Langener Grüne sprechen mit Landtagsabgeordneter und Bürgern über Klimaschutz

Grünen-Netzdiskussion: „Im Wahlprogramm sind alle grün“

Online-Diskussion übers Klima: Mit Erstem Stadtrat Stefan Löbig (jeweils obere Reihe, links) begrüßten die Grünen-Fraktionsvorsitzenden Martina Dröll (Zweite von links) und Jens Duffner (rechts) Landtagsabgeordnete Martina Feldmayer (dazwischen) und Bürger zum Gespräch. screenshot: kegler
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Online-Diskussion übers Klima: Mit Erstem Stadtrat Stefan Löbig (jeweils obere Reihe, links) begrüßten die Grünen-Fraktionsvorsitzenden Martina Dröll (Zweite von links) und Jens Duffner (rechts) Landtagsabgeordnete Martina Feldmayer (dazwischen) und Bürger zum Gespräch.

Mit zwei digitalen Diskussionsrunden wollen die Langener Grünen im wahlkampf mit Wählerinnen und Wählern ins Gespräch kommen und Impulse für die nächste Legislaturperiode sammeln. Nachdem in der ersten Runde „Grüne Perspektiven für den Sport“ auf der Tagesordnung standen, ging es in der zweiten Online-Sitzung um die Zukunft des „Prima Klimas“.

Langen – Unterstützt wurden die Langener Kandidaten vom Ersten Stadtrat Stefan Löbig und der Landtagsabgeordneten Martina Feldmayer, Sprecherin der Landtagsfraktion für Umwelt- und Klimaschutz und Spitzenkandidatin der Frankfurter Grünen.

Zunächst geht es um die Landesebene, denn Feldmayer stellt die aktuellen Klima-Projekte der Landesregierung dar: „Neben dem übergeordneten Ziel, dem Erreichen der Pariser Klimaziele, haben wir aktuell für den Klimaschutz Finanzmittel in Höhe von 1,8 Millarden Euro bis Ende 2023 bereitgestellt und auch beim Corona-Sondervermögen an das Klima gedacht.“ Doch auch auf kommunaler Ebene habe sich etwas getan. So sei das Klimaschutz-Investitionsprogramm für Kommunen auf den Weg gebracht und die Förderung von Klimakommunen – zu denen auch Langen zählt – auf sagenhafte 100 Prozent gesteigert worden. „Nach Corona müssen wir an den guten Dingen festhalten, denn das Interesse an Klimaschutz ist weiter groß“, so Feldmayer.

Dann geht’s ums Lokale: Fraktionsvorsitzender Jens Duffner (Listenplatz 2) skizziert als größte Ziele für Langen den Schutz des Bannwaldes, die Stadt bis 2040 klimaneutral zu machen, die Einsetzung eines hauptamtlichen Klimamanagers und den Natur- und Artenschutz. „Es ist eine Unsitte, dass in Langen Dinge unglaublich lange geprüft werden und dann doch nichts umgesetzt wird“, meint Duffner. Dies treffe auf die Rodungen am Waldsee zu, die über Generationen nicht aufzuholen seien, und auch auf die Wiederaufforstung des Stadtwaldes nach den schweren Stürmen der vergangenen Jahre.

Grüne Langen bemängeln „ Scheinheiligkeit, mit der Anträge im Stadtparlament abgelehnt werden“

Feldmayer erklärt: „Dem Wald geht es sehr schlecht. Ich war selber schon vor Ort und habe mir die Situation von den Förstern erklären lassen – das war schockierend.“ Eine Zuschauerin wirft ein, dass dahingehend eventuell auch ordnungspolitische Maßnahmen – beispielsweise auto- oder flugfreie Tage – ins Spiel gebracht werden müssten, um diese Entwicklung zu bremsen. „Die Scheinheiligkeit, mit der Anträge in der Stadtverordnetenversammlung zum Klimaschutz abgelehnt werden, ist traurig – das ist wirklich ein dickes Brett“, stellt Klaus Göbel, Urgestein der Partei und Kandidat auf Platz 8, fest. „Zur Wahl haben sich alle anderen Parteien Bäume auf die Fahne geschrieben, dann wollen wir aber anschließend auch etwas sehen!“ Duffner ergänzt: „Im Wahlprogramm sind ja schließlich die anderen Parteien auch alle grün.“

Eine Teilnehmerin will es zum Investitionsprogramm der Stadt ganz genau wissen und fragt, wie viel Geld beim Land bisher für Projekte zum Klimaschutz beantragt und geflossen seien, worauf Stefan Löbig eingestehen muss: „Bisher wurden leider keinerlei Förderungen beantragt, da uns in der Verwaltung das nötige Personal für die Planung fehlt. Aus diesem Grund ist ein Klimamanager dringend nötig, der genau diese Aufgaben dann übernehmen kann. Gerade mit der jetzigen Übernahme von 100 Prozent der Kosten für die Klimakommune Langen hat sich die Situation geändert, da die Stadtkasse für keinen Cent mehr herhalten muss.“ Die Landtagsabgeordnete Martina Feldmayer appelliert deshalb, dringend die entsprechenden Gelder zu beantragen, „da diese sonst wirklich nur rumliegen und darauf warten, ausgegeben zu werden“.

Das bringt Grünen-Kandidatin Susanne Mönke-Cordts (Listenplatz 5) zur Schlussfolgerung: „Klimaschutz muss nicht immer teuer sein, es ist sogar oft günstiger und effizienter.“ Man müsse einfach das Wissen darüber fördern, meint Feldmayer, „damit ein lebenslanges Lernen einsetzt und letztendlich die Kinder ihren Eltern erklären können, was wirklich gut für das Klima ist“.

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Von Moritz Kegler

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