Langener Salon der Kunst und Großprojekt „Kunsträume“

Hingucker in Hülle und Fülle für Oberlinden

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Letzte Handgriffe für den Salon der Kunst: Künstlerin Anette Bartke nimmt Maß. Das ehemalige Einkaufszentrum Oberlinden wird vor seiner Sanierung vier Monate lang zum Hort der Kunst.

Langen - Künstler stellen gemeinsam aus und gewähren dem Publikum einen Einblick in ihr Schaffen – das ist die Idee hinter dem Salon der Kunst.

Bei der mittlerweile vierten Auflage der Ausstellungsreihe können sich Kunstschaffende und Besucher diesmal auf ein besonderes Ambiente freuen. Der Salon der Kunst gastiert im ehemaligen Einkaufszentrum (EKZ) Oberlinden – und stellt zugleich den Auftakt des Großprojekts „Kunsträume Langen“ dar. Vom morgigen Donnerstag, 23. November, bis zum 14. Januar zeigen knapp 30 namhafte Kunstschaffende ihre Gemälde, Zeichnungen, Collagen und Fotografien in den leerstehenden Räumen, ehe der Gebäudekomplex saniert wird und dort Wohnungen, Geschäfte und Arztpraxen entstehen. Der Besitzer Kambiz Ghaliai zeigte sich von der Idee begeistert, vor dem Start der Arbeiten eine temporäre Kunstgalerie und Ateliers im EKZ einzurichten – und stellt der Stadt und den Akteuren die ehemaligen Läden vier Monate lang zur Verfügung.

Fast acht Wochen davon bespielen die Mitwirkenden des Kunstsalons die Fläche. Nach den Worten von Bürgermeister Frieder Gebhardt ist die Reihe eine feste Größe im kulturellen und künstlerischen Leben der Stadt. „Hier finden Künstler ein Forum, das ihnen den direkten Kontakt untereinander und mit dem Publikum ermöglicht“, sagt Gebhardt, der den Standort im ehemaligen Einkaufszentrum Oberlinden begrüßt. „Bevor der große Umbau beginnt, können wir das Areal mit dem Projekt Kunsträume Langen wiederbeleben und zurück ins Gedächtnis der Anwohner bringen.“

Premiere feierte der Salon der Kunst im Jahr 2007. Eine Heimat fand er bisher im Alten Rathaus und den Schererhallen. Die Idee hatten die Künstler Annelie Kusch und Thomas Rodin sowie Kulturfachdienstleiter Joachim Kolbe; sie führte die erfolgreiche Tradition gemeinschaftlicher Kunstausstellungen in Langen fort. Von 1968 bis Mitte der 80er-Jahre organisierten sich die hiesigen Künstler im „Atelier Langen“. Später griffen die Ausstellungen von „Frau und Kreativität“ den Gedanken auf, zusammen Kunst zu präsentieren. Stark vertreten ist vor allem die Langener Künstlergruppe Art People. So stellt Gründungsmitglied Brigitte Grausam-Tynan ihre Fotos aus und Solly Guigui, bekannt für seine Postkartenmotive, sowie die gelernte Lithografin Martina Retzdorff zeigen ihre Bilder. Weitere Art People, die am „Salon der Kunst“ teilnehmen, sind Anette und Moritz Bartke, Katja Jaehnert, Susanne Link, Claudia Knöchel, Stella Reichmann, Antje Schmitt, Gabriele Teichmann-Reimer sowie Andrea Penndorf und Irma Stella Velasco Serrano, die beide darüber hinaus dem Kunstverein Egelsbach angehören. Norbert Ottawa aus Dreieich ist das einzige Art People-Mitglied, das in einem separaten Atelier-Raum des EKZ ausstellt. Seine Passion: Öl- und Acrylmalerei.

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Zudem sind Nicola Barth, deren Werke im Eingangsbereich der Stadthalle hängen, und die für ihre Miniaturen, Porträts und abstrakten Gemälde bekannte Künstlerin Irene Narciso mit von der Partie. Auch die auf Acrylbilder spezialisierte Langenerin Ruth Oellers zeigt ihre Werke. Die Motive von Hilde Henniger, Mitglied im Kunstverein Egelsbach, sind von der Natur und Reisen inspiriert, der gebürtige Langener Willi Schäfer hat sich auf experimentelle, abstrakte Malerei mit Acrylfarben spezialisiert. Als „Farben, die die Fantasie anregen“ sieht die Langenerin Christa Steitz ihre Bilder und die Modedesignerin Astrid Napp (Offenthal) zeigt mehrschichtige, pastose Werke.

Die Künstlerstadt reicht bis ins Umland: Auch die Darmstädterin Nora Schaefer und die Aquarellmalerin Mirela Schip aus Frankfurt zeigen ihre Kunst. Eine Sonderstellung nimmt die freischaffende Malerin und Diplom-Grafikdesignerin Renate Kletzka aus Langen ein. Während fast alle anderen Salon-Künstler den ehemaligen Supermarkt ausstatten, richtet Kletzka ihr temporäres Atelier in einem früheren Ladengeschäft ein. Kletzka gehört zu den bekanntesten und erfolgreichsten Größen der regionalen Kunstszene.

Eröffnet wird der vierte Salon der Kunst mit einer Vernissage am Donnerstag, 23. November, um 20 Uhr im EKZ Oberlinden, Farnweg 79. Der Eintritt ist frei, für musikalische Begleitung sorgen Sängerin Nina Rose und der Chor Ebbel Voices. Die Ausstellung ist bis 14. Januar samstags von 15 bis 18 Uhr sowie sonntags von 14 bis 18 Uhr zu sehen. Am Sonntag, 26. November, bietet die Langener Goldschmiedin Britta Schwalm von 14 bis 18 Uhr einen kostenlosen Workshop zur Schmuckgestaltung an. (jrd)

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