Auszeichnung für „Mauerseglerfreundliches Haus“

Ein großes Herz für bedrohte Vögel

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Rudolf Lehmann, örtlicher Fachmann für Schwalben und Mauersegler (rechts), zeichnete Marianne und Ulrich Distelmann für ihr „Mauerseglerfreundliches Haus“ aus.  

Langen - Mit der Auszeichnung „Mauerseglerfreundliches Haus 2017“ hat der Naturschutzbund NABU das Langen Ehepaar Marianne und Ulrich Distelmann bedacht.

Dies sei der Dank für ihr langjähriges Engagement um Duldung und Neuansiedlung von Mauerseglern, erklärte Klaus Kreft, Vorsitzender des NABU Langen-Egelsbach. Am Haus der Distelmanns in der Wallstraße 8 befinden sich fünf Brutnischen und neun Mauersegler-Nistkästen. Sechs Mauersegler-Paare haben dort in diesem Jahr ihre Jungen aufgezogen.

„Mauersegler werden häufig mit den Schwalben verwechselt“, erklärt Fachmann Rudolf Lehmann, sind aber nicht mit diesen verwandt. Sie gehören der Familie der Segler an. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz zählen die Mauersegler aber ebenso wie die Schwalben zu den besonders geschützten Arten.

Sie halten sich nur drei Monate von Anfang Mai bis Ende Juli zur Brut bei uns auf. Mauersegler sind Langstreckenzieher und überwintern im südlichen Afrika. Typisch sind die sichelförmigen, schmalen Flügel und der kurze, gegabelte Schwanz. Sie sind wie keine andere Vogelart an den Luftraum angepasst. In Trupps jagen die rasanten Luftakrobaten, schrill „Srriii, Srriii“ rufend, entlang von Straßen und um die Häuserecken. Im Geradeausflug werden Geschwindigkeiten von bis zu 180 km/h erreicht. Mauersegler steigen abends bis zu 3000 Meter auf und schlafen im Flug. Wie die Schwalben ernähren sie sich als reine Insektenjäger vorwiegend von Fliegen, Mücken, Blattläusen und fliegenden Ameisen.

Wie aus dem Garten ein Zuhause für Vögel wird

Mauersegler brüten bei uns bevorzugt in großer Höhe, ab sechs Metern, in Gebäudenischen, vorzugsweise im Dachbereich. Am häufigsten trifft man die Mauersegler in Ortschaften mit alter Bausubstanz an, da in Neubaugebieten entsprechende Brutplätze fehlen. Der Brutplatzverlust durch bauliche Veränderungen (Sanierung von Altbauten, Neubauten ohne Nischen) führte zu erheblichen Bestandsrückgängen. „Als Ersatz für entfallene Nistplätze sollten unbedingt Mauersegler-Nistkästen angebracht werden, da Mauersegler extrem ortstreu sind“, erklärt Lehmann.

Wer sich wie das Ehepaar Distelmann für den Schutz der Vögel einsetzen möchte, erhält beim NABU weitere Informationen. (ble)

Infos unter www.nabu-langen.de

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