Gemeinsam für Bedürftige

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Über die neue Küche der Petrusgemeinde freuen sich die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen (von links) Waltraud Lenz, Marianne Baumann, Hertha Kunze, Petra Leistner, Gisela Arndt, Sieglinde Bartocha, Helga Goerlich und Christa Hermann. Die Küche wird unter anderem für die Essenszubereitung des Gedeckten Tischs genutzt.

Langen - Bei der Betreuung von Bedürftigen arbeiten die Langener Tafel und die evangelische Petrusgemeinde (mit ihrem „Gedeckten Tisch“) ab sofort enger zusammen. Unter dem Motto „Ein Kaffee verkürzt die Wartezeit“ werden von heute an freitags von 9. 30 bis 11.30 Uhr in der Petrusgemeinde heiße Getränke angeboten. Von Markus Schaible

Dabei können die Nutzer der Langener Tafel bei Kaffee und Tee die Zeit zwischen Anmeldung und Ausgabe der Lebensmittel im Saal des benachbarten katholischen Gemeindezentrums St. Albertus Magnus überbrücken.

Friedelgaard Pietsch, Vorsitzende der Tafel, ist die Erleichterung anzumerken. Denn in den vergangenen Monaten mussten die „Gäste“ – so die offizielle Bezeichnung der Tafel-Nutzer – in der Wartezeit auf eine Verpflegung verzichten. Bekanntlich hatte die katholische Gemeinde Sankt Jakobus als Vermieter der Räume durchgesetzt, dass der Service stark eingeschränkt werden musste. Bis Jahresende hatte die Tafel nicht nur gespendete Lebensmittel verteilt, sondern auch Frühstück und Mittagessen angeboten. Dabei konnten die Menschen leichter miteinander ins Gespräch kommen, über ihre Sorgen sprechen und sich gegenseitig Tipps geben.

Dieses Miteinander soll nun im Petrus-Gemeindezentrum gepflegt werden. Die Tafel-Gäste gehen ab 9.30 Uhr zuerst in den katholischen Gemeindesaal, melden sich dort an und ziehen eine Abholnummer. „Dadurch wissen sie relativ genau, wann sie dran sind“, erklärt Pietsch, „und können rüber in die Petrusgemeinde, um Kaffee zu trinken.“ Ab 10.30 Uhr beginnt dann die Ausgabe der Lebensmittel.

Den neuen Service organisieren je zwei Mitarbeiter beider Initiativen gemeinsam. „Wir sind gespannt, wie dieses Angebot angenommen wird“, sagen Pietsch und Pfarrer Steffen Held. Zum Start heute wird es natürlich einen Kuchen geben. Ansonsten wolle man sich vorerst auf Getränke an einem der beiden Tafel-Tage (Dienstag ist der andere) beschränken, so Pietsch: „Wir fangen mit kleinen Schritten an.“ Doch sie hat schon erkannt: „Es harmoniert.“ Und auch Held sagt: „Das wurde zwar irgendwie aus der Not heraus geboren, aber ich bin sehr froh darüber, dass wir näher zusammengerückt sind.“ Denkbar sei für ihn auch, zukünftig noch mit weiteren Organisationen zu kooperieren.

Eine weitere Zusammenarbeit von Tafel und Gedecktem Tisch gibt es bei der Frühstück- und Mittagessen-Ausgabe donnerstags in den Räumen der Petrusgemeinde (9 bis 12.30 Uhr). „Die Mitarbeiterinnen des Tischs erhalten einen Teil ihrer Lebensmittel von uns“, berichtet Pietsch. Dazu kommen sie dienstags zur Tafel und holen sich, was sie benötigen. Und donnerstags wird dann in der neuen Küche der Petrusgemeinde gekocht, die gerade erst eingeweiht wurde. Für sie hatte die Gemeinde rund 30.000 Euro an Spenden gesammelt. 

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