Kantate-Sonntag

Besonderer musikalischer Gottesdienst und Dekanatsempfang

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70 Musiker und Sänger aus dem Dekanat hatten sich unter der Leitung der Dekanats-Kantorin Claudia von Savigny zusammengefunden, um dem Gottesdienst am Kantate-Sonntag in der Stadtkirche eine besondere musikalische Note zu geben. Die intensiven Proben hatten sich gelohnt.

Langen - Der zentrale Festgottesdienst zum Kantate-Sonntag ging gestern in der Langener Stadtkirche über die Bühne – mit einem besonderen musikalischen Schwerpunkt. Daran schloss sich der Jahresempfang des Evangelischen Dekanats an.

„Ich weiß von vielen Menschen, dass sie das ABC unserer Tage nur schwer aushalten können“, stellte Karin Held zu Beginn ihrer Predigt fest. Dieses gehe von A wie Attentate, B wie Brexit, über F wie Fremdenhass, I wie Islamischer Staat und K wie Kriege bis hin zu M wie Menschenrechtsverletzungen und T wie Terror. Ein ungutes Lebensgefühl mache sich breit. Dagegen sei das ABC des Glaubens eine Stärkung in diesen Zeiten. „Unser Glaube und unser Vertrauen in die Freundlichkeit Gottes sind darin wesentliche Bestandteile“, so die Pröpstin für Starkenburg. „Die Freundlichkeit Gottes und der Menschen ist erfahrbar, wenn in unseren Gemeinden unzählige Menschen ein geistliches Zuhause finden können und eine Heimat, wo sie sich wohlfühlen und aufgenommen wissen.“

Der vierte Sonntag nach Ostern wird vielerorts als Gottesdienst mit musikalischem Schwerpunkt begangen und soll so die Freude über die Auferstehung zum Ausdruck bringen. „Kantate“ heißt übersetzt: „Singet!“ Und so genossen die zahlreichen Besucher einen besonderen Gottesdienst, der von rund 70 Musikern und Sängern aus den Gemeinden desDekanats unter der Leitung der drei Kantorinnen Claudia von Savigny, Elvira Schwarz und Gabriele Urbanski sowie der nebenamtlichen Kirchenmusikerin Carola Röder begleitet wurde.

Die Gelegenheit zu Gesprächen bot der Dekanatsempfang. Das Foto zeigt (von links) Reinhard Zincke (Dekan), Frauke Grundmann-Kleiner (Präses), Frieder Gebhardt (Bürgermeister), Bernhard Rücker (Präses, Rodgau), Pröpstin Karin Held und Sonja Mattes (stellvertretende Dekanin, Rodgau).

Beteiligt waren der evangelische Posaunenchor Götzenhain unter Franz Fink, die evangelischen Kirchenchöre aus Egelsbach und Langen, der Johannesgemeinde Neu-Isenburg, der Dreieichenhainer Burgkirchengemeinde sowie die Götzenhainer Kantorei. Zusammen erfüllten die Musizierenden die Stadtkirche mit vollem Klang. Pfarrerin Erdmuthe Jähnig-Diel, Frauke Grundmann-Kleiner, Präses der Dekanatssynode, und Dekan Reinhard Zincke gestalteten die Liturgie. Die Kollekte kommt der kirchenmusikalischen Arbeit der Landeskirche zugute.

Zur Vorbereitung fand am Vortag erneut ein Probentag statt. „Es freut uns, dass wir damit wieder etliche Interessierte ansprechen konnten, die nicht in einem Chor singen“, sagt Dekanats-Kantorin Claudia von Savigny. Wegen der guten Resonanz wollen die Kirchenmusikerinnen dieses Angebot auch zukünftig aufrechterhalten.

Beim Jahresempfang im Anschluss erinnerten Präses und Dekan an das 500. Reformationsjubiläum, das überaus erfolgreich und lebendig in den Gemeinden des Dekanats gestaltet wurde. Zincke hob das gute ökumenische Miteinander hervor. Im Jubiläumsjahr fanden eine Vielzahl gemeinsamer Gottesdienste und Aktivitäten statt. Und die evangelischen und katholischen Theologen hatten sich intensiv mit der Reformation auseinandergesetzt. „Dieser Austausch hilft, einander besser zu verstehen und das Verbindende zu suchen, nicht das Trennende“, so der Dekan.

Neun Klöster für eine spirituelle Auszeit

Als neuen Arbeitsschwerpunkt nannte die Präses die gemeindeübergreifende Trägerschaft für die zehn evangelischen Kindertagesstätten, die zum 1. Januar 2018 auf das Dekanat übergegangen ist, um Kirchenvorstände und Pfarrer von Verwaltungsaufgaben zu entlasten. In den Kitas könnten Grundlagen gelegt werden für ein gegenseitiges religiöses und kulturelles Verstehen, „das unsere Gesellschaft so nötig hat“, so Frauke Grundmann-Kleiner.

Sie sprach von einer großen Herausforderung in Zeiten, in denen Menschen wegen ihrer Religion auch in Deutschland angefeindet werden: „Wie soll ein friedliches Zusammenleben funktionieren, wie können wir Integration gestalten, wenn wir uns nicht in unserer Unterschiedlichkeit achten und in der Vielfalt nicht eine Gefahr, sondern vielmehr eine Chance sehen?“

Abschließend bedankte sich der Dekan bei allen Haupt- und Ehrenamtlichen. „Die kirchliche Arbeit in unserem Dekanat ist lebendig, kreativ und farbenfroh“, stellte Zincke fest. „Es macht Spaß und Freude, dies mitzuerleben.“ (red)

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