Freibäder

Langener Waldsee und Freibad: Politik diskutiert gestiegene Preise

Bahnen eines Beckens im Schwimmbad
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Die SPD Langen hat einen Eilantrag zu den Langener Freibadpreisen vorgebracht (Symbolbild).

Freibad-Fans in Langen bei Offenbach haben Grund zur Hoffnung. Die SPD fordert die Senkung der seit Corona gestiegenen Eintrittspreise für Waldsee und Freibad.

Langen – Der Aufschrei in der Bevölkerung ist groß: Das Schwimmen am Langener Waldsee und im Freibad ist endlich wieder möglich, da vermiesen die gestiegenen Eintrittspreise die gute Sommer-Laune. Die Sozialdemokraten haben sich dem Thema mit einem Eilantrag angenommen. Fraktionschef Rainer Bicknase erklärt im Parlament, dass die Erhöhung von vier auf sechs Euro mit allen Gebühren sehr hoch und verständlicherweise auf Kritik gestoßen sei.

Viele Langener, so ist sich Bicknase sicher, werden die Sommerferien aufgrund der Corona-Pandemie zu Hause verbringen. Da seien See und Schwimmbad eine willkommene Abwechslung. Die SPD will mit ihrem Antrag erreichen, dass die Preise auf fünf Euro gedeckelt werden. Den Zusatz, dass der Eintritt für Kinder von einem Euro inklusive der Gebühren wegfällt, ziehen sie zurück. „Es leuchtet mir ein, dass sonst vielleicht viele kostenlose Buchungen auflaufen, die dann nicht in Anspruch genommen werden, und andere, die gerne kommen würden, nicht kommen können“, begründet Bicknase die Rücknahme.

Eintrittspreise für Waldsee und Freibad in Langen: „Liegen in den Händen der Betreiber“

Das Stadtparlament verweist den Antrag zurück in die Ausschüsse. Grundsätzlich gibt es Verständnis für den Wunsch der SPD, die Eintrittspreise der Bäder familienfreundlicher zu gestalten. „Aber, die Ausgestaltung der Preise liegt in den Händen der Bäder- und Hallenmanagement GmbH (BaHaMa) und nicht bei uns Stadtverordneten“, gibt Claudia Trippel (FWG-NEV) zu bedenken. Jens Duffner (Grüne) findet die Preise nicht grundsätzlich zu hoch, regt aber an, in der Pandemie Familienfreundlichkeit bei der Preisgestaltung zu beweisen. Kritisch sehen die Grünen auch, dass derzeit nicht die Möglichkeit besteht, über eine Zehnerkarte abends eine günstige Runde schwimmen zu gehen.

Bürgermeister Jan Werner rechnet den Stadtverordneten vor, dass die Stadt im Vergleich zu den anderen Kommunen im Kreis keinesfalls teurer bei den Schwimmbadpreisen ist – insbesondere nicht, wenn man den ganzen Tag am See verbringen will. „Eine Mutter mit zwei Kindern kann für 6,90 Euro den ganzen Tag in Freibad sein. In Dreieich kostet es zwölf Euro und da muss man nach vier Stunden wieder nach Hause gehen“, erklärt Werner.

Langen bei Offenbach: Parlament hat Aussetzung der Dauerkarten für Freibäder zugestimmt

Er erinnert die Stadtverordneten daran, dass sie bei der Aussetzung der Zehner- und der Jahreskarten alle mitgestimmt haben. Er betont, dass die BaHaMa ohnehin schon defizitär sei. „Diese Millionen sind gut angelegt – aber wenn wir die Buchungsgebühren als Stadt übernehmen, reden wir von mindestens weiteren 50 000 Euro, die sich das Defizit verschlechtert“, führt er aus. Der Rathauschef kündigt aber an, dass mit dem Auslaufen der Allgemeinverfügung des Kreises am 26. Juni neu darüber nachgedacht werden kann, ob die Stadt Schwimmern, die für eine Stunde am Abend ein paar Runden drehen wollen, mit den Eintrittspreisen entgegenkommen könnte. Der Eilantrag der SPD wird vom Parlament mit einer knappen Mehrheit in die nächste Sitzungsrunde in die Ausschüsse verschoben.

Das passiert auch mit dem Antrag der Grünen, die sich eine Schwimm-Kampagne für die Kinder in der Stadt wünschen. Der Antrag sieht eine Öffnung des Hallenbads und zahlreiche Schwimmkurse für all die Kinder vor, die über die Zeit der Pandemie das Schwimmen nicht lernen konnten. „Es ist mir so ein Anliegen, denn diese Fähigkeit rettet Kinderleben“, sagt Martina Dröll (Grüne).

Grüne in Langen bei Offenbach: Schwimm-Kampagne – „rettet Kinderleben“

Dafür schnell mal eben das Hallenbad zu öffnen – diese Pläne muss Werner jedoch vereiteln: „Im Hallenbad werden gerade dringende Wartungsarbeiten durchgeführt, wir sanieren dort tragende Betonteile“, erläutert der Bürgermeister. Aber ab Ende August soll das Bad für den Schul- und Vereinssport wieder zugänglich sein, außerdem fängt eine zusätzliche Schwimmmeisterin bei der Stadt Langen an, die vermehrt Kurse geben kann. CDU und SPD loben den Antrag, der in den Ausschüssen der nächsten Sitzungsrunde diskutiert werden soll. (Von Nicole Jost)

Erst vor Kurzem sorgten die gravierenden Änderungen im Freibad und am Waldsee in Langen bei Offenbach für Aufruhr.

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