Gutes Beispiel für bürgernahe Verwaltung

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Fünf Euro kostet es beim Langener Ortsgericht, eine Unterschrift beglaubigen zu lassen - insgesamt wickelte das Gericht vergangenes Jahr 850 Fälle ab.

Langen ‐ Schätzen, beglaubigen, Nachlässe sichern – das Langener Ortsgericht mit Klaus Dieter Polz an der Spitze hatte auch im vergangenen Jahr viel zu tun. Die sechs ehrenamtlich engagierten Mitglieder des Gremiums waren in etwa 850 Fällen tätig. Zum Vergleich: 2008 waren es knapp 50 mehr. Von Frank Mahn

„Unsere Dienstleistungen sind weiterhin stark gefragt“, sagt Polz. Der 54-jährige Pensionär, der früher unter anderem als Bankdirektor in leitender Funktion tätig war, ist seit zwei Jahren Ortsgerichtsvorsteher.

Bei den meisten Amtshandlungen (gut 500) ging es um die Beglaubigung von Zeugnisabschriften, Urkunden, Verträgen oder von Kopien für Grundstückslöschungen. Zweitgrößter Posten: die Erstattung von 300 Sterbefallanzeigen ans Amtsgericht.

Sprechzeiten des Ortsgerichts im Rathaus, Zimmer 235, sind dienstags und donnerstags von 14 bis 17 Uhr. Kontaktaufnahme unter Tel.: 203750 oder per E-Mail an ortsgericht@langen.de.

Bei 36 Schätzungen konnten Polz und seine Schöffen ihre Sachkenntnis bei Grundstücks- und Gebäudebewertungen unter Beweis stellen. Auftraggeber sind oftmals Erben oder in Scheidung lebende Eheleute, die um den Wert ihrer Immobilie Bescheid wissen wollen. Bei einer Schätzung wird das Objekt vom Keller bis zum Dach unter die Lupe genommen und nach Alter, Größe, Lage und Zustand eingestuft. Dabei tritt das Ortsgericht immer als Dreierteam auf, um ein möglichst objektives Ergebnis zu erzielen.

Einmal musste das Ortsgericht einen Nachlass sichern. Konkret heißt das, bei einem Verstorbenen das Wohnungsinventar zu sichten und aufzulisten und die Wohnung zu versiegeln. Diese Aufgabe müssen die ehrenamtlichen Staatsdiener immer dann erledigen, wenn es keine Angehörigen gibt. Das Ortsgericht ist oft eine kostengünstige Option zum Notar. Für eine Schätzung mit einem Objektwert von 350.000 Euro fallen 250 Euro Gebühren an. Eine Unterschrift wird für fünf Euro beglaubigt.

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