Magistrat soll mit Investoren Vereinbarungen treffen, damit diese nicht nur teuer bauen

Grüner Vorstoß: „Auch günstiger Wohnraum nötig“

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Bauboom in Langen, hier an der Elisabeth-Selbert-Allee. Aktuell entstehen fast nur teure Wohnungen – das wollen die Grünen ändern.

Langen - An etlichen Stellen in der Stadt entstehen neue Wohnungen – die allermeisten davon zu Preisen, die sich viele Menschen nicht leisten können. Die Grünen unternehmen nun einen Vorstoß, um auch Menschen mit geringerem Einkommen den Erwerb von Wohneigentum zu ermöglichen.

Sie möchten erreichen, dass der Magistrat bei den anstehenden großen Wohnbauvorhaben mit den Projektträgern Vereinbarungen trifft, nach denen zehn bis 20 Prozent des Wohnraums im preisgünstigen Segment zu schaffen sind. „Der derzeitige Bauboom schafft in Langen hauptsächlich neuen Wohnraum in den gehobenen Kategorien“, erklärt Fraktionsmitglied Ingo Eberhard: „Bei einem Großprojekt wie etwa dem Wohngebiet Liebigstraße sollte jedoch auf eine gewisse Durchmischung der Bevölkerungsstruktur geachtet werden.“

Die Grünen weisen darauf hin, dass beispielsweise bei den „Terrassen“ viele Wohnungen von Langenern gekauft worden seien. Sie würden teilweise vermietet; sofern die Käufer selbst einziehen, würden die alten Wohnungen frei. Deshalb sei die Schaffung von hochwertigem Wohnraum nicht grundsätzlich abzulehnen. „Wir sind jedoch der Meinung, dass es die Attraktivität eines Wohnstandortes insgesamt steigert, wenn auch im preisgünstigen Segment gebaut wird“, sagt Eberhard. Da bezahlbarer Wohnraum im gesamten Rhein-Main-Gebiet immer knapper werde, sei dies ein nicht unerheblicher Standortvorteil.

Den Grünen ist eine gewisse Balance wichtig: „Natürlich will ein Investor eine möglichst große Rendite erwirtschaften. Das ist völlig legitim und deshalb ist das Bauen im hochpreisigen Segment attraktiver. Aber die Stadt kann da durchaus gegensteuern, indem im Rahmen des Verkaufs eines städtischen Grundstücks gewisse Bedingungen in einem städtebaulichen Vertrag geregelt werden“, stellt Eberhard klar. Der Antrag wird am morgigen Donnerstag im Ausschuss für Soziales, Kultur und Sport beraten, abgestimmt wird im Parlament am 25. Februar (jeweils 20 Uhr, Rathaus).

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