In letzter Minute „aufgesprungen“

Straßenbahn-Verlängerung: Langen soll in Planung aufgenommen werden

Noch endet die Straßenbahnlinie 17 an der Stadtgrenze zu Neu-Isenburg. Sie soll aber nach Dreieich verlängert werden - und nach dem Willen der Parlamentarier auch nach Langen.
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Noch endet die Frankfurter Straßenbahnlinie 17 an der Stadtgrenze zu Neu-Isenburg. Sie soll aber nach Dreieich verlängert werden - und nach dem Willen der Parlamentarier auch nach Langen.

Straßenbahnen der Linie 17 sollen in Zukunft bis nach Langen im Kreis Offenbach fahren. Der Bürgermeister spricht von einer „einmaligen Gelegenheit“.

Langen – Die Stadt soll sich an der laufenden Potenzialuntersuchung der Städte Frankfurt, Neu-Isenburg und Dreieich zur Verlängerung der Straßenbahnlinie 17 beteiligen. Die endet bekanntlich an der Stadtgrenze zu Isenburg, soll aber bis nach Dreieich verlängert werden – und wenn möglich nach Langen im Kreis Offenbach. Dafür votierte der Bauauschuss am Mittwochabend.

Langen nahe Offenbach: Stadtverordnete wollen Straßenbahn bis zum Ärztezentrum

Grundlage ist ein Stadtverordnetenbeschluss aus dem November auf Basis eines CDU-Antrags: Einstimmig hatten die Parlamentarier beschlossen, der Magistrat solle in Gesprächen mit den drei beteiligten Kommunen und dem RMV prüfen, ob Langen im Kreis Offenbach Teil der Tram-Verlängerung werden kann. Gewünscht war, dass die Straßenbahn zu Asklepios Klinik und Fachärztezentrum fahren kann.

Bei einer Videokonferenz am Montag haben die drei Bürgermeister der Westkreiskommunen nun Nägel mit Köpfen gemacht. So konnte Jan Werner den Mitgliedern des Bauausschusses eilig einen Antrag vorlegen, der nachträglich auf die Tagesordnung gehievt wurde. Im Gespräch mit seinen Amtskollegen Herbert Hunkel und Martin Burlon sowie einem Vertreter der Frankfurter Nahverkehrsgesellschaft Traffiq wurde entschieden, dass Langen bei der schon laufenden Analyse noch „aufspringen“ kann: Dafür muss die Stadt ihren finanziellen Beitrag leisten. Der liege für die Partner bei 14 000 Euro. Und: Frankfurt muss der Aufnahme Langens zustimmen. Zudem solle sich das Projekt – das ist vor allem Dreieich wichtig – um nicht mehr als zwei Monate verzögern.

Keine Garantie, dass Langen (Kreis Offenbach) noch eingeplant werden kann

„Das ist eine einmalige Gelegenheit“, wirbt Bürgermeister Werner, stellt aber klar, dass es – trotz Freigabe des Geldes – keine Garantie gebe, dass Langen im Kreis Offenbach noch „mitgeplant“ wird. Fordere die Stadt jedoch im Anschluss eine Einzelplanung an, wäre das teurer und langwieriger. Der Vorlage stimmten alle Mitglieder des Ausschusses bis auf einen NEV-Vertreter zu.

Wie die Strecke dann aussieht – und ob die Straßenbahn wirklich an der Klinik vorbeifährt– werde sich dann zeigen. Idealerweise gebe es eine Verbindung zu einem Schienenhalt. „Aber bis zur S-Bahn wird auf keinen Fall geplant“, sagt Werner. Das würde den finanziellen Rahmen sprengen. „Ein Endhaltepunkt auf dem Parkplatz am Wilhelm-Leuschner-Platz wäre möglich“, zitiert er Verkehrsexperte Professor Jürgen Follmann, der Absolventen der Hochschule Darmstadt die Strecke untersuchen ließ. (Julia Radgen)

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