Eröffnung des Langener Salons der Kunst

Gemäldeschau beendet die Tristesse

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Voll war’s bei der Eröffnung des „Salons der Kunst“ im ehemaligen Einkaufszentrum Oberlinden.

Langen -  Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: Sieht man die Besucher in Richtung des alten Einkaufszentrums Oberlinden strömen, ist dessen Schattendasein für den Moment vergessen. Von Sina Beck

Der vierte Langener Salon der Kunst hat in den Räumen des ehemaligen Supermarktes Einzug gehalten und wurde am Donnerstag feierlich an dem ungewöhnlichen Ort eröffnet. „The Longest Time“ singt der Chor EbbelVoices zum Einstimmen und Warmwerden – wobei Letzteres kaum nötig ist, denn gerade zu Beginn drängt sich alles in den frisch eingeweihten „Kunsträumen Langen“ dicht an dicht. Die trostlosen weißen Kacheln verschwinden unter den vielen Fußpaaren und die für lange Zeit kahlen Wände werden dank groß- und kleinformatiger Kunstwerke zum Hingucker.

Zuletzt ging es hier vermutlich zu den goldenen Zeiten des Karrees, als noch Anpack- und Aufbruchsstimmung herrschte, dermaßen lebhaft zu. Ob der Supermarkt sich aber jemals über so viel Kundschaft freuen konnte, ist zu bezweifeln. Statt Regalen mit Lebensmitteln bieten Stellwände im Raum zusätzliche Ausstellungsfläche, von der einen Charlie Chaplin und Audrey Hepburn beäugen oder man sich in fließenden Farbstrudeln verlieren kann. Bunte Explosionen treffen auf schwarz-weiße Zeichnungen, abstrakte Formen auf realistische Stillleben, Collagen auf Fotografien – der Langener Salon zeigt, wie wandelbar und vielfältig die hiesige Kunstszene ist.

Während die Sängerin Nina Rose mit ihrer bezaubernden Stimme für musikalische Untermalung sorgt, kommen die Besucher untereinander oder mit den knapp 30 ausstellenden Künstlern (darunter viele Mitglieder der Langener Gruppe Art People), die Kulturfachdienstleiter Joachim Kolbe zusammengebracht hat, ins Gespräch. Auch Kolbes Werke bereichern die Kunsträume, die sich neben dem Supermarkt auch auf vereinzelte Ladengeschäfte des Karrees erstrecken, wo beispielsweise die Langener Künstlerin und Grafikdesignerin Renate Kletzka ihr temporäres Atelier eingerichtet hat.

Von dieser außergewöhnlichen Wiederbelebung sind die Anwesenden sichtlich angetan und staunen nicht schlecht, was sich aus diesen verwaisten Räumen machen lässt. Klaus Doll kann sich noch gut an den Supermarkt erinnern, will heute aber weder in die Vergangenheit noch die Zukunft des ehemaligen Einkaufszentrums blicken. „Wichtig ist, was jetzt im Moment ist. Und ich finde es toll“, sagt der Oberlindener, der sich erlaubt festzustellen: „Ich bin total begeistert, dass Kunst auch hier in unserer spießigen Vorstadt so gut funktioniert.“

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Diesen Erfolg für den Auftakt der Kunsträume haben sich die Aussteller erhofft, sind aber dennoch von der unglaublichen Resonanz überwältigt. Noch bis 14. Januar halten die Künstler mit ihren Werken immer samstags von 15 bis 18 Uhr sowie sonntags von 14 bis 18 Uhr im ehemaligen Einkaufszentrum die Stellung, bevor es mit der nächsten Veranstaltung weitergeht.

Bis dahin gibt es aber auch noch ein exklusives Rahmenprogramm zu genießen: Am morgigen Sonntag (26.) bietet die Goldschmiedin Britta Schwalm von 14 bis 18 Uhr einen Workshop zur Schmuckgestaltung und am 3. Dezember wird der Autor Willi Schissler ab 15.30 Uhr aus der Reihe seiner Odenwald-Krimis lesen. Der Eintritt ist wie bei allen Veranstaltungen der Kunsträume frei.

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