Pensionierter Lehrer Heribert Gött verwaltet Archiv

Hüter des Stadt-Gedächtnisses

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Mit Ausstellungen und Führungen will der ehrenamtliche Stadtarchivar Heribert Gött für Lokalhistorie begeistern.

Langen - Als Quintett haben sie den diesjährigen Kulturpreis der Stadt gewonnen: Heribert Gött, Gerd J. Grein, Peter Holle, Professor Frank Oppermann und Reinhold Werner kennen sich mit Langens Geschichte bestens aus und werden nicht müde, das historische Erbe der Stadt zu pflegen und anderen zugänglich zu machen.

Dass Langen heute über seine Altstadt mit schönen Fachwerkhäusern verfügt und die Entwicklung vom einstigen Langungon über das Mittelalter bis zur Gegenwart gut dokumentiert ist, ist zu einem großen Anteil ihr Verdienst. In einer kleinen Serie stellen wir jeden der fünf Kulturpreisträger einzeln vor. Den Anfang macht Heribert Gött. Der gebürtige Aschaffenburger war 37 Jahre lang Lehrer für Deutsch, Geschichte und Politik am Dreieich-Gymnasium und dort zugleich Fachbereichsleiter für Fremdsprachen, Kunst und Musik. Er war obendrein lange Zeit Schularchivar und konzipierte in dieser Funktion unter anderem die große Ausstellung zum Jubiläum „150 Jahre Dreieichschule“. Mit seinen Schülern arbeitete er die Geschichte der Langener Synagoge auf.

Nach seiner Pensionierung wurde Gött im September 2013 ehrenamtlicher Leiter des Stadtarchivs im Kulturhaus Altes Amtsgericht. In dieser Position beerbte er den jahrelangen hauptamtlichen Stadtarchivar Herbert Bauch. Gleich zu Beginn seiner Tätigkeit zeigte das Stadtarchiv eine Ausstellung zur französischen Besatzung Langens nach 1918, die Gött – genauso wie das umfangreiche Begleitprogramm dazu – geplant und maßgeblich gestaltet hat. Damit setzte er „ein weithin beachtetes Zeichen für Kontinuität und Qualität in der Arbeit des Stadtarchivs“, wie der Magistrat lobt.

Nach den Worten von Bürgermeister Frieder Gebhardt ist es Gött gelungen, die Einrichtung in einer – angesichts der Finanzlage der Stadt – schwierigen Phase zu stabilisieren, sorgfältig zu führen, behutsam zu digitalisieren und als lebendige öffentliche Einrichtung des kulturellen Lebens zu etablieren. Gött zeichne sich durch fachliche und pädagogische Kompetenz, durch Zuverlässigkeit, Glaubhaftigkeit, Humor und Begeisterungsfähigkeit aus, heißt es in der Erklärung zum Kulturpreis.

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Damit erhalte Gött nicht zuletzt die Arbeits- und Auskunftsfähigkeit des Stadtarchivs und sorge dafür, dass das „Gedächtnis der Stadt“ seinem gesetzlichen Auftrag nachkommt. Dem ehemaligen Lehrer war es immer ein Anliegen, auch junge Menschen für die Geschichte ihres Heimatortes zu begeistern. Für lokalhistorische Projekte versorgte er immer wieder Schüler mit Dokumenten und Informationen.

„Mit einer Fülle von Ausstellungen, Führungen und Veranstaltungen hat Heribert Gött Interesse geweckt und das Verständnis für die Lokalgeschichte vertieft“, hebt Bürgermeister Gebhardt hervor. Dass das Stadtarchiv als zentrale Institution der Kultur- und Heimatpflege und der Stadtforschung wahrgenommen, allenthalben respektiert und auch von Schulen, Bildungsträgern oder Forschungseinrichtungen rege und vertrauensvoll genutzt werde, sei ebenfalls der erfolgreichen Arbeit des ehrenamtlichen Stadtarchivars zuzuschreiben. Gött ist zudem als Beirat und „Heimatkundiger“ im Vorstand des Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVV) tätig. Zusammen mit weiteren Ehrenamtlichen des VVV hat er sich dafür eingesetzt, dass das – über lange Zeit geschlossene – Stadtmuseum im Alten Rathaus seit diesem Frühjahr wieder tageweise für das Publikum geöffnet werden kann. (jrd)

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