Glaskünstler Johannes Schreiter

Dritter Ehrenbürger für Langen

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Künftiger Ehrenbürger: Professor Johannes Schreiter vor einem seiner Werke. Der 83-Jährige lebt seit Jahrzehnten in Langen.

Langen - Hans Hoffart, Dieter Pitthan und demnächst Professor Johannes Schreiter: Langen erhält einen dritten Ehrenbürger. Die Entscheidung im Stadtparlament fiel einstimmig. Von Markus Schaible

Der eine ist ein Vereinsmensch: Hans Hoffart ist Ehrenvorsitzender in drei wichtigen Langener Vereinigungen (darunter dem Verkehrs- und Verschönerungsverein) und Erfinder des Ebbelwoifestes. Der zweite ist ein verdienter Politiker: Dieter Pitthan war 18 Jahre Bürgermeister und hat vieles in der Stadt maßgeblich angestoßen. Und jetzt also ein Künstler: Professor Johannes Schreiter ist einer der weltweit bedeutendsten Glasmaler des 20. und 21. Jahrhunderts. Er lebt seit Jahrzehnten in der Stadt.

„Ohne Vorbehalte und Zögern kam ein klares Ja – und das ohne jegliche Diskussion“, beschrieb CDU-Fraktionschef Berthold Matyschok die Reaktion seiner Kollegen bei den anderen Parteien und der beiden fraktionslosen Kollegen, als er sondiert habe, ob sich diese die Verleihung der Ehrenbürgerrechte an Schreiter vorstellen könnten. Der entsprechende Antrag war denn auch ein gemeinsamer aller im Stadtparlament vertretenen Gruppierungen.

Schreiter gestaltete Glasfenster im Ulmer Münster

„Professor Johannes Schreiter ist ein Langener Bürger, wir sind stolz, dass er bei uns in Langen lebt“, sagte Matyschok im Namen aller Kommunalpolitiker – und berichtete von einem persönlichen Erlebnis im Jahre 2004. Als er mit seiner Familie im Ulmer Münster die beiden 14,30 Meter hohen Schreiterfenster zum Thema „Weltgefährdung – Weltvollendung“ betrachtet habe, „hörten wir neben uns Worte der Anerkennung und der Bewunderung“.

„Selbstkritisch müssen wir feststellen, dass mehr als zwei Jahrzehnte in Langen darum gerungen wurde, für diese einzigartige Kunst ein Museum beziehungsweise repräsentative öffentliche Räume für eine Dauerausstellung zu schaffen“, so Matyschok. Mittlerweile gibt es das Museum in der Stadthalle; Schreiter hat der Stadt etliche seiner Arbeiten zukommen lassen, nicht wenige davon als Geschenk. Auch die Stadtkirche, die Kirche St. Albertus Magnus, die Trauerhalle am Friedhof und die Stadtwerke sind durch Glasmalereien des Künstlers (der auch bereits das Bundesverdienstkreuz und den Langener Kulturpreis erhalten hat) zum Anlaufpunkt für Kunstliebhaber von nah und fern geworden.

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