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Großes Maßnahmenpaket: Stadt Langen will Abfall vermeiden

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Von: Manuel Schubert

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Bei Restaurants mit Straßenverkauf oder Lieferservice fällt viel Müll an. Die Stadt Langen will daher ein einheitliches Mehrweg-Pfandsystem etablieren.
Bei Restaurants mit Straßenverkauf oder Lieferservice fällt viel Müll an. Die Stadt Langen will daher ein einheitliches Mehrweg-Pfandsystem etablieren. © Robert Günther/dpa

Langen auf dem Weg zu weniger Müll: Ein umfangreiches Abfallvermeidungskonzept soll dabei helfen, Müll zu reduzieren.

Langen – Pro Kopf werden in Deutschland jährlich 460 Kilo Haushaltsabfall erzeugt. Der größte Teil wird recycelt oder in Verbrennungsanlagen in Energie umgewandelt. Mülltrennung und -erfassung bedeuten jedoch einen hohen Aufwand. Noch besser ist es deshalb, wenn erst gar kein Abfall entsteht.

Schon in der Vergangenheit hat die Stadt Langen einige Projekte zur Abfallvermeidung umgesetzt. Zu nennen sind etwa die über 20-jährige Zusammenarbeit mit dem VVV beim Geschirrverleih, die Teilnahme am Verschenk- und Tauschmarkt des Kreises Offenbach oder die Unterstützung der Langener Tafel und des Repair Cafés im Zentrum für Jung und Alt. „Jeder einzelne kann mithelfen, Abfälle zu verringern“, sagt Erster Stadtrat Stefan Löbig. „Das nun vorliegende Konzept ist ein weiterer wichtiger Baustein, der ein Umdenken in der Bevölkerung anstoßen soll.“

Ein Überblick zu den Maßnahmen der Müllverringerung in Langen

Vorgesehen ist ein Paket mit vielen verschiedenen Maßnahmen, manche größer, manche kleiner, aber allesamt nicht kostenintensiv, wie die Stadt betont. Zentraler Baustein ist die Wiederverwendung und Reparatur von Produkten. So soll am Langener Wertstoffhof eine Annahmestelle für noch funktionstüchtige Kleinelektrogeräte errichtet werden, damit diese einen neuen Besitzer finden. Alte Handys und Tonerkartuschen sollen künftig separat angenommen werden. Die Smartphones erhält der NABU, der im Auftrag eines Telekommunikationsunternehmens noch funktionierende Geräte einsammelt, damit diese wieder aufbereitet und verkauft werden können. Im Gegenzug erhält der Naturschutzbund Geld für Insektenschutzprojekte. Von der Wiederverwertung der leeren Tonerkartuschen profitiert die Caritas, die von einer Firma Geld für soziale Projekte bekommt und Menschen in Not unterstützt. Fahrräder, die noch brauchbar sind, sollen an Reparaturwerkstätten – beispielsweise die Fahrradwerkstatt des ADFC – weitergegeben werden.

Da Langen und Egelsbach in der gemeinsamen Gesellschaft ALEG Abfallservice Langen Egelsbach GmbH zusammenarbeiten, werden die Angebote am Wertstoffhof auch den Egelsbacherinnen und Egelsbachern zugänglich sein.

Einsammeln wollen die KBL künftig auch nicht mehr benötigte Lego- und Duplosteine. Sie sollen an das Projekt „Mobile Lego-Rampen“ in Hanau weitergeleitet werden. Dort entstehen Rampen, die dann für einen barrierefreien Zugang zu Geschäften mit kleinen Stufen sorgen. Auch anderes Kinderspielzeug ist altersbedingt oft nur zeitlich begrenzt im Einsatz. Deshalb soll ein regelmäßiger Spielzeug-Tauschflohmarkt für Kinder und Eltern etabliert werden. Geplant ist zudem eine Weihnachtsschmuck-Tauschbörse

Langen: Sensibilisierung für Abfallverringerung von Unternehmen und Kindern als Ziel

Gastronomen mit Straßenverkauf will die Abfallberatung über das Angebot von Mehrweggeschirr informieren. In Zusammenarbeit mit den KBL soll versucht werden, das Mehrweg-Pfandsystem eines Anbieters für ganz Langen zu etablieren. Denn laut Beschluss des Bundestags müssen Restaurants, Imbisse und Cafés ihren Kunden ab 2023 beim Straßenverkauf künftig neben Einwegverpackungen auch eine Mehrwegalternative anbieten.

Auch Kinder sollen frühzeitig mit der Problematik vertraut gemacht werden. So sollen in den Kitas Mehrweg-Brotdosen mit KBL-Logo verteilt werden. Motto: „Langen is(s)t abfallarm“. Im Winter sind zudem Workshops in Grundschulen zum Thema Abfallvermeidung in der Weihnachtszeit geplant. „Die Notwendigkeit zur Umsetzung von Projekten zur Abfallvermeidung ist vor dem Hintergrund der weltweiten Lieferkettenproblematik, der Halbleiterkrise und den spürbaren Folgen des Klimawandels dringender denn je“, so Löbig.

Mit dem Konzept in Langen befassen sich der Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr am Mittwoch (11. Mai) sowie der Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstag (19. Mai). Die endgültige Entscheidung trifft die Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag (2. Juni). (msc)

Auch die Stadt Offenbach will den Plastikmüll reduzieren. Dafür hatte sie Anfang 2020 Angebote und Beratungen zur Müllreduktion ins Leben gerufen.

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