unternehmen haben immer Bedarf an zeitgemäßen Tagungs- und Übernachtungsmöglichkeiten.

Die Verkehrssituation sehe ich im Übrigen nicht kritisch. Die Anbindung an den ÖPNV ist ideal, die beiden Autobahnen sind gut zu erreichen und mit dem Ausbau der B 486 geht es auch vorwärts. Insgesamt ist Langen sehr gut aufgestellt.

Das Interview führte Markus Schaible

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