Baugenossenschaft saniert an der Feldbergstraße 35

Genug von treulosen Heizungen

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Das Gerüst an der Feldbergstraße 35 wächst aktuell täglich. Bauarbeiter sollen mithilfe der Konstruktion den Austausch der Fenster und die Dämmung der Gebäudehülle bewerkstelligen. Die Fertigstellung des Bauprojekts ist auf Ende 2017 terminiert.

Langen - In zehn Jahren will die Baugenossenschaft 70 Prozent ihrer Wohnungen energetisch verbessern. Von Cora Werwitzke

Der größte Brocken in dem millionenschweren Modernisierungsprogramm ist das Hochhaus Feldbergstraße 35, in dem im Winter 2014/15 der teils wochenlange Ausfall der Heizung für Ärger sorgte. Nun wird dem in die Jahre gekommenen Gebäude mit zehn Millionen Euro eine Frischzellenkur verpasst – dank Gerüst weithin sichtbar. Mehrere Hundert Langener sind in der Feldbergstraße 35 zu Hause. Sie erleben derzeit mit, wie ihr Hochhaus von einem 100 Tonnen schweren Gerüst eingerahmt wird. Wie von der Baugenossenschaft Langen zu erfahren ist, sollen bis Ende des Jahres die komplette Fassade gedämmt und 480 Fenster ausgetauscht werden. „Dabei werden circa 1100 Kubikmeter Dämmung verbaut“, verdeutlichen die Auftraggeber.

Im Jahr 1973 errichtet, hatte das Hochhaus mit seinen 105 öffentlich geförderten Wohnungen zuletzt horrende Energiewerte. Die Gebäudehülle lässt Wärme entweichen, das Leitungsnetz im Inneren des Hauses ist ein Flickwerk. Mitte vergangenen Jahres haben die Bauarbeiter damit begonnen, auf jeder Etage Brandschutztüren und im Keller Brandschutzwände zu installieren, Kernbohrungen auszuführen und die Steigleitungen in den Treppenhäusern zu erneuern. Nach Abschluss der Bauarbeiten Ende 2017 soll sich die Einsparung des Energiebedarfs im Hochhaus nach Berechnungen der Baugenossenschaft auf 85 Prozent belaufen. Nach den Worten von Vorstandschef Wolf-Bodo Friers verlief dieser Winter ruhiger als der letzte: „Die Gesamtheizungsanlage blieb störungsfrei“, berichtet er. Allerdings sei es durch das veraltete Einrohrsystem vorgekommen, dass einzelne Heizkörper kurzfristig ausfielen: „Wenn jemand in einer Wohnung die Heizung bis zum Anschlag aufdreht, kommt es vor, dass die Wärme woanders nicht mehr ankommt.“ Durch die Installation moderner Leitungsstränge soll dieses Problem bald der Vergangenheit angehören.

Im Januar 2015 nahmen die Heizungsausfälle bekanntermaßen solch ein Ausmaß an, dass die Baugenossenschaft Radiatoren verteilte und kurzfristig ihre Mietansprüche zurückschraubte. Als Kernproblem vermuteten die „Ersthelfer“ seinerzeit, dass die Konstellation aus veralteten Leitungen im Hochhaus und neuer Heiztechnologie dank des Anschlusses an das moderne Blockheizkraftwerk auf der gegenüberliegenden Seite der Hans-Kreiling-Allee ungeahnte Schwierigkeiten bereitete. Mit der Umstellung aufs neue Leitungsgerüst, das aktuell parallel zum alten installiert wird, soll künftig auf dem Weg durch die Stockwerke wesentlich weniger Energie verloren gehen.

Für ambitionierte Bauherren: Wohnen in historischer Fabrik

Doch nicht allein die Hausinfrastruktur steht auf der Sanierungsliste, auch die Bäder sämtlicher Wohnungen wird die Baugenossenschaft bis Ende 2017 erneuern. „Wir tauschen 105 Badewannen und Duschen aus“, konkretisieren die Verantwortlichen. Im Januar sei zunächst eine leerstehende Musterwohnung modernisiert worden, um die Abläufe zu optimieren. Beginnend mit dem 14. bis zum siebten Stock sollen nun die Wohnungen etagenweise an die neuen Leitungen angeschlossen und die Bäder saniert werden. „Den jeweils von den Arbeiten betroffenen Mietern im Haus werden wir Sanitäranlagen zur Verfügung stellen“, beugt Friers etwaigen besorgen Anrufen vor.

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