Das historische Herz

Verkehrs- und Verschönerungsverein enthüllt Gedenkstein

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So sah der Kirchplatz einst aus: Im Buch „Geschichte der Stadt Langen“ von Karl Nahrgang findet sich diese Zeichnung mit historischem Rathaus, Jakobskirche und Vierröhrenbrunnen.

Der frühere Kirchplatz (heute Wilhelm-Leuschner-Platz) zählt zum historischen Herz der Altstadt. Kaiser Ludwig der Bayer saß 1338 unter der Linde zu Gericht und auch die Jakobskirche, Vorläuferin der Stadtkirche, hatte dort ihren Platz.

Langen –  Das historische Rathaus mit seiner offenen Säulenhalle aus dem 15. Jahrhundert wurde ebenfalls an diesem Punkt erbaut. Noch heute zählt dieser Teil der Stadt mit dem Alten Rathaus und dem Vierröhrenbrunnen zu den Sehenswürdigkeiten Langens. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) möchte daher jetzt mit einem Gedenkstein auf die Bedeutung der Stelle für die Lokalgeschichte hinweisen.

Auf einem Findling vom Steinberg hat der VVV mit Unterstützung von Kommunalen Betrieben (KBL) und der Pittler ProRegion Berufsausbildung GmbH eine Hinweis-Tafel anbringen lassen. Sie gibt in Deutsch, Englisch und Französisch Informationen über das 1845 abgerissene Rathaus, das 1876 niedergelegte Gotteshaus und den 1553 errichteten Renaissancebrunnen.

Der Stein ist so platziert, dass eine direkte Blickachse zur Stadtkirche entstanden ist, um damit die Beziehung zwischen dem ehemaligen Bürgermeistersitz und dem religiösen Zentrum Langens zu verdeutlichen. Um ihn herum liegen Platten, die von der früheren Umrandung des Sterzbachs in der Bachgasse stammen, der die Einwohner damals mit Trinkwasser versorgte.

Am Samstag, 15. Juni, 14.30 Uhr, wird das Denkmal feierlich enthüllt. Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung von einem Bläsertrio der Langener Musikschule unter der Leitung von Ilja Holodkov. Die Bevölkerung ist dazu willkommen.

Weitere Hinweise zu historischen Orten gibt es bei den Sühnekreuzen am Sterzbach, am früheren Wohnhaus des Malers Hermann Bahner an der Bahnstraße, dem Brezelstein am Freizeit- und Familienbad, dem Grenzstein an der ehemaligen französischen Besatzungszone an der Offenthaler Straße und an der Feuerwehrlinde am Wernerplatz.

Auch die Informationen auf dem Langener Friedhof und der neue alte Meilenstein vor dem KBL-Betriebshof an der Damstädter Straße zählen dazu. Alle Plaketten wurden auf Initiative der Heimatkundigen Heribert Gött, Gerd Grein, Peter Holle, Frank Oppermann und Reinhold Werner unter dem Motto „Geschichte in die Stadt“ angebracht. (ble)

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