Gaststätten und Spielhallen kontrolliert

Illegales Glücksspiel im Visier: Razzia in Langen

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Stillgelegt: Weil es nicht den Glücksspielbestimmungen entsprach, versiegelten Mitarbeiter der Ordnungspolizei ein Geldspielgerät. Auf den Betreiber kommt ein Verfahren zu.

Langen - Konzertierte Aktion im Kampf gegen illegales Glücksspiel: Bei einer gemeinsamen Razzia von Mittwochabend bis heute Nacht um 2 Uhr haben drei Mitarbeiter des städtischen Fachdienstes für Öffentliche Sicherheit und Ordnung gemeinsam mit Polizei und Steuerfahndung Langener Gastronomiebetriebe kontrolliert. Von Markus Schaible

Sie kamen unangemeldet und haben umfangreich kontrolliert: Bei einem größeren Einsatz im Kampf gegen illegales Glücksspiel bekam in der Nacht auf heute etwa die Hälfte aller örtlichen Betriebe mit Spielapparaten Besuch von den Ermittlern. Insgesamt wurden nach Auskunft der städtischen Pressestelle elf Gaststätten und drei Spielhallen im Stadtgebiet kontrolliert. Unter die Lupe nahmen die Mitarbeiter der Ordnungspolizei, der Steuerfahndung und der Polizei dabei 61 Geldspielgeräte. Von diesen entsprach allerdings lediglich eins nicht den gesetzlichen Bestimmungen. Es wurde versiegelt, damit es nicht weiterhin verwendet werden kann. Gegen den Aufsteller wurde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

Neben der Überprüfung der Geldspielgeräte rückten Verstöße gegen das Nichtraucherschutzgesetz und hygienische Mängel der Betriebe in den Fokus der städtischen Kontrolleure. Der Polizei ging im Rahmen der Aktion ein mit Haftbefehl gesuchter Mann ins Netz. Weiterhin stellten die Beamten einen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz fest. Über 70 kontrollierte Personen mussten den Männern und Frauen in Uniform im Laufe des Abends ihre Ausweispapiere vorzeigen.

„Nach wie vor wird mit dem Aufstellen von Geldspielgeräten gut verdient“, sagt Erster Stadtrat Stefan Löbig (Grüne). Im Schnitt liege der Jahresumsatz eines Apparates bei etwa 17.000 Euro. 15 Prozent Spielapparatesteuer gehen davon an den Fiskus. „Steuerbetrüger versuchen aber immer wieder, die gesetzlichen Abgaben zu umgehen oder zu schmälern“, erläutert Löbig den Hintergrund der Aktion. Besonders häufig geschehe dies, indem die Zockermaschinen nicht angemeldet werden. Auch die bewusste Täuschung mit Hilfe von falsch programmierter Software stelle die Ordnungsbehörde immer wieder vor Herausforderungen.

Archivbilder aus Offenbach:

Illegales Glücksspiel und Manipulationen: Bilder zu Kontrollen vom Ordnungsamt

„Die dennoch vergleichsweise geringe Zahl der Verstöße in Langen ist nicht zuletzt eine Folge der stetigen Kontrolle“, ist sich Löbig sicher. Der Fachdienst Öffentliche Sicherheit und Ordnung überprüfe die Betriebe regelmäßig und leiste dadurch Präventionsarbeit. „Wenn die Behörden oft zu Besuch sind, sinkt der Spielraum für Kriminelle“, meint Löbig. „Diese Taktik werden wir beibehalten, damit sich in Langen nicht das illegale Glücksspiel breitmacht.“

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