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Kanalüberprüfung wieder gestoppt

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Langen (ble) - Im vorigen Jahr sorgte eine Neuregelung im hessischen Wassergesetz und in der sogenannten Eigenkontrollverordnung für reichlich Diskussionsstoff.

Es ging darum, dass die privaten Kanal-Hausanschlüsse in einem von den Behörden festgelegten Turnus auf Risse und Löcher untersucht und bei Bedarf repariert werden müssen. In Langen wollten die Kommunalen Betriebe (unter anderem weil dubiose Firmen Hausbesitzer über den Tisch ziehen) das Heft in der Hand behalten und die Untersuchungen unter ihrer Regie ausführen lassen.

Nach massiver Kritik der kommunalen Spitzenverbände hat das Hessische Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz diese Verpflichtung aber inzwischen teilweise wieder ausgesetzt. In Langen sind die Kosten für die Untersuchung jedoch bereits in die zum Jahresbeginn erheblich erhöhten Abwassergebühren eingerechnet worden.

Hin und Her sorgt für Verunsicherung

Daran soll sich vorerst auch nichts ändern. „Denn noch ist offen, wie eine endgültige Regelung aussieht. Das Hin und Her in Wiesbaden sorgt für große Verunsicherung bei den Bürgern. Wir brauchen eine klare Vorgabe der Landesregierung“, sagt Manfred Pusdrowski, Betriebsleiter der Kommunalen Betriebe (KBL), die für die Entwässerung zuständig sind.

Nach dem ursprünglichen Fahrplan hätte KBL in den kommenden Jahren die Überprüfung der Hausanschlüsse vorgenommen. Seit Jahresbeginn zahlt ein Durchschnittshaushalt dafür über die Abwassergebühren rund 20 Euro im Jahr. Pusdrowski betonte, dass den Bürgern aufgrund der neuen Situation, die für die Städte und Gemeinden in Hessen sehr ärgerlich sei, keine finanziellen Nachteile entstünden. Falls sich Wiesbaden endgültig gegen die Untersuchung entscheide, werde der dafür erhobene Gebührenanteil zeitnah und auf den Cent genau erstattet. Zur Stunde könne aber niemand mit Gewissheit sagen, wohin der Weg führe, erklärte Pusdrowski.

Lecks gefährden Umwelt

Ministerin Lucia Puttrich will mit den Kommunen nun „ergebnisoffen“ darüber beraten, ob der Nutzen der zuvor von ihrem Ministerium verordneten Prüfungen in einem angemessenen Verhältnis zum Aufwand steht und welche praxistauglichen Lösungen es gibt. Hintergrund ist, dass Lecks in Kanalrohren die Umwelt gefährden, weil dadurch Abwasser ins Erdreich eindringen und das Grundwasser verunreinigen kann.

Bei der Dichtigkeitsprüfung wird eine Kamera in den Kanal eingelassen, die dort nach Löchern und Rissen Ausschau hält. Werden solche festgestellt, kann das für den Hausbesitzer schnell richtig teuer werden.

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