22-köpfiges Team

Im Einsatz gegen Schnee und Eis: Winterdienst hatte in Langen bislang wenig zu tun

Der erste Einsatz der Saison war bislang auch der einzige für die Winterdienst-Mitarbeiter. In der Nacht zum 1. Dezember hatte es kräftig geschneit, in den darauffolgenden Wochen aber fast gar nicht mehr.
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Der erste Einsatz der Saison war bislang auch der einzige für die Winterdienst-Mitarbeiter. In der Nacht zum 1. Dezember hatte es kräftig geschneit, in den darauffolgenden Wochen aber fast gar nicht mehr.

Auch in Langen rieselt es dieser Tage leise, doch die vereinzelten Schneeflocken blieben bislang kaum liegen. Aber wer weiß: Für den Rest der Woche prognostiziert der Wetterbericht Temperaturen, die sich immer mehr dem Nullpunkt nähern.

Langen – Peter Müller behält die Entwicklung genau im Auge. „Es soll nachts wieder kälter werden, da besteht natürlich die Gefahr, dass es glatt wird“, sagt der Leiter des Winterdienstes der Kommunalen Betriebe Langen (KBL). „An eine dicke Schneedecke glaube ich aber nicht.“

Die gab es in Langen in diesem Winter bislang erst ein einziges Mal: In der Nacht vom 30. November auf den 1. Dezember hatte es kräftig geschneit. „Da waren wir geschlossen draußen“, berichtet Müller. Um 4 Uhr morgens rückte der Winterdienst mit vier großen Räumfahrzeugen aus, um die Straßen vom Schnee zu befreien, eine Stunde später folgten zahlreiche Fußtrupps, die überall dort nachhalfen, wo die Lastwagen nicht hinkamen. Doch um 10 Uhr war der Einsatz schon wieder beendet, da der Schnee zu tauen begann.

Der restliche Dezember gab sich mild. Außer einigen Kontrollfahrten, um die Straßen an besonders kalten Tagen auf Glätte zu untersuchen, hatte der Winterdienst wenig zu tun. „Bis jetzt haben wir Glück gehabt“, sagt Müller, der aber weiß, dass die meisten Einsätze erfahrungsgemäß erst im Januar und Februar anstehen: „Ich rechne schon damit, dass wir noch einige Male rausmüssen.“

Müller und sein 21 Mann starkes Winterdienst-Kernteam, das jederzeit ausrücken kann, sehen sich dafür gewappnet. „Wir sind gerüstet, um schnell und effizient tätig zu werden. Dabei wäre auch eine längere Periode mit Schnee und Eis kein Problem für uns“, betont Müller. Der Klimawandel macht das jedoch immer seltener erforderlich. „Das ist auf jeden Fall weniger geworden“, berichtet Müller. „Den letzten großen Winter gab es 2010.“

Trotzdem gilt es, jederzeit für den Fall der Fälle bereit zu sein, auch mitten in der Nacht. „Wir haben das Wetter immer im Blick“, so Müller. Tagsüber kann die Winterdiensttruppe um weitere Mitarbeiter der KBL aufgestockt werden, zudem arbeiten die Kommunalen Betriebe mit einem privaten Dienstleister zusammen, der sich um das Wirtschaftszentrum Neurott kümmert.

Startpunkt für die Einsätze ist der KBL-Betriebshof an der Darmstädter Straße. Dort parken die Räumfahrzeuge, auch ein Silo mit 100 Tonnen Streusalz steht dort. Weitere 150 Tonnen lagern in einer Salzhalle. Und sollten diese 250 Tonnen nicht reichen, können die Kommunalen Betriebe noch auf 50 Tonnen in einem Lager in Wiesbaden zurückgreifen, das sich mehrere Kommunen teilen.

Zum Räumen der zugeschneiten Straßen werden vier Großfahrzeuge eingesetzt, Traktoren übernehmen die Radwege, an Bushaltestellen, Fußgängerbrücken und Unterführungen ist Handarbeit angesagt. Priorität haben laut KBL die Strecken, auf denen der meiste Verkehr rollt: Südliche Ringstraße und Mörfelder Landstraße mitsamt der Brücke über die Bahngleise, Bahnstraße, Frankfurter Straße, Fahrgasse und Darmstädter Straße. Danach sorgt der Winterdienst für rutschfreie Fahrbahnen auf dem Steinberg, rund ums Rathaus und auf den Busschleifen. Nebenstraßen werden aufgrund des hohen Zeit- und Kostenaufwands nur bei extremer Glätte angefahren. Dennoch leiste man häufig mehr als gesetzlich vorgeschrieben sei, betont Betriebsleiter Manfred Pusdrowski.

Nicht nur das Räumen gehört zu den Aufgaben des Winterdienstes, auch das Streuen. Hierbei setzen die KBL auf sogenanntes Feuchtsalz: Dazu befeuchtet das Räumfahrzeug herkömmliches Streusalz direkt vor dem Auswerfen mit einer Natriumchlorid-Lösung. Diese soll verhindern, dass trockenes Salz von Windböen oder fahrenden Autos in den Straßengraben geweht wird. Das senkt den Verbrauch und schont die Umwelt. Feuchtsalz funktioniert laut KBL bis minus acht Grad problemlos, wird es noch kälter, ist Splitt die einzige Möglichkeit, rutschige Straßen zu verhindern.

Da der Winterdienst in vielen kleinen Teams unterwegs ist, stellt die Corona-Pandemie die Mitarbeiter übrigens vor keine größeren Herausforderungen. In den kleineren Fahrzeugen sitzen in der Regel nur zwei Mitarbeiter, in den großen gar nur einer, erklärt Winterdienst-Chef Peter Müller: „Bis jetzt hat das gut geklappt.“ (Von Manuel Schubert)

Hausbesitzer haften für glatte Gehwege

Die Kommunalen Betriebe Langen (KBL) erinnern die Bürger an ihre Pflicht zur Gehwegreinigung. Bürgersteige müssen von den jeweiligen Anliegern durchgängig von 7 bis 20 Uhr schnee- und eisfrei gehalten werden. Dazu können sich die Langener Bürger auf dem Wertstoffhof (Darmstädter Straße 70) kostenlos Streugut wie Sand oder Splitt besorgen. Auch die an mehreren Stellen im Stadtgebiet aufgestellten Splittkästen können in Anspruch genommen werden. Streusalz ist gemäß der Langener Straßenreinigungssatzung für den Privatgebrauch nicht zulässig.

„Hausbesitzer sind in der Verantwortung und haften, wenn jemand verunglückt, weil nicht ordentlich geräumt wurde“, erklärt KBL-Betriebsleiter Manfred Pusdrowski. „Aber so weit muss es ja nicht kommen.“ (msc)

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