Für Gläubige soll weniger mehr sein

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Dichtes Gedränge herrschte im Gemeindezentrum Thomas von Aquin, als im Rahmen des Neujahrsempfangs der katholischen Gemeinden Kaplan Clemens Kipfstuhl verabschiedet wurde.

Langen ‐ Auch wenn die Stimmung beim Neujahrsempfang der Katholischen Kirche gelöst war, gleich zu Jahresbeginn müssen die beiden Langener Gemeinden einen doppelten Verlust hinnehmen: Der Wechsel von Kaplan Clemens Kipfstuhl nach Lorsch bedeutet gleichzeitig den Wegfall der Kaplanstelle in Langen an sich. Von Markus Schaible

Für 9000 Katholiken sind damit nur noch zwei Priester da: Pfarrer Heiner Döll und Pater John-Peter. Unterstützt werden sie von Gemeindereferentin Sabine Eberle. „Wir erleben im Bistum Mainz einen radikalen Einbruch bei den Zahlen der im aktiven Dienst befindlichen Priester“, erläutert Döll den Hintergrund. Und er sagt klar und deutlich: „Auch wenn einige unserer Katholiken einen Priester für eine Art fromme Ausgabe von Superman halten, so muss klar sein, dass künftig zwei Priester nicht den gleichen Umfang an Arbeit bewältigen können wie früher drei. Es geht also nicht ohne Reduzierungen.“

Die Feier der Eucharistie und der Sakramente sei für den Priester zwar eine sehr wichtige, nicht aber die einzige Aufgabe, macht Döll deutlich: „Die anderen priesterlichen Dienste wie Katechese, Caritas, Einzelseelsorge und auch die Kirchenverwaltung können nicht zugunsten der Gottesdienste einfach wegfallen.“ Und für ihn sei folgendes Prinzip heilig: „Wenn ein Mensch, Katholik oder auch nicht, seelsorglichen Beistand benötigt, soll er diesen auf jeden Fall zeitnah erhalten.“

Schwerpunkt künftig die Sonntagsgottesdienste

Wenn nun die Zahl der Messfeiern und anderer Gottesdienste reduziert werde, sei dies – angesichts der sinkenden Zahl von Besuchern und ehrenamtlichen Mitarbeitern – auch eine Chance: „Besser eine geringere Anzahl an Gottesdiensten mit ausreichender Beteiligung und entsprechender gemeinschaftlicher Atmosphäre als eine zu große Zahl von Messen in halb leeren Kirchen und deprimierender Stimmung.“

Einen Schwerpunkt sollen künftig die Sonntagsgottesdienste bilden. Termine ab 1. Februar: 9 Uhr Liebfrauenkirche, 10 Uhr Hl. Thomas von Aquin, 10.45 Uhr St. Albertus Magnus. Eine Vorabendmesse gibt es um 18.30 Uhr in St. Albertus Magnus. Eine Sonntagabendmesse wird künftig als gemeinsames Angebot des Dekanates im jährlichen Wechsel zwischen den Kirchen Liebfrauen in Langen und Sankt Joseph in Neu-Isenburg stattfinden. Ein zweiter Schwerpunkt liegt bei den Gottesdienst-Angeboten in der Asklepios Klinik (dienstags 18.30 Uhr) und in den beiden Altenheimen (mittwochs um 16 Uhr in wöchentlichem Wechsel).

„Mit immer noch durchschnittlich 10,5 Messfeiern pro Woche und einer Reihe von weiteren Gottesdiensten kann bei uns wirklich nicht von einem Notstand die Rede sein“, stellt Pfarrer Döll klar.

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