Olympische Spiele: Hinter den Kulissen

Londons schöne Seiten müssen warten

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Jürgen Fornoff (links) und Jürgen Barth ziehen das zweite Mal Seite an Seite bei Olympia die Delegations-Fäden.

Langen (hob) - Schon vor vier Jahren bei den Olympischen Spielen in Peking waren Jürgen „Yogi“ Fornoff und Jürgen „Jogi“ Barth als offizielle Delegationsmitglieder der deutschen Olympia-Mannschaft im Einsatz.

London 2012 erlebt das in der Basketballabteilung desTV Langen verwurzelte Duo wiederum aktiv in leitender beziehungsweise betreuender Funktion mit. Ungeachtet allen Trubels haben „Yogi & Jogi“ die Zeit gefunden, uns einen persönlichen Stimmungsbericht aus der britischen Metropole zu schicken.

Herr Fornoff, Ihre wievielten Olympischen Spiele erleben sie jetzt mit?

Die vierten nach 1988 in Seoul, 2004 in Athen und 2008 in Peking.

Welche Aufgaben haben Sie in London ?

Ich bin Mannschaftsleiter des Deutschen Schwimm-Verbands und Presse-Attaché.

Ersteres ist angesichts des deutschen Abschneidens ohne Medaille wohl kein Zuckerschlecken ...?

Fakt ist: In der Nachbetrachtung kommt jede Menge Arbeit auf den Verband zu. Ganz aktuell konzentriere ich mich aber noch auf die Wasserspring- und Freiwasser-Konkurrenzen.

Jürgen „Yogi“ Fornoff,

TVL-Basketballer des Jahrgangs 1954, war im Turnverein Jugendspieler bis Bundesligaspieler, Trainer der Jugend und der Bundesliga-Damen von 1980 bis 1982 (1. Liga). Beruflich begann er als Leistungssport-Referent des Deutschen Sportbundes (DSB) und wurde später Generalsekretär des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV).

Was können Sie außerdienstlich von Olympia 2012 in London genießen?

Bisher noch nichts. Erst jetzt in der zweiten Woche bekomme ich etwas Luft.

Und was würden Sie gern sehen, sofern sie könnten?

Natürlich das Basketball-Finale – und ansonsten gerne jede ander Sportart, sofern es in den Terminkalender passt. Aber ganz ehrlich: Der Zuschauer am Fernseher kriegt einen besseren Überblick als den, den ich hier bekomme.

Haben Sie Jogi Barth und andere schon im Deutschen Haus getroffen, ja vielleicht sogar den Ex-Basketballkollegen Daniel Hallgrimson dort Musik machen gehört?

Wir sehen uns täglich, aber nicht im Deutschen Haus, sondern im Mannschaftsbüro im olympischen Dorf. Aber diese Woche werden wir auch das Deutsche Haus besuchen und ein gepflegtes Glas Wein trinken. Dabei treffen wir hoffentlich auch Daniel und seine Band FreshMusicLife.

Herr Barth, Sie erleben Olympia zum zweiten Mal live mit ...

Ja, nach Peking bin ich auch diesmal dabei, was mich natürlich sehr freut.

Welche Aufgaben liegen bei Ihnen?

Neben der Betreuung der Sportspielmannschaften – Volleyballherren, Hockey-Damen und -Herren, Beachvolleyball-Damen und Herren – sowie der Triathleten bin ich für den Fuhrpark mit zirka 20 Fahrzeugen und den Einsatz der Fahrer zuständig. Daneben bin ich Ansprechpartner der Trainer und Betreuer im Außenquartier. Ansonsten helfen wir alle bei unterschiedlichen Aufgaben im Büro der Deutschen Olympiamannschaft.

Jürgen „Jogi“ Barth, TVL-Basketballer des Jahrgangs 1957, durchlief im TVL ebenfalls alle Teams von der Jugend- bis zum Bundesligaspieler. Er war Jugendtrainer (vier deutsche Meisterschaften) und Trainer der Bundesliga-Herren (1984 bis 1990; 1. und 2. Liga). Seitdem ist er Bundesliga-Manager der „Giraffen“. Er begann als Antidoping-Referent des Deutschen Sportbundes (DSB),anschließend wurde er Leistungssport-Referent des DSB und des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB).

Und was können Sie außerdienstlich genießen?

Auch mir bleibt da im Moment nicht viel. Die offiziellen Bürozeiten sind von 8 bis 22 Uhr, die Hockey-Teams spielen aber beispielsweise häufiger um 21.15 Uhr. Ich bin mit zwei Kollegen im Außenquartier und wir fahren nach Dienstende noch zirka 20 Minuten mit dem Rad ins Außenquartier. Theoretisch haben wir einen Tag Urlaub pro Woche, den ich aber bislang nicht in Anspruch genommen habe, vielleicht gegen Ende der Spiele. Ich genieße die Atmosphäre im Dorf, den Kontakt mit den Sportlern – und die Sonne, wenn sie denn mal scheint. Da wir insgesamt einen Monat hier sind, wird sich aber auch noch die eine oder andere Gelegenheit ergeben.

Was würden Sie denn gerne von den olympischen Wettkämpfen sehen?

Mit unserer Akkreditierung haben wir grundsätzlich Zugang zu allen Wettkampfstätten auf den sogenannten „Athlets Stands“. Allerdings kann es gerade bei den Topveranstaltungen schwierig sein, einen Platz zu bekommen. Grundsätzlich gilt für uns ja sowieso: Die Erledigung unserer organisatorischen Aufgaben hat Vorrang vor der Sportbeobachtung. Ich denke aber, dass ich mir auch das eine oder andere Basketballspiel ansehen kann, zumal die Halle in Sichtweite unseres Mannschaftsbüros im Olympic Parc ist. Im Deutschen Haus war ich im Übrigen schon, aber Daniel war zumindest an diesem Abend nicht da.

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