Fassadenkunst der anderen Art

Haushohe Hingucker in der Feldbergstraße

Langen - Blauer Himmel, weite Landschaft, täuschend echt aussehende Bäume: Die Baugenossenschaft Langen hat die Fassade ihres Hochhauses in der Feldbergstraße 35 von dem Künstler Ulrich Allgaier zum Hingucker gestalten lassen.

Original und Fälschung: Die Baumkulisse am Hochhaus Feldbergstraße 35 der Baugenossenschaft ist täuschend echt und ein Hingucker. Gestaltet hat sie der Künstler Ulrich Allgaier.

Ein weiteres Mal setzt die Baugenossenschaft mit dem Gebäude Feldbergstraße 35 Akzente: Noch während das riesige Banner mit dem provokanten Schriftzug „Es kommt doch auf die Größe an“ für Aufmerksamkeit gesorgt hat, begannen dahinter die Arbeiten an einem nicht alltäglichen Farbkonzept. Der graue Beton ist blauem Himmel, weißen Wolken und natürlich aussehenden Bäumen samt spielender Eichhörnchen gewichen. Verantwortlich dafür zeichnet der auf exklusive Wandmalerei spezialisierte Ulrich Allgaier. Gerade einmal sechs Wochen haben der Künstler und sein rund zehnköpfiges Team gebraucht, um die kunstvolle Landschaft an die Wand zu pinseln. „Ein Hochhaus war aber auch für mich Premiere und Herausforderung“, merkt Allgaier an.

Annähernd 175. 000 Euro lassen die Baugenossen sich die Fassadengestaltung kosten. „Das ist viel Geld und trotzdem eine bewusste Entscheidung“, betont der Vorstandsvorsitzende Wolf-Bodo Friers. „Auch bezahlbares Wohnen darf schön sein.“ Vorstandsmitglied Stephan Langner ergänzt: „Wir schaffen ein Leuchtturm-Projekt, das das komplette Quartier aufwertet.“ Im Rahmen der Modernisierung steckte die Genossenschaft zehn Millionen Euro in das Hochhaus. „Das ist deutlich mehr, als wir über die Mieten wieder reinbekommen werden.“

Ende September begann das „Unternehmen Fassadenkunst“. Die Vorarbeiten leistete die Firma b-Quadrat, gemalt wurde mit den mineralischen und damit besonders nachhaltigen und langlebigen Farben der Firma Keim-Farben. Da es nicht zu kalt werden durfte, hatte der Künstler nicht viel Zeit, um mit seinen Mitarbeitern die sieben Meter hohen Bäume auf die Fassade zu malen. Um die Wege kurz und Zeitverluste gering zu halten, quartierte die Baugenossenschaft die Künstlertruppe in zwei ihrer Wohnungen in der Feldbergstraße 35 ein. Allgaier & Co. arbeiteten rund um die Uhr – aufmerksam beäugt von interessieren Zuschauern sämtlicher Hochhausetagen.

Das Modell, wie das Objekt nach der Gestaltung aussehen würde, war den Mietern im Rahmen eines Tags der Offenen Tür in der Feldbergstraße präsentiert worden. Das Echo? „Durchweg positiv“, berichtet Fries. Das Hochhaus Feldbergstraße 35 wird noch bis Jahresende energetisch modernisiert. Aktuell ist das zehnte von insgesamt 14 Stockwerken erreicht. (hob)

Street-Art-Safari durch das südafrikanische Durban

Rubriklistenbild: © Strohfeldt

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare