Wirte aus Langen und Egelsbach erzählen

Gastro-Umfrage: Draußen läuft es ganz gut, aber drinnen...

Nur etwa 60 Prozent ausgelastet ist die Gaststätte im Egelsbacher Eigenheim, schätzt Wirt Antun Koscak (rechts, mit seinem Sohn Renato). Was das Drinnensitzen angehe, seien viele Gäste noch skeptisch.
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Nur etwa 60 Prozent ausgelastet ist die Gaststätte im Egelsbacher Eigenheim, schätzt Wirt Antun Koscak (rechts, mit seinem Sohn Renato). Was das Drinnensitzen angehe, seien viele Gäste noch skeptisch.

Nach langen Monaten der Entbehrung erlaubt die Infektionslage wieder spontane Besuche im Restaurant. Dennoch haben die Lockdown-Phasen vielen Gastronomen zu schaffen gemacht.

Langen/Egelsbach – Um den Betreibern zumindest ein wenig unter die Arme zu greifen und den Wiederanfang nach der langen Zwangspause etwas leichter zu gestalten, verzichtet die Stadtverwaltung Langen in diesem Jahr eigens auf Erhebung der Gebühr für die Außenbestuhlung im öffentlichen Bereich. Ein Angebot, das Pressesprecher Markus Schaible zufolge dankend angenommen werde. „Wir haben bereits viele positive Rückmeldungen bekommen, etliche haben daraufhin ihre Außengastronomie sogar noch ausgedehnt“, sagt er.

Und wie ist die Stimmung bei den Betreibern, seitdem die Testpflicht für die Außengastronomie aufgehoben wurde (drinnen gilt die sogenannte 3G-Regelung). Wir haben uns bei einigen Gastronomen umgehört:

Gastronomie in Langen und Egelsbach: „Am liebsten sitzen die Leute draußen“

„Am liebsten sitzen die Leute natürlich draußen“, sagt Bettina Gruber vom Restaurant „Zum Treppchen“ in der Langener Altstadt. Da ihr Restaurant jedoch von der Stadt auf der Straße leider keine zusätzlichen Flächen für Außengastronomie genehmigt bekommen habe, hat sie auch weiterhin nur den begrenzten Platz im Hof zur Verfügung. „Ansonsten wird bei schlechtem Wetter nach wie vor viel abgeholt, Geimpfte kommen aber durchaus zum Essen auch in den Innenbereich“, fasst sie die derzeitige Lage zusammen.

Im „Sortino’s“ zeigt sich Vedrana Vukovic „ganz zufrieden“ mit der aktuellen Situation. Die Außengastronomie laufe okay, mit Besuchen im Inneren sehe es jedoch noch etwas verhalten aus. Dafür hätten einige Gäste beibehalten, auch weiterhin ihre Speisen nach Hause zu bestellen. Doch das Wichtigste für sie: „Es ist so viel angenehmer wieder regelmäßig sozialen Kontakt mit den Gästen zu haben, seitdem wir wieder geöffnet haben“, freut sie sich. Dadurch mache die Arbeit wieder viel mehr Spaß.

Gastronomen in Langen und Egelsbach berichten von angespannter Personalsituation

Als „chaotisch“ beschreibt hingegen Ralf Treut vom „Waldhaus Hotz“ insbesondere die Situation an den Wochenenden. Der Grund sei ganz einfach der, „dass die ganzen Gäste, die über die Zeit des Lockdowns nicht zu uns kommen konnten, jetzt alle auf einmal kommen wollen“. Das sei auf der einen Seite zwar erfreulich, bedeute gleichzeitig aber auch eine Menge Arbeit. Denn nach sechs Monaten, in denen das Restaurant geschlossen hatte, „haben sich auch einige vom Stammpersonal mittlerweile etwas anderes gesucht“, erzählt er.

Auch das Bäumsche am Bahnhof ist gut besucht. Den Inhabern Sebastian Fink (links) und seinem Bruder Markus bereitet aber schon die kalte Jahreszeit Sorgen.

Von einer angespannten Personalsituation weiß auch Sebastian Fink vom „Bäumsche am Bahnhof“ zu berichten. Abgesehen davon, „läuft das Geschäft seit der Wiedereröffnung aber ganz zufriedenstellend“. Wie bei den meisten anderen Restaurants, sei auch hier der Außenbereich der am meisten frequentierte. Mit Blick auf den Herbst und Winter und damit möglicherweise wieder strengeren Einschränkungen ist ihm zufolge „bei Mitarbeitern und Gästen schon eine gewisse Unsicherheit zu spüren.

Und in Egelsbach? Im „Eigenheim“ sind „die Leute noch etwas skeptisch, was das Drinnensitzen angeht“, sagt Betreiber Antun Koscak. Draußen hingegen sei die Lage durchaus zufriedenstellend. Dennoch mache ihm der bisher eher mäßige Sommer mit dem vielen Regen und dem häufig eher schlechtem Wetter zu schaffen, sagt Koscak. Im Vergleich zu Zeiten vor der Pandemie spricht er von einer Auslastung von „vielleicht 60 Prozent. Die Leute kommen zwar, aber noch nicht genug“, lautet sein Fazit. (Joel Schmidt)

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