15 Achtklässler qualifizieren sich als Bus- und Bahnbegleiter

Junge Streitschlichter an der Dreieichschule

Langen -  Jeder will einen Sitzplatz ergattern: Im Bus wird es gerade nach Schulschluss oft ganz schön eng – da kommt es leicht zu Gedränge und Zoff.

Die neuen Busbegleiter der Dreieichschule (mit Urkunden) wurden begrüßt von (von links) Björn Ritz (Jugendkoordinator der Polizei), Lin Locke (Kreisverkehrsgesellschaft), Andreas Maatz (Geschäftsführer Kreisverkehrsgesellschaft), Erstem Stadtrat Stefan Löbig, Sven Hirschler (Pressesprecher RMV), Michael Kohler (Stadtwerke Langen), Frank Pawlowski (Projektbegleitender Lehrer an der DSL), Nicole Ott (Stellvertretende Schulleiterin) und Erster Kreisbeigeordneter Claudia Jäger.

15 Achtklässler der Dreieichschule wissen jetzt, was in solchen Situationen zu tun ist, damit alle die Fahrt stressfrei überstehen. Sie haben sich als Bus- und Bahnbegleiter qualifiziert. Schüler werden im Kreis Offenbach seit rund zehn Jahren zu Bus- und Bahnbegleitern ausgebildet, damit die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln für alle angenehmer wird. Ihre wichtigsten Aufgaben sind es, Gedränge und Rangeleien in Bus und Bahn zu vermeiden, Vandalismus zu unterbinden und bei Auseinandersetzungen deeskalierend einzugreifen. Auch die 15 frischgebackenen Bus- und Bahnbegleiter aus Langen haben eine umfassende Schulung hinter sich. Seit Herbst vergangenen Jahres ist die Ausbildung nicht mehr auf drei Monate gestreckt, sondern der Unterricht läuft im neuen Konzept komprimiert während einer Projektwoche unter dem Titel „Bus- und Bahnbegleiter 2.0“.

Die neuen Streitschlichter der Dreieichschule haben ein abwechslungsreiches Programm absolviert und viel über das richtige Verhalten in Bus und Bahn erfahren. „Besonders wertvoll sind die Ratschläge der Fachleute zur wertschätzenden und vermittelnden Gesprächsführung sowie die Tipps, wie man in schwierigen Situationen schon allein durch das Auftreten und die richtige Körpersprache eine Eskalation verhindern kann“, erläutert die Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger.

Auf dem Stundenplan der Ausbildung steht auch ein sogenanntes Anti-Bullying-Programm. Dabei lernen die Jugendlichen, wie sie Gleichaltrigen, die systematisch gemobbt und diskriminiert werden, helfen können. Praktische Übungen gehören während der Projektwoche ebenfalls dazu: Beispielsweise üben die Teenager, auf welche prägnanten Infos es bei einem Notruf ankommt, es gibt Trainingseinheiten mit Rollenspielen und eine Theatervorstellung. Eine Diskussionsrunde mit Lehrern, ein Interview mit einem Busfahrer, Gruppenarbeiten mit Präsentationen, Teambuilding-Übungen und Quiz-Spiele stehen ebenfalls auf der Agenda.

Klassisch und modern: Die besten Spick-Methoden

Die Belohnung für die Gymnasiasten gab’s nun in Form von Zertifikaten, die Claudia Jäger und Andreas Maatz, Geschäftsführer der Kreisverkehrsgesellschaft, überbrachten. „Mit der Ausbildung der Bus- und Bahnbegleiter erreichen wir gleich mehrere Ziele“, betonte die Erste Kreisbeigeordnete. „An den Haltestellen sowie in Bussen und Bahnen gibt es weniger Stresssituationen, und die Persönlichkeit der jungen Leute wird gestärkt.“ Außerdem sorgten die neuen Erfahrungen und Aha-Erlebnisse der Jugendlichen während der Projektwoche für Veränderungen im Umgang miteinander. Jäger: „Das hält bei vielen Teilnehmern nachhaltig an und prägt manche gar für immer.“ (hov)

Rubriklistenbild: © Strohfeldt

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