Reinhold siegt in Kampfabstimmung

Grüne büßen einen Magistratssitz ein

Langen - Bei der Kommunalwahl am 6. März waren die Grünen nur einer von zwei Verlierern, seit Donnerstagabend sind sie der große Verlierer. Wahlgewinner CDU ließ erstmals die Muskeln spielen – die Grünen büßten einen Magistratssitz ein und flogen aus dem Parlamentspräsidium. Von Markus Schaible 

Die stärkste Fraktion stellt den Stadtverordnetenvorsteher, die zweit- und die drittstärkste die beiden Stellvertreter – so war es lange Jahre Brauch in Langen und dem Vernehmen nach im Vorfeld der konstituierenden Sitzung auch so abgesprochen. Doch dann kam es anders. Nachdem sich recht kurzfristig herauskristallisierte, dass die FWG-NEV (viertstärkste Kraft) einen eigenen Kandidaten für einen Stellvertreterposten präsentieren und die CDU das unterstützen würde, konterte die Ökofraktion mit einem eigenen Bewerber für das Amt des Stadtverordnetenvorstehers. Ingo Eberhard hatte dann aber keine Chance gegen Stephan Reinhold (10:34); der Unionspolitiker beerbte somit Margarete Wahler-Wunder. Eberhard zog dann aber noch mal den Kürzeren: Stellvertreter sind Parlamentsneuling Claudia Trippel (FWG-NEV) und Frank Gottschling (SPD).

Ehe dann die Magistratsmitglieder gewählt werden konnten, galt es zunächst einmal, Grundsätzliches zu klären: Da bei der bisherigen Größe der „Stadtregierung“ mit zwei haupt- plus acht ehrenamtlichen Mitgliedern die beiden kleinen Fraktionen (Linke und UWFB) außen vor bleiben würden, wollten beide eine deutliche Vergrößerung (auf bis zu 14 Ehrenamtliche) erreichen. Sie scheiterten allerdings am Rest des Parlaments. Christian Gött (CDU) brachte es auf den Punkt: „Was machen wir, wenn es 2021 plötzlich neun Fraktionen sind?“ Die Hessische Gemeindeordnung sehe auch nicht vor, dass jede Partei das Recht habe, im Magistrat vertreten zu sein.

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Mit einem gemeinsamen Wahlvorschlag schafften es dann CDU, FWG-NEV und FDP, fünf Magistratssitze zu erringen. Davon entfallen drei auf die CDU (Reinhard Acker, Dennis Jakobi, Heiko Zimmerling-Oßwald), die anderen beiden erhalten je einen (Wilma Rettig, FWG; Ulrich Krippner, FDP). Die SPD bleibt bei zwei Vertretern im Magistrat (Erwin Schönwälder, Claudia Schweig-Eyrich), die Grünen haben nur noch einen (Klaus Göbel).

Mehr Unterstützung für die „Kleinen“ gab es beim Ansinnen, die drei Ausschüsse zu vergrößern. In diesen sollte es ein Spiegelbild der Machtverhältnisse im Parlament geben, betonte Margrit Jansen (SPD); auch die Grünen konnten sich zumindest eine moderate Vergrößerung vorstellen. Doch auch dafür gab es letztlich keine Mehrheit. Eine Ausweitung auf 15 Mitglieder lehnten CDU, FWG-NEV, Grüne und FDP ab, eine auf 14 nur noch CDU, FWG-NEV und FDP – aber auch das reichte aus, damit alles beim Alten (elf Ausschussmitglieder) bleibt. Dies wiederum hatte zur Folge, dass für die beiden kleinen Fraktionen nur ein Sitz zur Verfügung stand und dieser von Stephan Reinhold ausgelost werden musste. Dabei hatte die UWFB gleich dreimal Glück; die Linke ging komplett leer aus. Die CDU erhält jeweils drei Sitze, SPD, Grüne und FWG-NEV je zwei, FDP einen. In Kürze werden wir sämtliche Stadtverordneten und Magistratsmitglieder auf einer Bilderseite vorstellen.

Versprochen - gebrochen: Die bekanntesten Wahllügen

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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