Jesus Gemeinde will UT-Kino nutzen

Gottesdienste und Kulturgenuss

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Gottesdienstraum und Veranstaltungsstätte: Die Internationale Jesus Gemeinde nutzt das ehemalige UT als Kulturkino für vielfältige Zwecke.

Langen - Die Internationale Jesus Gemeinde in Langen will das frühere UT-Kino wieder für Veranstaltungen nutzen. Von Markus Schaible 

Nur noch einen guten Monat, dann ist es genau 90 Jahre her: Am 11. Dezember 1924 wurde das UT-Kino eröffnet. Der Name UT ist allerdings seit einem guten Jahr Geschichte – dafür gibt es seit Kurzem einen neuen. Der deutet darauf hin, dass die Räume in der Rheinstraße zumindest teilweise weiter als Lichtspielhaus genutzt werden: IJG-Kulturkino.

IJG, das ist die Langener Internationale Jesus Gemeinde – ein freichristlicher Zusammenschluss von Gläubigen in einem weltweiten Verbund von mehr als 10.000 Gemeinden. Sie ist der neue Mieter des Gebäudes und hat – gemeinsam mit dem Besitzer des Anwesens, Reiner Gutermuth – umfangreiche Umbauten und Renovierungsarbeiten vorgenommen, die nun weitgehend abgeschlossen sind. Zukünftig soll es dort vermehrt öffentliche Kulturveranstaltungen geben, kündigt Thomas Tschur, einer der IJG-Verantwortlichen, an.

Durch den hellblau gestrichenen Flur geht es zum früheren Kassenbereich, doch die Theke mitsamt Popcorn- und Nacho-Automaten fehlt. Anderes, viel Wichtigeres ist dagegen nach wie vor vorhanden: Kinosessel und Leinwand. Und: „Wir haben den Orchestergraben reanimiert, wie es ihn in der Anfangszeit ja gab“, sagt Tschur. Denn die Gottesdienste der IJG werden von der Gemeinde-Band begleitet.

Für die Sanierung engagiert

Zuerst aber noch mal ein kurzer Blick zurück: Bereits seit 2005 feierte die Gemeinde im UT-Kino ihre Sonntags-Gottesdienste, als Untermieter des damaligen Langener Kinobetreibers Jürgen Seebacher. Ein nebenan gelegenes Ladengeschäft wurde für weitere Gemeindeaktivitäten angemietet. „Für uns war Seebachers Entscheidung, die Kinos aufzugeben, natürlich ein großer Schock“, erinnert sich Thomas Tschur. „Man bekommt halt nicht überall und auch noch günstig Platz für 150 Leute jeden Sonntag.“ Die IJG traf dann die Entscheidung, das Kino komplett für sämtliche Gemeindeaktivitäten sowie weitere, auch öffentliche Angebote zu mieten – und traf in Gutermuth auf einen „sehr engagierten Eigentümer, dem es wichtig ist, dass an diesem Ort weiterhin Kultur stattfindet.“

Die Gemeindemitglieder haben sich dann mit unzähligen Arbeitsstunden für die Sanierung engagiert, finanziell waren etwa 20.000 Euro aufzubringen. Vermieter Gutermuth habe noch mal rund 30.000 bis 40.000 Euro investiert, um das Gebäude vor allem energetisch auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen, berichtet Tschur. Umbauten seien auch aus Brandschutzgründen erforderlich gewesen. Die bisherige Empore dient nun als Technikbereich; zudem wurde dort ein Gruppenraum geschaffen.

Die IJG erhält keine Kirchensteuern, sie trägt sich finanziell komplett selbst – „über freiwillige Zahlungen unserer rund 70 Mitglieder“. Deren Spendenbereitschaft sei hoch; so hat die Gemeinde einen hauptamtlichen Pastor.

Die erfolgreichsten Kinofilme aller Zeiten

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Das Kino sei wie geschaffen für die Gemeindeaktivitäten, freut sich Tschur. „Die Veranstaltungen sind sehr jugendzentriert, da bietet das Kino gute Möglichkeiten.“ Während der Gottesdienste werden Liedtexte auf die Leinwand gebeamt oder Videos gezeigt. Auch Gottesdienste aus anderen Gemeinden werden übertragen. Regelmäßig kommen etwa 120 Gläubige zu den Gottesdiensten. „Wir haben viele Nationen hier jeden Sonntag“, erzählt Tschur. Platz im Saal ist für etwa 160 Personen, die maximale Kapazität des ganzen Gebäudes beläuft sich aufgrund der Brandschutzauflagen auf 199.

Mit möglichst vielen kulturellen Veranstaltungen soll zusätzlich Leben in die Räume in der Rheinstraße 32 kommen. Die Flächen könnten als Galerie genutzt werden, Theaterveranstaltungen sind ebenso geplant wie Konzerte. Und natürlich Kino – „wobei wir keine Konkurrenz zum Lichtburg Cinema sind“, stellt Tschur klar. „Wir haben eine spezielle Filmlizenz als Gemeinde erworben.“ Alle Filme müssen bereits als DVD erschienen sein, zudem darf in den allermeisten Fällen der Titel nicht genannt werden. Dafür ist dann auch der Eintritt frei, Spenden sind natürlich gerne gesehen.

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